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Ev. Kirche Heeren-Werve Die Anfänge der denkmalgeschützten Dorfkirche liegen im 14. Jahrhundert. Besonders auffällig sind die „Heerener Giganten“, zwei Skulpturen im Seitenschiff, die der hiesige Künstler Dietrich Worbs aus wuchtigen Baumstämmen gestaltet hat („Familie in Gottes Hand“ sowie sieben biblische Szenen in einem Stamm). Von der bewegten Geschichte der Kirche erzählen u. a. die Totenschilder der Kirchenpatrone (bis 1950 Patronatskirche der Grafen von der Recke bzw. von Plettenberg), die Kopfkonsolen als Gewölbestützen sowie das bis heute einwandfrei funktionierende Uhrwerk der Kirchturmuhr von 1910. Sehenswert sind auch die Chorraumfenster mit Motiven aus der Weihnachts-, Oster- und Pfingstgeschichten. Musikinteressierte mögen sich an der Walcker-Orgel erfreuen, die vom weltberühmten Organisten Wilhelm Middelschulte und seiner Familie 1910 gestiftet wurde.

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Archiv

12. Dezember 2014

Die Weihnachtsgeschichte auf Ruhrdeutsch

"Hömma, ich verklicker euch 'ne Riesenfreude für datt ganze Volk, abba ährlich."

Kein Weihnachtsgottesdienst ohne den bekannten Text aus dem Lukasevangelium, ohne die Worte: "Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot..." und so weiter. Aber wie würden diese vertrauten Worte klingen, würde die Geschichte im Ruhrgebiet erzählt, "anne Bude oder auffe Straße"? Das hat sich Pfarrer Reinhard Chudaska aus Bergkamen gefragt. Heraus gekommen ist dieser Text. Vielleicht eine Alternative für den Gottesdienst oder die Weihnachtsfeier!

 

 

Lukas 2, Die Geschichte vonnet Jesuskind

Datt watt gezz kommt is passiert wie den Kaiser Augustus für alle auffe Welt Bescheid gegehm hat wegen ner Volkszählung. Sowatt wah no nie da, erss dammals wie den Quirinius Statthalter in Syrien wah.

Jeden musste in sein Geburstort gehn fürre Eintragung.

Also zoch auch Josef los von Nazareth in Galiläa nachet jüdische Land, nache Stadt von David, also nach Bethlehem. Er gehörte nämmich zue Sippschaft von den David, darum musster sich da eintrahn lassen. Seine Verlobte, Maria, nahmer mit, die krichte'n Kind..

Wiese angekommen warn ginget los mitti Geburt, und sie brachte ihrn ersten Jaust auffe Welt, zoch ihn Windeln an und legte ihn inne Krippe, weil sonst gapet kein Platz inne Absteige.

Ganz inne Nähe warn Hirten auffen Feld und passten nachts auffe Schafherde auf.

Der Engel von den Herrn kam ran und der Glanz von den Herrn machte allet hell beisie. Sie hatten voll die Panik. Aber den Engel sachte sie Bescheid: Ey, macht euch nich inne Buxe. Sperrt lieba die Lauschers auf. Hömma, ich verklicker euch 'ne Riesenfreude für datt ganze Volk, abba ährlich.

Für euch is heute den Retter geborn, datt ist den Christus, den Herr, da inne Stadt von den David. Woltter wissen wie'er datt schecken könnt?

Hier happtern Tipp. Wenner den Kleenen findet, dann hatter Windeln an und pooft inne Krippe.

Auf eima war bei den Engel voll die ganze Engelmenge aussen Himmel, die lobten Gott und fingen am Singen:

Ehre für Gott und Frieden für de Menschen, weil Gott se toffte findet.

Alsse Engel abgezogen warn, baldowerten de Hirten aus: Ey, wir zischen ab nach Bethlehem für zum Nachkucken, watta los is, so wiewert von den Herrn Bescheid gekricht ham.

Sie gahm Gas und fanden se alle zwei: Maria und Josef mitten Kurzen dabei inne Krippe.

Wiesen aber sahen, sachten se für alle Bescheid von datt, watt den Engel über den Kurzen gesacht hatte.

Alle, die et hörten warn voll baff von datt watte Hirten sachten.

Nur Maria stellte die Lauscher voll auf und war darüber dauernd am Nachdenken.

Dann machten de Hirten wieder de Biege, unterwegs lobtense Gott und sachten ihn, wie gutse 'ne finden, datter für sie dat allet verklickert hatte und dattse nachkucken konnten, watt se Bescheid gekricht hatten.