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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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Archiv

16. Juli 2010

Fachtag im Haus der Kirche für mehr Väterarbeit in Kindergärten

Juchzend auf die Kanzel  UNNA.  Das innere Kind rauslassen. Bei der Kirchen-Rallye juchzend auf die Kanzel klettern, "das sollten Sie natürlich vorher mit dem Pfarrer absprechen", schränkt Dirk Heckmann ein. Gemach: Als Männerbeauftragter des Kirchenkreises Unna ermuntert er Männer nachdrücklich dazu, (wieder) Kind zu sein. Im Sinne ihrer Kinder und ihres eigenen Vater-Seins. Vaterschaft im Kindergarten ist Heckmanns Steckenpferd, und so lud er jetzt zum Fachtag im Haus der Kirche mehr als 40 Erzieherinnen und Erzieher ein. "Kindergärten sind Kinder- und vor allem Frauenräume", weiß Dirk Heckmann. "Der Mann an sich fühlt sich dort nicht wirklich wohl. Fast ausschließlich Frauen arbeiten hier, gestalten die Räume und prägen die Struktur." Dennoch müssen Väter im Kindergarten ihre Nischen finden; "denn Kinder, vor allem Jungs, brauchen männliche Vorbilder. Und die Vaterschaft ist ein wertvolles Gut für Männer, das gelebt werden muss." Doch wie? Da sprudelt Heckmann über vor Ideen."„Das innere Kind rauslassen bedeutet, sich zu fragen: Was habe ich als kleiner Junge selbst gerne gemacht? Was möchte ich jetzt meinem Kind vermitteln?" Die Erlebnispädagogik bietet einen unerschöpflichen Fundus. "Väter spielen mit ihren Kindern das Mittelalter nach, werden zu Rittern und Edelleuten. Cowboy und Indianer!" Oder: "Spielerisch kreativ werden - ich habe z.B. ein Vater-Kind-Festival zur Kulturhauptstadt gemacht." Die Religionspädagogik bietet ebenfalls vielerlei Ansätze. "Weihnachtskrippen basteln", schlägt Heckmann vor. "Einen Pilgerweg mit den Kindern gestaltet, spielerisch als Schnitzeljagd auf der Jagd nach biblischen Texten. Werken. Sie müssen gucken." Heckmann wendet sich an die 40 TagungsbesucherInnen, meist weiblich, siehe oben, "welche Väter haben Sie vor Ort in den Kindergärten, welche haben welche Vorlieben?" Für sehr wichtig hält er Massagespiele; "so genannte Pizza-Massagen", einige in der Erzieherinnenrunde nicken eifrig, das kennen sie: "Da entsteht unheimlich viel Nähe zwischen Vätern und Kindern", weiß Heckmann. Diese Nähe kann man bestens mit nach Hause nehmen, "eine wunderschöne Sache vorm Insbettgehen." Bei allen Vater-Kind-Projekten ist es "wichtig, dass was dabei rauskommt - was Handfestes, das man zu Hause ins Regel stellen kann." Mal nüchtern. "Männer zwischen 40 und 60 stellen die finanzielle Basis unserer Kirche", unterstreicht der Männerbeauftragte. "Ich finde, wir müssen denen auch ein Angebot machen. Ich nehme auch ganz selbstbewusst andere Preise: Väter, die in der Kirche sind, kriegen bei Veranstaltungen von mir grundsätzlich Rabatt." Und theologisch unterfüttert: durch das Vaterunser. "Dies verpflichtet uns als Kirche ja geradezu dazu, am Vater-Bild in der Gesellschaft zu arbeiten." Silvia Rinke