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Die Dellwiger Kirche steht auf dem Ahlinger Berg in Mitten der Ortschaft Dellwig seit nunmehr 1000 Jahren. Damals gründete die Kath. Kirchengemeinde Menden auf dieser Seite der Ruhr eine Tochtergemeinde, für die ein fester Turm errichtet wurde, der auch als Wehrturm diente. Patron der Kirche war der Hl. Laurentius. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche immer mehr erweitert. Im 12. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff in der heutigen Form erbaut, das 1510 den Chorraum als Abschluss erhielt. Eine grundlegende Umgestaltung erfuhr das Innere der Kirche 1960 und 1992 bei einer weitere Renovierung seine heutige Gestalt. Aus der langen Reihe der Dellwiger Pfarrer ist Friedrich von Bodelschwingh besonders zu erwähnen. Er kam 1863 aus einer Pfarrstelle in Paris mit seiner Ehefrau Ida nach Dellwig. Die vier Kinder des Pastorenehepaares starben im Januar 1869 an Diphterie und sind auf dem benachbarten Friedhof beerdigt. . 1872 folgte von Bodelschwingh dem Ruf nach Bethel bei Bielefeld. Dort baute er als Leiter die Diakonische Anstalt für Epilepsiekranke und Nichtsesshafte auf.

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13. Januar 2021

70 Jahre für die Jugend aktiv

Mit Gesang und Gitarrenmusik begleitete Christa Gütschow (l.) zusammen mit Pfarrer Johannes Doering (r.) unter anderem die Kinderbibelwoche 2019.

Christa Gütschow (82) begann mit 12 Jahren ihr Engagement im Kindergottesdienst

Singend mit der Gitarre in der Hand oder beim gemeinsamen Basteln, so haben viele Kinder Christa Gütschow kennengelernt. Sie ist ein Urgestein der Ev. Kirchengemeinde Unna und bereits seit 70 Jahren ehrenamtlich tätig. Vor allem die Kindergottesdienste und Kinderbibelwochen der Gemeinde hat sie mitgestaltet und geprägt.

„Sie hatte und hat immer eine Idee für Bastelarbeiten und die Aufgaben mit so viel Liebe vorbereitet“, schwärmt Pfarrer Johannes Doering. Seitdem er die Zuständigkeit für die Kindergottesdienste in der Kirchengemeinde übernommen hat, arbeitet er mit Christa Gütschow zusammen. Zusammen habe man viele Ideen geschmiedet, neue Gottesdienstformate entwickelt und kreative Formen für biblische Geschichten entworfen. Beeindruckend sei ihr natürlicher und unkomplizierter Zugang zu Kindern, schwärmt Pfarrer Doering ein wenig. Bewundert hat er auch ihr zeichnerisches Talent. Mit ihrer Schönschrift, der Kalligrafie, habe sie sogar die Einladungskarten mit der Hand geschrieben.

Die heute 82-jährige Christa Gütschow kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. Als sie 12 Jahre alt war, wurde sie von Diakonisse „Schwester Else“ gefragt, ob sie bei den Kindergottesdiensten helfen wolle. „Ich war so schüchtern“, erzählt Gütschow und trotzdem habe sie zugesagt. So erzählte sie den Kindern anfänglich die biblischen Geschichten. Das habe ihr viel Spaß gemacht, so dass sie dabeiblieb. Zu ihren Höhepunkten gehörten auch die Kindergottesdienste an verschiedenen Orten, unter anderem auf einem Bauernhof, in den Katakomben der Lindenbrauerei oder in der Weihnachtsbäckerei Muhr. Auch an Kindergottesdienst-Gesamttagungen in Kiel, Nürnberg und Stuttgart hat sie teilgenommen sowie alle Kinderbibelwochen der Gemeinde, von 1984 bis heute, begleitet.

Viele Veränderungen hat sie in den Jahren miterlebt, aber auch viele Pfarrer/-innen kennengelernt. Mit Pastor Hans Martin Schlemm, Pfarrer Jürgen Düsberg und zuletzt Johannes Doering habe sie die meiste Zeit zusammengearbeitet. Auch heute noch hat sie Kontakt zu vielen Mitarbeitenden und natürlich den Kindern, die inzwischen eigene Kinder oder gar Enkel haben.

„Mein Schwerpunkt lag immer bei der Bastelarbeit und der Musik“, beschreibt die Seniorin. So hat sie auch die erste Kinderbibelwoche, die noch im alten Lutherhaus stattfand, mitgestaltet. „Die Kostüme wurden damals auch alle selbst genäht, viele davon gehören noch heute zu den Requisiten“, erinnert sich Gütschow. Auch viele Einladungskarten habe sie mit ihrer Schönschrift geschrieben. Schon in der Schule hatte sie ein besonderes Talent für die Kalligrafie, so dass ihre damalige Lehrerin erst skeptisch war: „Vor ihren Augen musste ich in Schönschrift schreiben, erst dann war sie überzeugt.“ Ihr Zeichentalent brachte sie auch beruflich weiter. Viele Jahre war sie als Technische Zeichnerin bei Siemens tätig. Auch hier schrieb sie mit ihrer Schönschrift zahlreiche Urkunden und Glückwunschkarten.

130 Jahre Kindergottesdienst
Etwa seit 1880 kamen in Unna immer sonntags Kinder zur sogenannten Sonntagsschule zusammen. Damals traf man sich noch in einem Klassenraum der Heilig-Geist-Schule. Zum Trinitatisfest 1890 wurde in der Ev. Stadtkirche zum ersten Mal Kindergottesdienst gefeiert, den Pastor Friedrich von Velsen hielt. Er war von 1888 bis 1923 Pfarrer in Unna und von 1890 bis 1906 Kindergottesdienstleiter.
sd