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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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30. September 2009

Zu Besuch bei Freunden

Kirchenkreisdelegation: Zurück aus Weißrussland UNNA.    Im Oktober werden es 15 Jahre. So lange pflegt der Kirchenkreis Unna schon freundschaftliche Beziehungen zu Vilejka, einer kleinen Stadt in Weißrussland (Belarus), erinnert sich Udo Ruppenstein, der damals die erste Hilfsgüterlieferung ins Rollen brachte. Seitdem haben immer wieder bis unters Dach mit Lebensmitteln, Kleidung, Papier oder Spielzeug gefüllte Transporter den über 1700 Kilometer weiten Weg nach Belarus genommen. Regelmäßig steht aber auch der gegenseitige Austausch auf dem Programm. Im Rahmen des diesjährigen Besuchs, führte die Delegation aus Unna unter Leitung von Superintendentin Annette Muhr-Nelson, wieder intensive Gespräche mit Schuldirektor Nicolai Giro, dem Vorsitzenden des Kinderkomitees sowie Vertretern örtlicher Hilfsorganisationen und sozialen Einrichtungen. "Wir haben uns über die aktuelle humanitäre, politische und wirtschaftliche Lage vor Ort eingehend informiert", erklärt Thomas Sauerwein, Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Unna, ein wichtiges Ziel dieses neuntägigen Besuchs in Vilejka. "Die Begegnung mit den Menschen dort hat bei uns tiefe Spuren hinterlassen: die große Gastfreundschaft und herzliche Aufnahme bei Gastfamilien wie Gesprächspartnern war beeindruckend", beschreibt Verwaltungsleiter Thomas Sauerwein, der zum ersten Mal Weißrussland besuchte, seine Eindrücke. "Die Natur und unendliche Weite sind ein riesiger Schatz, dazu ist es ein Land im Aufbruch!", fasst Sauerwein zusammen. "Es wäre natürlich wünschenswert, wenn auch mehr demokratische Elemente Einzug in die Politik des Landes nehmen würden", weiß man im Kirchenkreis um die Nöte einer aus westlicher Sicht diktatorisch geführten Gesellschaft. Besuch der Gedenkstätte gegen den Krieg Die Gruppe um Annette Muhr-Nelson besuchte auch die 60 Kilometer nordöstlich von Minsk gelegene Gedenkstätte, die an das Massaker im Dorf Chatyn erinnert. Ein Dorf, das heute auf keiner noch so ausführlichen Landkarte zu finden ist. Das kleine Örtchen mit seinen damals 26 Häusern wurde am 22. März 1943 samt der 156 Einwohner, darunter 76 Kinder, von einem SS-Kommando gnadenlos niedergebrannt. Nur vier Einwohner überlebten. Außerdem erinnert die Gedenkstätte an die 66 Konzentrationslager auf weißrussischem Boden. An der Gedenkstätte Chatyn, einem schon international bekannten Denkmal gegen den Krieg, legte die Unnaer Gruppe einen Kranz nieder. Annette Muhr-Nelson machte deutlich, dass der Gruppe der Versöhnungsauftrag und das notwendige Sich-Erinnern ein sehr wichtiges Anliegen ist. Belarus ist ein Land im Aufbruch: an vielen Stellen konnten die Delegationsmitglieder aus Unna kleine Fortschritte im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung erkennen. Aber auch die Kehrseite der Medaille: die Landflucht nimmt inzwischen problematische Formen an. In vielen kleineren Dörfern und Orten leben fast nur noch ältere Menschen, kaum noch Kinder. Und bittere Armut ist ebenso an vielen Stellen deutlich sicht- und spürbar. Die jungen Leute zieht es in die größeren Städte, um so ihre Lebens- und Berufsperspektiven zu verbessern, während die Lebens- und Versorgungsbedingungen für die Alten immer schlechter werden. "Das ist eine besondere Herausforderung an uns!", unterstreicht Detlef Maidorn, Geschäftsführer des Jugendpfarramtes, dass weitere Hilfe nötig ist. "Bei allem Schönen, das wir dort erlebt haben, brauchen die Freunde dennoch weiterhin unsere Unterstützung, weil die Not in großen Teilen der Bevölkerung immer noch ein Problem ist", begründet die Superintendentin die jetzt gefasste einhellige Entscheidung, wieder einen Hilfsgütertransport nach Vilejka zu organisieren. "Wir bitten vor allem um Geldspenden, um die hohen Transportkosten decken zu können", schließt sich Detlef Maidorn, dem Aufruf der leitenden Geistlichen zur aktiven Mithilfe an.  Spenden werden erbeten auf das Konto-Nr. 3939, bei der Sparkasse Unna (BLZ 443 500 60 ) Stichwort "Vilejka". tnTonino Nisipeanu