Informationen
zum Hintergrund-
bild - bitte klicken
Sie hier.

Im Bild

Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863.

Zurück zur Seite

Archiv

22. Juni 2016

Konzeption bekommt 70 Gesichter

Mit der Wahl von Christian Bald zum Assessor (2.v.r) ist der Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises wieder komplett.

Kirche wird immer auch sichtbar durch die Menschen, die sich engagieren, die sie gestalten und verantworten. Der Kirchenkreis Unna hat auf seiner Tagung der Kreissynode Menschen gefunden, die dies in den nächsten Jahren in Ausschüssen und Gremien übernehmen. Insgesamt 118 einzelne Posten kamen so zusammen, etwa 70 Personen aus den Gemeinden und den Arbeitsbereichen des Kirchenkreises wurden in Kamen gewählt.

Mit am meisten Spannung erwartet war die Wahl zum Assessor. Nachdem der ehemalige Assessor Hans-Martin Böcker im letzten Jahr zum Superintendent gewählt wurde, war die Stelle vakant. Mit einer Stimme Mehrheit wurde Pfarrer Christian Bald vor Pfarrer Christoph Maties aus Bergkamen nun in das zweithöchste Amt im Kirchenkreis gewählt. Bald ist Pfarrer in der Ev. Kirchengemeinde Holzwickede und Opherdicke und hatte bereits bei der Wahl zum Superintendenten im letzten Jahr kandidiert.

Zukünftig werden Pfarrer Volker Jeck aus der Gemeinde Hemmerde-Lünern, Susanne Baumert aus Methler, Annelie Richwin-Krause aus Fröndenberg und Rosemarie Großpietsch aus Bergkamen die Interessen des Kirchenkreises auf der Landessynode der Ev. Kirche von Westfalen vertreten. Mit der Umstrukturierung der Arbeit im Kirchenkreis in sieben Arbeitsbereiche galt es auch, die hierfür zuständigen Fachausschüsse zu besetzen. Dort sitzen Haupt- und Ehrenamtliche aus den Arbeitsfeldern und koordinieren und initiieren die inhaltliche Arbeit des Kirchenkreises und der Gemeinden. So beschäftigt sich ein Ausschuss mit Gottesdienst, Kirchenmusik und Kultur oder mit Seelsorge und Beratung, ein anderer mit Mission und Ökumene oder mit diakonischen Fragen. Die Bildungsarbeit und Belange von Kindern, Jugendlichen und Schule sind in weiteren Fachausschüssen zusammengefasst. Schließlich ist da noch der Ausschuss für Kindergartenarbeit.

Pfarrstellen regional planen

Einen Überblick über die Pfarrstellenplanung gab Verwaltungsleiter Thomas Sauerwein. Er wies auf die Notwendigkeit hin, die pfarramtliche Versorgung in Zukunft über die Gemeindegrenzen der jeweils betroffenen Kirchengemeinde hinweg zu planen. Als zukünftige Planungsgröße hierfür soll die jeweilige Region gelten. Der Kirchenkreis startet einen Prozess, der die Planung des Einsatzes von Pfarrerinnen und Pfarrern bis 2020 regeln soll. Erste Auswirkung für eine gemeindeübergreifende Regelung ist die Ausweitung der vakanten Stelle in der Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen: Mit einem Anteil Schulunterricht und einer Sonderfinanzierung beschloss die Synode, dass aus der zurzeit halben Stelle eine ganze Pfarrstelle wird. Diese kann dann demnächst wiederbesetzt werden.

Kirche – da bin ich gerne

Alle Gemeinden hatten, wie im zweijährigen Turnus üblich, einen Bericht über ihre Arbeit eingereicht. Superintendent Böcker fasste diese zusammen und würdigte die Anstrebungen der Gemeinden, dass Menschen gerne dort sind. Besonderen Blick legte er auf die Engagierten, die Hochverbundenen, denn, so Böcker: „Ohne sie würde auch heute hier keine Kaffeetasse stehen, und ohne sie gäbe es auch keine Werbung für die noch Unentschlossenen oder am Rande Stehenden.“

Zwei landeskirchliche Stellungnahmeverfahren der Westfälischen Landeskirche wurden behandelt: so spricht sich Kreissynode Unna für die Änderung der Altersgrenze von Presbytern aus. Zurzeit scheiden diese mit Erreichen des 75ten Lebensjahres aus dem Leitungsgremium aus, begrüßt wird nun der Verbleib bis zu den nächsten Wahlen. Zweitens hat die Kreissynode die mögliche Änderung der Amtsbezeichnung der Präses der Ev. Kirche von Westfalen in Bischöfin abgelehnt.

Mehr Unterstützung angemahnt

Die Kindertagesstätten benötigen in Zukunft mehr finanzielle Unterstützung. Die Träger (im Kirchenkreis sind dies vier Gemeinden und das Kindergartenwerk) müssen stetig höhere Eigenleistungen bringen. Der Kirchenkreis wird daher bei der Landeskirche beantragen, die Mehreinnahmen durch höhere Kirchensteuerergebnisse an die Kirchenkreise und Gemeinden weiterzugeben.

Letztmalig auf der Synode war der zuständige theologische Dezernent der Landeskirche Kirchenrat Gerhard Duncker. Der ehemalige Hemmerder Pfarrer erhielt als Abschiedsgeschenk einen Gutschein für eine Torte, natürlich von einem Bäcker in seiner ehemaligen Wirkungsstätte.

Solidarität und Engagement

Frauen im Pfarramt – was bei uns seit 40 Jahren Teil evangelischer Selbstverständlichkeit ist, wurde jüngst in der Lutherischen Kirche Lettlands widerrufen. Dort beschloss die Synode, keine Frauen mehr im Pfarramt zuzulassen. Die Pfarrerinnen des Kirchenkreises zeigten sich mit ihren lettischen Kolleginnen solidarisch und versammelten sich zum Gruppenfoto, das samt einer Resolution als Protest gegen diese Entscheidung nach Lettland geschickt wird.

Im Eröffnungsgottesdienst in der Pauluskirche rief Pfarrer Michael Niggebaum in seiner Predigt die Synodalen auf: „Bringt Eure Welt in Erstaunen, in dem nicht die Angst, sondern die Hoffnung Eure Handeln bestimmt.“ Dies gelte sowohl für das Handeln in der Gemeinde wie auch im Engagement in der Gesellschaft. Passend dazu wurde Joel Zombou im Gottesdienst begrüßt, er ist der neue Koordinator für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis.
Wer, wenn nicht die Kirchen, könnten in unserer Gesellschaft Menschlichkeit und Sorge für die Menschen sicherstellen? Bürgermeister Hermann Hupe aus Kamen betonte in seinem Grußwort, dass es wichtig sei, als Kommunalgemeinde und als Kirche gemeinsam gegen alle Ausgrenzung einzustehen: „Dort, wo anders durch besser und schlechter ersetzt wird, müssen wir uns entgegenstellen. Da stehe ich an ihrer Seite und bin dankbar dafür, sie an meiner Seite zu wissen.“