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1906 wurde diese Kirche gebaut, mit Material einer Vorgängerkirche, die auf Haus Reck stand. Die kleine Kapelle liegt schon auf dem Gebiet der Stadt Hamm, das Dorf Lerche ist jedoch Kamener Gemeindegebiet. Eine evangelische Gemeinde gab es hier schon seit 1567, also schon 50 Jahre nach Luthers Thesenanschlag. Ende der neunziger Jahre erhielt die Kirche neue Fenster, die nach Entwürfen des chilenischen Künstlers José Franzesco Correa Lira angefertigt wurden. Die alte und junge Geschichte wird dort sichtbar: Abendmahl und Grubenlampe finden sich gleich nebeneinander auf den Kirchenfenstern. Sichtbare Predigten auf Gemälden aus Glas.

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Archiv

27. Mai 2009

Bündniss für Familien

Haus der Kirche: "Bündnis für Familien" bündelt Kräfte   UNNA.  "Das familienpolitische Gesamtpaket von Dormagen", nicht nur Einzelmaßnahmen wie das "Sozialticket" wünscht sich am Ende des Forums die Stadtkirchenpastorin Barbara Dietrich für den Kreis Unna. Dessen "Bündnis für Familie" erörterte "Kinderarmut - arme Kinder" im Haus der Kirche mit einem besonderen Gast: Heinz Hilgers, dem langjährigen Vorsitzenden des Deutschen Kinderschutzbundes und noch länger als Bürgermeister der rheinischen Stadt Dormagen amtierend. Modellcharakter Das "Dormagener Modell" des Heinz Hilgers, der Sozialarbeit von der Pike auf betrieb und es auch in den Düsseldorfer Landtag brachte, begeisterte denn auch Ute Frank vom "Schwerter Netz", welches seit 2003 insbesondere Diakonie und Caritas der Ruhrstadt zu familienpolitischer Zusammenarbeit führt. Franks Erkenntnis: "Prävention geht, auch finanziell" - denn Dormagen hat trotz Nothaushalt Millionen mobilisieren können. Und deshalb im größten Problembezirk der Stadt die Sprachverzögerung von Kleinkindern von 57 auf unter zwei Prozent herunterfahren können! "Sämtliche Dreijährigen besuchen in Dormagen die Kita", verrät Hilgers eines seiner Erfolgsgeheimnisse. Knackpunkt seien immer wieder Eltern oder Alleinerziehende aus Problemfamilien. Bezirkssozialarbeiter seien für Dauerkontakt in einer vierstufigen "Präventionskette" bis zum Kindes-Alter von 10 Jahren zuständig. Ratlose Mütter würden zur Mitarbeit in Kindergärten gewonnen, um die heimische Erziehung anschließend aktiver zu gestalten.
Hilgers forderte Land und Bund zu stärkerem Engagement von "Kindergrundsicherung" und einer Anhebung des Kindergeldes für das 3. und 4. Kind. "Nach welcher Berechnung benötigt ein Kind nur 60 Prozent des Aufwandes für Erwachsene?", hakte Hilgers nach. Ankommen der Hilfe sicherstellen "Best-Practice"-Beispiele vor Ort zeigten, dass auch im Kreis Unna Fortschritte angestrebt werden. So das "Familienbüro Bergkamen" mit dem neu eingerichteten "Baby-Begrüßungsdienst". Oder der Kinderschutzbund im Kreis Unna, den immer stärker Kinder-Verwahrlosung beschäftigt; ihre Mitarbeiterin Britta Discher: "Wir sind inzwischen der Motor der Vernetzung". Rüdiger Sparbrod, Sozialdezernent des Kreises, verwies auf die neu geschaffenen drei Stellen für "Familienhebammen" und forderte die Rückkehr zum alten "Gutscheine-System", um das Ankommen der Hilfen bei den Kindern sicherzustellen. Gastgeberin Annette Muhr-Nelson, Superintendentin und Vorsitzende des "Bündnis für Familie" im Kreis Unna, lenkte den Blick auf Defizite jenseits materieller Armut und zeigte sich vom Dormagener Vorgehen begeistert, wenn Hilgers einen notwendigen "Runden Tisch" installiert mit der Feststellung: "Da haben wir mal alle Lehrer zusammengeholt." Ulrich Knies