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Ev. Kirche in Lünern: Aus der Entstehungszeit der Evangelischen Kirche in Lünern sind keine schriftlichen Quellen überliefert. Eine exakte Datierung ist deshalb nicht möglich. Anhand der Bausubstanz und des Baustils lassen sich aber die ältesten Bauelemente dem 12. Jahrhundert und damit der romanischen Epoche zuordnen. Bei näherer Betrachtung lassen sich die wichtigsten Bauphasen am Bauwerk selbst ablesen. Die einschiffige Kirche wurde aus grünem Sandstein gebaut. Wie viele Kirchen ist sie geostet, so dass die Längsachsen in West-Ost Richtung verläuft. Betritt man durch den Haupteingang das Kircheninnere, wird der Blick unweigerlich auf den reich vergoldeten Schnitzaltar in der Chorapsis gelenkt. Mit einer Höhe von ungefähr vier Metern und einer jetzigen Breite von drei Metern beherrscht er den Chorraum. Der stets geöffnete Turmraum gibt durch eine Glastür den Blick auf das Innere der Kirche frei.

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Archiv

29. Juni 2016

Suche nach Integrationsverständnis

Pfarrer Helge Hohmann ist Beauftragter für Zuwanderungsarbeit sowohl in der westfälischen Landeskirche wie auch in unserem Kirchenkreis

Wesensmerkmal christlicher Existenz

»Das Thema der Flüchtlingsarbeit muss und wird uns als Kirche dauerhaft verändern« – mit einer steilen These begann Pfarrer Helge Hohmann, Beauftragter für Zuwanderungsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen am Samstag seinen Vortrag im Assapheum in Bielefeld. Er stand unter dem Titel »Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen«.

Hohmann entfaltete dabei zunächst die biblischen und rechtlichen Grundlagen des Flüchtlingsschutzes und verwies auf die Auszugs-Erfahrungen des jüdischen Volkes aus Ägypten ebenso wie auf die neutestamentlichen Aussagen Jesu. Wenn Jesus im Matthäusevangelium sage, ›ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen‹, dann sei dies für Christen bis heute eine gelebte »Praxis des Glaubens und ein Wesensmerkmal christlicher Existenz«, so Hohmann.

Im Verlauf seines Vortrages schilderte der landeskirchliche Beauftragte anhand bundesweiter Zahlen und Statistiken die europäische Abschottungspolitik ebenso wie das Missmanagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Dabei beklagte er, dass es mit Ausnahme weniger Fälle »keine legalen Wege nach Europa« gebe. Als deprimierend und menschenverachtend bezeichnete Hohmann das derzeitige Asylverfahren im Kontext sogenannter sicherer Herkunftsländer. Hohmann: »Das steht im krassen Widerspruch zu dem, was wir zum Beispiel in den Medien sehen und erfahren. Das Asylverfahren für Flüchtlinge vom Westbalkan ist nichts anderes als die Erfindung eines Verfahrens 2. Klasse.«

Am Schluss seines Vortrags resümierte der Beauftragte: »Wir brauchen als Kirche und als Gesellschaft ein anderes Integrationsverständnis« und forderte Kirchen wie Kommunen auf, Integration als Teilprozess hin zu einer inklusiven Migrationsgesellschaft zu vermitteln und zu gestalten. Dazu gehöre laut Hohmann die konkrete Arbeit vor Ort, zum Beispiel im vielfältigen Engagement der Kirchengemeinden ebenso wie eine »klare Kante gegen jegliche Form von Rassismus und Fremdenhass«. Ein mögliches Zukunftsmodell sei laut Hohmann eine echte »Kirche in der Vielfalt«, zu der ein immerwährender Prozess der Einübung von partnerschaftlichem Engagement gehöre wie eine verstärkte Gemeinwesenorientierung und der Frage: »Wie bringen wir uns hier vor Ort als Kirche und als Christen ein.«

Im Anschluss an den von langem Applaus der rund 140 Delegierten begleiteten Vortrag vor der Kreissynode des Kirchenkreises Bielefeld diskutierten die Vertreter der Kirchengemeinden in verschiedenen Arbeitsgruppen, wie sie ihr Engagement vor Ort weiter entwickeln können und wollen.