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1906 wurde diese Kirche gebaut, mit Material einer Vorgängerkirche, die auf Haus Reck stand. Die kleine Kapelle liegt schon auf dem Gebiet der Stadt Hamm, das Dorf Lerche ist jedoch Kamener Gemeindegebiet. Eine evangelische Gemeinde gab es hier schon seit 1567, also schon 50 Jahre nach Luthers Thesenanschlag. Ende der neunziger Jahre erhielt die Kirche neue Fenster, die nach Entwürfen des chilenischen Künstlers José Franzesco Correa Lira angefertigt wurden. Die alte und junge Geschichte wird dort sichtbar: Abendmahl und Grubenlampe finden sich gleich nebeneinander auf den Kirchenfenstern. Sichtbare Predigten auf Gemälden aus Glas.

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Archiv

24. Januar 2022

Musik ist Balsam für die Seele

Kreismusikdirektorin Hannelore H?ft vor der Rensch-Orgel in der Ev. Stadtkirche Unna.

Kantorin Hannelore Höft feiert 25-jähriges Dienstjubiläum

Am 1. Februar begeht Kreismusikdirektorin Hannelore Höft ihr 25-jähriges Dienstjubiläum als Kantorin der Ev. Kirchengemeinde Unna. In einem Interview erzählt sie von ihrer Motivation, ihren Höhepunkten und gibt auch einen Ausblick in die Zukunft.

Höft ist zuständig für die kirchenmusikalischen Aktivitäten ihrer Gemeinde, als Kreismusikdirektiorin ist sie überdies Ansprechpartnerin für die Kirchenmusik im Kirchenkreis, berät und schult Gruppen, Chöre und Gemeinden.

Das Interview:

  • Frau Höft, im Jahr 1997 haben Sie Ihre Tätigkeit als Kantorin an der Ev. Stadtkirche Unna aufgenommen. Wie kam es dazu? Was hat Sie an Unna bzw. der Stadtkirche gereizt?

1996 stieß ich in einer Fachzeitung auf die Ausschreibung der Ev. Kirchengemeinde Unna. Meine Recherche ergab eine schöne, gotische Kirche, eine vielseitige, qualitativ hochwertige Kirchenmusik mit einer sehr guten Ausstattung wie z. B. die klangschöne Rensch-Orgel. Dies alles weckte mein Interesse.

  • In den vergangenen 25 Jahren haben Sie viele musikalische Projekte und Konzerte umgesetzt. Welches ist Ihnen in besonderer Erinnerung?

Ich bin sehr dankbar, dass es mir möglich war, mit meinen Chören die unterschiedlichsten Projekte zu realisieren. Das war nur auf Grund des großen Engagements aller Chormitglieder und dem Verständnis ihrer Familien möglich.

Ein einzelnes Projekt hervorzuheben fällt mir schwer, brennt mein Herz doch für jedes Aktuelle. Trotzdem möchte ich einige hervorheben: Da sind die Jubiläen von Kantorei und Posaunenchor 1999, 2009 und 2019 mit z.B. Bachs h-moll-Messe oder Mendelssohns Elias, die szenische Aufführung von Händels Samson, die Uraufführungen mehrerer Auftragskompositionen, welche Matthias Nagel und Stephan Langenberg für unsere Chöre geschrieben haben, das Arvo Pärt Festival in Anwesenheit des Komponisten, die Landeskirchenmusiktage 2004, die Singspiele des Kinderchores und der Jugendkantorei, die Rundfunk- und Fernsehgottesdienste, zuletzt mit unserer Präses und jetzigen EKD-Vorsitzenden Annette Kurschus. Diese Liste ließe sich noch fortführen.

  • Mit den Jahren hat sich die Kirchenmusik verändert. Wo geht die Reise hin? Wo sehen Sie die Kirchenmusik in 20 Jahren?

Stilistisch hat sich die Kirchenmusik in den letzten 20 Jahren auch der populären Musik geöffnet. Die kirchlichen und staatlichen Hochschulen sorgen inzwischen in ihren Curricula für eine entsprechende Ausbildung und Qualitätssicherung. Für mich persönlich war und ist es immer wichtig, unseren musikalischen Gruppen und Zuhörern die stilistische Vielfalt der Musik integrativ nahezubringen. Ich bin gewiss, auch in 20 Jahren wird qualitativ hochwertige Kirchenmusik unverzichtbarer Bestandteil der Verkündigung in unseren Gottesdiensten und Konzerten sein. Musik ist Balsam für die Seele.

  • Aufgrund der Pandemie konnten Konzerte gar nicht bzw. nur eingeschränkt umgesetzt werden. Was bedeutet dies für Sie und die verschiedenen Musikgruppen?

Die COVID-19-Pandemie stellt einen schmerzlichen Einschnitt für das musikalische Leben an der Ev. Stadtkirche dar. Kantorei und Posaunenchor haben zum Glück über zeitweilig digitale Proben sowie Präsenzproben auf Abstand keine Mitglieder verloren. Den digitalen Proben haben sich sogar Sänger/-innen aus anderen Städten angeschlossen. Die Präsenzproben auf Abstand haben die Kantorist/-innen zu solistisch eigenverantwortlich agierenden Sängern gemacht. Kinderchor- und Jugendkantorei müssen allerdings wieder neu aufgebaut werden.

  • Welcher musikalischen Herausforderung möchten Sie sich noch stellen? Haben Sie für die Zukunft ein Projekt in Planung?

In diesem Jahr feiert die Ev. Kirchengemeinde Unna den 700. Geburtstag der Stadtkirche Unna. Im Rahmen dieser Festivitäten soll das Ökumenische Oratorium EINS, welches 2021 auf dem 3. Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt uraufgeführt wurde, als Unnaer Erstaufführung erklingen. Dieses Werk gibt uns die Gelegenheit im gemeinsamen Musizieren unsere ökumenische Verbundenheit mit den Chören von St. Katharina zu pflegen.