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1906 wurde diese Kirche gebaut, mit Material einer Vorgängerkirche, die auf Haus Reck stand. Die kleine Kapelle liegt schon auf dem Gebiet der Stadt Hamm, das Dorf Lerche ist jedoch Kamener Gemeindegebiet. Eine evangelische Gemeinde gab es hier schon seit 1567, also schon 50 Jahre nach Luthers Thesenanschlag. Ende der neunziger Jahre erhielt die Kirche neue Fenster, die nach Entwürfen des chilenischen Künstlers José Franzesco Correa Lira angefertigt wurden. Die alte und junge Geschichte wird dort sichtbar: Abendmahl und Grubenlampe finden sich gleich nebeneinander auf den Kirchenfenstern. Sichtbare Predigten auf Gemälden aus Glas.

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Archiv

14. Dezember 2006

Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder

Jona-Haus: Verwaisten Eltern helfen, die Erinnerung auszuhalten  

UNNA - Vielfarbig brannten die Kerzen im Jona-Haus an der Eichenstraße in der Gartenvorstadt - dieses Mal nicht aus adventlichem Anlass. Sie standen für die Namen von Maja und Pascal und weiterer anderthalb Dutzend Kinder aus der Unnaer Region: Junge Menschen, deren Leben im ablaufenden Jahr viel zu früh zu Ende gegangen war. An ihren Eltern und Geschwistern, die im Jona-Haus zur Erinnerungsfeier zusammen gekommen waren, sind die Spuren schwerer Wochen und Monate hängen geblieben. Tränen verschaffen sich freien Lauf, als die Namen noch einmal von Carla Bieling (Ambulanter Hospizdienst) vom Altarraum aus verlesen werden. Mehrere von ihnen gehören zur Trauergruppe "Verwaiste Eltern", die Pfarrer Helmut Schwalbe monatlich im Auftrag des Kirchenkreises betreut. Am zweiten Dezembersonntag reihen sie sich in den "Worldwide-Candle-Lightning-Day" ein: die Kerze aus dem Jona-Haus wird abends auf der heimischen Fensterbank weiterleuchten. Durch die Zeitzonen wandert auf diese Weise 24 Stunden lang eine besondere Lichterkette um den Globus. "Stark und tapfer sein", so gab es Martina Dinklage, Gemeindehelferin im katholischen Pastoralverband, den Trauernden mit auf den Weg, bedeute nicht, sich abzulenken, sondern "die Erinnerung aushalten lernen". Helmut Schwalbe verband mit dem Licht von Osterkerzen die Hoffnung auf Auferstehung und Geborgenheit beim Schöpfer. Helga Henz-Gieselmann, Seelsorgerin an den Krankenhäusern, gab den Weihnachtsbrauch der Familie Bonhoeffer aus dem Jahr 1918 weiter: des bekannten Theologen Dietrichs Bruder Walter war in der Endphase des 1. Weltkrieges jung gefallen. Am Heiligabend schnitten seine Angehörigen aus dem Weihnachtsbaum einen Ast mit Lametta und Kerze heraus, um auf Mutters Wunsch hin "hinüberzugehen" - auf den Ortsfriedhof, um Walter mit dem Zweig im Familienkreis mitfeiern zu lassen - und so auch die Jahre darauf. Zahlreiche Menschen in ähnlicher Situation hätten dieses trostspendende Ritual seitdem übernommen. Besinnliche Musik, Lieder wie "Ob Gott den bunten Schmetterling wohl vermisst?" und die "Irischen Segenswünsche" leiteten zum Beieinanderbleiben der Betroffenen an der Kaffeetafel im Jona-Haus über. (Knu)
Leben mit dem Tod eines Kindes: "Verwaiste Eltern"
"Wir treffen uns regelmäßig zum gemeinsamen Tragen unserer Trauer über die eigenen Kinder. Ein Kind vor der Zeit begraben zu müssen, gehört zu den schlimmsten Erfahrungen, die einem Menschen zugemutet werden", erklärt Helmut Schwalbe. Motorrad-Unfall oder Drogentod, Suizid aus Verzweiflung oder als Grippe verkannte Hirnhautentzündung, ein nicht heilbarer Tumor oder der rätselhaft bleibende plötzliche Tod eines Kindes: "In der eigenen Trauer tut die Gemeinschaft mit anderen Betroffenen gut."   Die nächsten Treffen der neuen Gruppe "Verwaiste Eltern" sind an folgenden Terminen um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum "Jona-Haus", Eichenstr. 1, Unna (Gartenvorstadt): Mittwoch 17. Januar 2007 und Mittwoch, den 7. Februar 2007. Information bei: Pfarrer Helmut Schwalbe, Tel. 0 23 03 /8 34 90, Pappelweg 46 in 59423 Unna.  (tn)