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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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09. Juni 2008

Liebesgedichte in der Bibel

Schülergruppe: "Voll krass wie die Bibel über die Liebe redet!" UNNA.  Liebesgedichte sind uralt. Wenn Jugendliche heute ihre Liebe ausdrücken, schreiben sie eine SMS auf dem Handy. In der Kürze liegt die Würze: "Kann ich auch wenig schreiben, so denk ich nur an dich. Diese Mail soll Liebe zeigen, mein Schatz: ICH LIEBE NUR DICH!" Und dann kommt die ganz kurze SMS zurück: "ILD". "Liebesgedichte sind wie Kunstwerke", sagt Pfarrer Hartmut Hegeler, seines Zeichens Bezirksbeauftragter des Kirchenkreises Unna für den Religionsunterricht an Berufskollegs. "Gedichte tun einfach der Seele gut, ob selbst geschrieben oder geschenkt bekommen. Sie können einen aufheitern oder zum Nachdenken inspirieren."  Wenige Menschen ahnen, dass es schöne Liebesgedichte in der Bibel gibt. Als seine Schüler in der Bibel stöberten, erzählt Hartmut Hegeler, fand ein Mädchen das Hohelied der Liebe von Salomo. "Ich glaube es nicht, was hier steht!" rief Claudia: "Nachts lieg ich auf dem Bett und kann nicht schlafen. Ich sehne mich nach ihm und suche ihn, doch nirgends kann mein Herz den Liebsten finden. Er küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn deine Liebe ist lieblicher als Wein." Schnell schlugen die anderen Jugendlichen diese Bibelseiten auf. "Na, das wird dich trösten: da hatte schon damals jemand furchtbaren Liebeskummer: 'Er erquickt mich mit Traubenkuchen, denn ich bin krank vor Liebe'". "Ich glaub nicht, was hier steht", staunte Silke: "Siehe, meine Freundin, du bist schön; schön bist du, deine Augen sind wie Taubenaugen. Deine beiden Brüste sind wie junge Zwillinge von Gazellen, die unter den Lilien weiden. Deine Brüste gleichen den Weintrauben. Siehe, meine Freundin, du bist schön! Siehe, schön bist du!". "Ich finde das voll krass, wie die Bibel über die Liebe redet. Ich dachte, die wären so prüde gewesen... !" Diese offene und erfrischende Art, wie die Bibel hier über die Liebe redet, ist überraschend. Der jüdische Religionsphilosoph Franz Rosenzweig sagte einmal zum Hohen Lied: "Der Mensch liebt, weil und wie Gott liebt." In der gleichnishaften Auslegung wurde die erotische Annäherung, von der das Gedicht handelt, als Beschreibung der Liebe zwischen Gott und seinem auserwählten Volk oder der Kirche als Braut Christi interpretiert. Die Jugendlichen entdeckten in der Bibel weitere Texte zur Liebe. Im Mittelpunkt des Glaubens steht die Liebe Gottes zu den Menschen und die Nächstenliebe, die die Liebesbotschaft der christlichen Religion verkünden. Hochzeitspaare suchen sich als Trauspruch die Worte des Paulus aus 1. Korinther 13 aus: Die Liebe ist langmütig und freundlich. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Bekannt ist natürlich das Liebesgebot aus Johannes 13, 34: "Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben! Genauso wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander lieben! An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid." Heiß diskutierten die Jugendlichen das unbequeme Wort von Matthäus (Kap.5, 43): "Ihr wisst, dass es heißt: Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und er lässt es regnen auf alle, ob sie ihn ehren oder verachten. Wie könnt ihr von Gott eine Belohnung erwarten, wenn ihr nur die liebt, die euch ebenfalls lieben?"