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Die Kirche wurde ab 1230 als Klosterkirche eines Zisterzienserinnenklosters gebaut. Sie war von Anfang an mit dem märkischen Grafengeschlecht von Altena verbunden und wurde als Grabeskirche genutzt. Das Kirchenschiff selber wurde damals vom „normalen“ Volk genutzt. Der Bereich unter der Empore wurde lange als eine Art Krypta ausgewiesen. Hier fanden z.B. einige Grafen von der Mark, aber auch Äbtissinnen ihre letzte Ruhestätte (z.B. Graf Otto – 1262, Graf Engelbert – 1391). Nach gut 200 Jahren Klostertätigkeit wurden die Klosterregeln allmählich aufgegeben. Die Einrichtung wurde zu einer Versorgungsstätte für Töchter des südwestfälischen Hochadels. Der Marienaltar im Seitenschiff der Stiftskirche ist in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist um 1400 entstanden und wird Konrad von Soest zugeschrieben. Er erzählt einen Marienzyklus und setzt damit kirchliche Legendenbildung und biblisches Material in Farbe um. Der Reichsadler auf dem Altar mit den Initialen FR für Friedericus Rex (Preußenkönig Friedrich) erinnert an die Fürsorgeflicht Preußens gegenüber der Stiftskirche seit der Säkularisation von 1803. Die Kirche gehört bis heute dem Land Nordrhein-Westfalen in der preußischen Rechtsnachfolge.

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Archiv

03. Juni 2019

Rolle vorwärts

Samule Koch ist der nächste Gast auf der Kamener Kanzel.

Samuel Koch auf Kamener Kanzel

Samuel Kochs Schicksal bewegt, obwohl er sich nicht bewegen kann: Der bekannteste Rollstuhlfahrer Deutschlands ist vom Hals abwärts gelähmt. Sein Kopf jedoch funktioniert noch gut. Er kann denken und fühlen. Und er kann hoffen, erzählen und Theater spielen. So wird man ihn am 3. Oktober in der Pauluskirche Kamen (19 Uhr) im der Reihe „Kamener Kanzel“ erleben können.

Authentisch, nachdenklich und zugleich humorvoll reflektiert er über seine Erfahrungen vor, während und nach dem Unfall bei „Wetten, dass…“. Vertraut und sehr persönlich tauscht Samuel Koch Gedanken über das Risiko, die Freiheit und seinen Glauben aus. Ein Abend mit ihm ist eine Einladung, ein gesundes Bewusstsein für die essentiellen Dinge des Lebens zu entwickeln.

Auf der Bühne ist er nicht allein. Koch, selbst mittlerweile Schauspieler am Nationaltheater Mannheim, bringt die Musiker Mirjam Thöne, Gesang, und Dirk Menger am Piano mit, um gemeinsam diesen Abend zu gestalten. Gerne nimmt er auch Kontakt mit den Besuchern auf.

Die „Kamener Kanzel“ ist seit 2011 Ort und Veranstaltungsform für Lesungen oder Vorträge. Die Ev. Kirchengemeinde Kamen und der Ev. Kirchenkreis Unna laden dazu Gäste ein, die in die Kirche elementare Themen des Lebens wie Glück, Leid oder Abschied mitbringen. Vorige Gäste waren u.a. Dunja Hayali, Hellmuth Karrasek oder Christine Westermann. Der Vorverkauf für die Karten für den 3.10.2019 beginnt am 11. Juni. Karten sind erhältlich im Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde Kamen, Schwesterngang in Kamen oder im Haus der Kirche, Mozartstr. 18-20 in Unna und kosten 10 Euro.

Samuel Koch: Jahrgang 1987. Ehemaliger Kunstturner. Nach einem Unfall 2010 vom Hals abwärts gelähmt, legte er 2014 als erster Rollstuhlfahrer das Schauspieldiplom ab. Aktuell ist er als Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim engagiert und wirkte in verschiedenen Filmen und TV-Serien mit. Er unterstützt diverse Organisationen wie die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) und die internationale Rückenmarksforschung „wings for life“ u.v.a. Im Sommer 2016 heiratete er seine Schauspielkollegin Sarah Elena Timpe. Seine Bücher „Zwei Leben“, „Rolle vorwärts“ und „Stehaufmensch“ wurden alle Bestseller.