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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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Archiv

17. November 2010

Philipp Melanchthon-Ausstellung zum Reformationstag

Schüler, Lehrer, Liebling Luthers BERGKAMEN - Wenn Luther lobpries "dieser kleine Grieche übertrifft mich auch in der Theologie" und wenige Jahre später gar schwärmerisch bekannte: "Ich würde lieber sterben, als von diesem Mann getrennt zu sein", so mag das als Erklärung dienen, wieso so viele evangelische Gemeindehäuser Melanchthonhäuser heißen. Philipp Melanchthon, 1497 geboren als Philipp Schwartzerdt, lehrte Luther das Griechische, er motivierte ihn, die Bibel in ein dem Volk verständliches Deutsch zu übersetzen. Als Gründer der Lateinschulen steht Melanchthon Pate fürs Gymnasium, und im Melanchthonjahr 2010 widmet die Friedenskirche Bergkamen dem Schüler, Lehrer und Liebling Luthers eine Ausstellung nebst Festvortrag, die passend am Reformationstag standesgemäß im Martin-Luther-Haus eröffnet wurde. Sieben Schautafeln, stimmig aufeinander aufbauend, geben unterhaltsam Melanchthons Leben und Wirken wieder. Tafel 6 ("Melanchthon - Familienvater und väterlicher Mentor") informiert uns über den Privatier: "Er war ein beeindruckend fleißiger Universitätsgelehrter. Einfache Dinge wie Haushalt und Körperpflege vernachlässigte er." Der junge Melanchthon offenbart sich in einem Zitat als eher ehescheu: "Man bittet mich, mich zu vermählen, und hält dies für eine Verbesserung meiner Umstände... wüsste ich, dass ich dadurch nicht in meinem Arbeiten und beim Studieren gestört würde..." Dennoch heiratet er 1520 standesgemäß die Tochter des Wittenberger Bürgermeisters und wirkt ebenso wie Luther in Wittenberg auch reformatorisch: So verfasst der "kleine Grieche" (21-jährig schon eine Professur der griechischen Literatur in Heidelberg) das große Bekenntnis der Reformation, bekannt als "Confessio Augustana". All dies erfahren die Gemeindehausbesucher von Winfried Grieger, der (als Vizevorsitzender der Luther-Haus-Förderer) die Schautafeln zusammengestellt wie auch den Vortrag nebst Diaschau vorbereitet hat. Die (katholische) Ehefrau des früheren Bürgermeisters (und Gemeindehausförderers) Wolfgang Kerak erkennt am Ende der äußerst unterhaltsamen Dreiviertelstunde freudvoll an: "Jetzt weiß ich endlich, was es mit diesem Philipp Melanchthon konkret auf sich hat!" Als der kleine große Reformator 1560 stirbt, hat er, schließt Grieger, "nie Angst vor dem Tod gehabt" - was stilvollendet zu Allerheiligen überleitet. Silvia Rinke