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Ev. Kirche Opherdicke: Das Bauwerk auf der Höhe des Haarstrangs stammt nicht aus einer einzigen Bauperiode, viele Jahrhunderte haben ihre Spuren hinterlassen. Das hochromanische Langhaus mit dem einzigen Seitenschiff im Norden und dem Querhaus mit Apsis im Osten entstand 1120 bis 1150. In den Jahren 1868 bis 1870 erfolgte eine Erweiterung nach Osten durch Hinzufügen eines weiteren Jochs zum Querhaus. Der quadratische Turm stammt mindestens aus dem frühen 12. Jahrhundert und hat eine Höhe von ca. 30 Metern. Von 1982 bis 1984 wurde die Ev. Kirche umfangreich saniert. Anschrift: Unnaer Straße 70, 59439 Holzwickede-Opherdicke Öffnungszeiten: April bis Oktober, dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr

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Archiv

30. April 2009

Ausstellung "DU gehst MICH an": Christen und Juden in Westfalen

UNNA.   Auf über 7000 ist die Zahl jüdische Bürger in Westfalen wieder angewachsen - rund ein Viertel der Vor-Nazi-Zeit. Synagogen sind landauf, landab neu entstanden, wie etwa 2008 in Bielefeld durch Umwidmung einer evangelischen Kirche - und wie bald wohl auch in Unna für die neue Gemeinde "ha Kochaw" (Stern). Elf Gesellschaften für Christlich-jüdische Zusammenarbeit versuchen neue "Geschwisterlichkeit" zu erzeugen. Diesen neuen Weg des Dialogs und der Gemeinsamkeit sucht eine von der evangelischen Landeskirche initiierte Ausstellung "DU gehst MICH an" zu unterstützen. Auf dem Einladungsplakat stehen sich zwei Gesichter gegenüber, die durch einen hebräischen und einen deutschen Text der Schöpfungsgeschichte gebildet werden. Bis zum 8. Mai ist die Wanderausstellung  in Unna in der Bürgerhalle des Rathauses zu sehen  -  "dort, wo  jüdisches Leben hingehört - mitten in der Stadt", wie die Eröffnungsredner übereinstimmend betonten: außer Bürgermeister Werner Kolter die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Unna, Alexandra Khariakova, Superintendentin Annette Muhr-Nelson  sowie Georg Birwer von der katholischen Katharinengemeinde. Letztere gehören zusammen mit Landrat Makiolla, Stadtwerke-Unna-Chef Jänig und dem Landtagsabgeordneten Kuschke  auch dem veranstaltenden Förderverein der Unnaer jüdischen Gemeinde an, der im Übrigen weitere Mitstreiter sucht. Mit Texten von Rebecca Horn und Franz Rosenzweig, mit Bibelzitaten, aber auch dem Bericht der 14jährigen Helga Ravn, die 1938 in Westfalen die Reichspogromnacht erlebte, führten drei Schülerinnen aus dem Religionskurs von Edzard Krückeberg (Geschwister-Scholl-Gymnasium) in die Aussagen der Ausstellung ein. Violin-Musik der russischstämmigen Tamara Haas sowie hebräische Lieder, darunter das Gospel "Lasst mein Volk ziehen", vorgetragen vom zehnköpfigen Kinderchor der jüdischen Gemeinde, schufen für den großen Zuhörerkreis eine andachtsvolle Atmosphäre. Die Ausstellung ist übersichtlich in vier auch farblich unterschiedene Teile gegliedert: Leben der Juden in Westfalen vor der Shoah, sodann die so leidvolle Shoah-Periode, drittens der Neubeginn eines Dialogs, speziell in Westfalen, und schließlich die Perspektiven, etwa: wie gehen wir gemeinsam mit dem Staat Israel um? Jetzt ist eine fünfte Tafel angegliedert: sie berichtet aus dem Leben von Unnas neuem jüdischen Kulturverein "Stern" und der noch jüngeren gleichnamigen Gemeinde. Symbolisch, wo diese erste räumliche Aufnahme fand: im katholischen Altersheim Bonifatius, ehedem "Israelitisches Altersheim für Westfalen". Ebenso dankbar aufgezeigt von Alexandra Khariakova die Hilfeleistungen der evangelischen Seite, so von der Gemeinde Fröndenberg und dem Kirchenkreis Unna.  Ulrich Knies