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Ev. Kirche Heeren-Werve Die Anfänge der denkmalgeschützten Dorfkirche liegen im 14. Jahrhundert. Besonders auffällig sind die „Heerener Giganten“, zwei Skulpturen im Seitenschiff, die der hiesige Künstler Dietrich Worbs aus wuchtigen Baumstämmen gestaltet hat („Familie in Gottes Hand“ sowie sieben biblische Szenen in einem Stamm). Von der bewegten Geschichte der Kirche erzählen u. a. die Totenschilder der Kirchenpatrone (bis 1950 Patronatskirche der Grafen von der Recke bzw. von Plettenberg), die Kopfkonsolen als Gewölbestützen sowie das bis heute einwandfrei funktionierende Uhrwerk der Kirchturmuhr von 1910. Sehenswert sind auch die Chorraumfenster mit Motiven aus der Weihnachts-, Oster- und Pfingstgeschichten. Musikinteressierte mögen sich an der Walcker-Orgel erfreuen, die vom weltberühmten Organisten Wilhelm Middelschulte und seiner Familie 1910 gestiftet wurde.

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Archiv

01. Dezember 2006

"Und raus bist Du!"

Gegen Ausgrenzung: "Ökumenische Friedensdekade"

UNNA -  Gegen "Ausgrenzungen" hat Superintendentin Annette Muhr-Nelson die evangelischen Gläubigen am "Volkstrauertag" in der Unnaer Stadtkirche aufgerufen. Der Gottesdienst ist Bestandteil der "ökumenischen Friedensdekade" mit dem Motto "Und raus bist Du!", die am Buß- und Bettag, mit einem auch musikalisch ausgestalteten Gottesdienst der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)" endete. Die theologische Leiterin des Kirchenkreises Unna gründete auf einen neutestamentlichen Galater-Text ihren Appell, "Gottesdienst nicht nur am Sonntag zu feiern, sondern in den Alltag zu tragen" wie es Diakonie und andere vorbildlich täten. Christen hätten eine "Bürgerpflicht" hinzusehen, wo Ausgrenzungen drohten. Nach den Sommerwochen mit der großen Fußball-WM-Harmonie frage man sich heute erschrocken, woher der Rassismus wieder in deutsche Stadien eingezogen sei und warum Rechtsextremismus erneut im Kommen sei. Ein westfälisches Sozialforschungsinstitut habe beunruhigende Ergebnisse zur Ausländer-Wahrnehmung vorgelegt: zudem finde mehr als jeder Fünfte, dass "Juden zuviel Einfluss" hätten, jeder Dritte möchte keine Homosexuelle in der Öffentlichkeit sehen. Zwei Aspekte verschärften, so Muhr-Nelson, solche Zahlen über unser Land: einmal sei vor vier Jahren zu denselben Fragen weniger "intolerant" geantwortet wurden. Das zweite Phänomen: religiös aktive Menschen fanden sich zu noch größeren Anteilen unter denen, die auf Ausgrenzung bedacht seien. Eine Teil-Antwort fand die Superintendentin in der jüngsten sozialen Entwicklung, welche die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergehen lasse, vermehrt Menschen das Ergebnis "Und raus bist Du!" beschere und diese zu oft kurzsichtiger Sündenbock-Suche veranlasse. Die "Friedensdekade", die in diesem Jahr auch außenpolitische Themen wie das Landminen-Verbot umfasst, geht auf einen Brauch zurück, den vor der Wende vor allem DDR-Kirchen pflegten: ein Engagement für Friedens-Ziele konnte die DDR-Führung nicht gut unterbinden.Sie unterstützt heute die neueren Tendenzen hiesiger Gemeinden, am "Volkstrauertag" nicht nur der deutschen Gefallenen zu gedenken, sondern etwa an "Russengräbern" mancher Friedhöfe für die Ächtung jeglicher Gewalt einzutreten. U. Knies-Dugué