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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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Archiv

18. Januar 2008

Jugendliche Straftäter

Diakonie: Wegsperren und abschieben sind keine Lösung KIRCHENKREIS UNNA.   "Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens", forderte Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Dieser Aufruf gilt offenbar nicht für jugendliche Straftäter. "Statt nach den Ursachen für Jugendkriminalität und jugendlichem Gewaltpotential zu fragen und dem Problem frühzeitig zu begegnen, möchten große Teile der CDU die Jugendlichen wegsperren und abschieben", mahnt Johannes Schäfer, Vorstand der Diakonie Ruhr-Hellweg e.V einen differenzierten Blick auf das Problem an. Der Ruf nach höheren Strafen, nach Erziehungscamps im amerikanischen Stil und nach Ausweisung von ausländischen Straftätern hat mit dem Wahlkämpfer Roland Koch ein populistisches Sprachrohr gefunden. Dabei halten namhafte Fachleute, den so genannten Warnschussarrest und längere Haftstrafen für nicht wirkungsvoll. Auch die Rückfallquoten sprechen dagegen: 80 % der inhaftierten Jugendlichen werden nach der verbüßten Strafe rückfällig. "Jugendliche Straftäter sollten nicht zur Wahlkampfmasse gemacht werden. Die Angst vor Gewalt für eine Verschärfung des Ausländerrechts zu nutzen, ist zynisch!", warnt Johannes Schäfer. Zwar ist die Quote der delinquenten Jugendlichen mit Migrationshintergrund größer als bei deutschen Jugendlichen. Die Gewalttäter kommen in der Regel aus sozialschwachen Familien. Die Biografie eines rechtsradikalen Schlägers und die eines türkischen Intensivstraftäters weisen viele Gemeinsamkeiten auf: Sie sind männlich, kommen aus sozial schwierigen Verhältnissen, ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung und ohne Perspektive. "Es ist damit ein soziales Problem und kein kulturelles", so Schäfer. Der hohe Anteil der jugendlichen Migranten in der Kriminalstatistik sei vor allem ein Zeichen von misslungener Integration. "An diesem Punkt müssen wir ansetzen, um das Problem wirklich nachhaltig zu verbessern", ist sich Schäfer sicher. "Durch ganz praktische und konkrete Hilfen der Diakonie und anderer Wohlfahrtsverbände müssen wir die Kinder und Familien unterstützen, die Erziehungs- oder Bildungsdefizite haben", fordert Johannes Schäfer. In diese Hilfen müssten der Staat und die Kommunen vor Ort mehr Geld investieren. Auch Unternehmen sollten durch Spenden und Sponsoring ihre gesellschaftliche Verantwortung in diesem Bereich wahrnehmen.T. Nisipeanu