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Paul-Gerhardt-Kirche Bereits im Jahr 1964 war der Wunsch nach einer eigenen Kirche groß, ein Kirchbauverein sammelte fleißig und in der ersten Sitzung des Presbyteriums dieser Gemeinde wird beschlossen, eine eigene Kirche zu bauen: Im Herbst 1968 kamen die ersten Bagger, am 26.4.1970 wurde Kirchweihfest gefeiert. Die Kirche wurde auch als Garnisonskirche für die nahe liegende Glück-auf-Kaserne erbaut. Im Kirchenraum fällt zuerst der komplett aus Sandstein gefertigte Innenraum auf. Der Architekt Werner Johannsen hat einen quadratischen Grundriss gewählt. Eingangsportal, Kreuz, Altar und Taufbecken wurden von dem Bildhauer Heinz Heiber aus Nürnberg gestaltet. Besonderer Blickfang ist hier das Kreuz, dass mit 4 Metern Höhe zentraler Ort in Chorraum ist. Beleuchtet wird die Kirche durch die Kirchenfenster vom Bremer Glasmaler Heinz Lilienthal. In jede Himmelsrichtung ist ein großes Fenster vom Boden bis zum Dach, so dass zu jeder Tageszeit Sonnenlicht in bunten Farben in die Kirche fällt.

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Archiv

01. August 2014

Andacht August: Wenn ein Fremdling bei euch wohnt

„Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen, wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“ (3. Mose 19, 33f)

Shirin heiratet mit 21 Jahren und verlässt den Iran mit ihrem Ehemann auf der Suche nach mehr Freiheit und einem würdevollen Leben. Sie entschließen sich, nach Europa auszureisen. Eine lange und schwierige Reise folgt. Sie bezahlen Menschenschmuggler, um die Grenzen nach Europa überqueren zu können.

Ihre Ankunft geschieht unter widrigen Umständen. Bei ihrer Ankunft stellen sie einen Asylantrag. Anschließend warten Shirin und ihr Ehemann fünf Jahre lang auf einen Beschluss bezüglich ihres Status. Sie verbringen diese Jahre in den Aufnahmezentren für Asylsuchende, in denen die Lebensbedingungen harsch sind. Ständig müssen sie sich damit auseinander setzen, dass ihr Asylantrag möglicherweise abgelehnt wird und sie in den Iran zurückgeführt werden müssen.

Schließlich wird ihnen der Flüchtlingsstatus gewährt und sie können das Aufnahmezentrum verlassen und ein neues Leben beginnen.


Psalm 43

Gott, schaffe mir Recht auf Leben,
stärke meinen Kampf gegen Unrecht und Leid,

            rette mich vor Falschheit und Bosheit.
            Denn du bist die Quelle meiner Kraft.

Ach wie oft ist diese Quelle verschüttet,
dass ich wenig von dieser Kraft spüre,

            dass ich mich von dir verlassen fühle,
            dass der Tod allen Glauben zerstört.

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
dass sie mich leiten auf meinem Weg zum Leben.

            Was betrübst du dich, meine Seele,
            und bist so unruhig in mir?

Halte fest an Gott und widerstehe,
dann wird sich deine Klage verwandeln in einen Reigen,

            und ich werde Gott danken, denn Gott ist die Quelle meiner Kraft.
            Amen.

Flucht: So alt wie die Menschen

Das Thema Flucht zieht sich durch die ganze Bibel. Sie berichtet immer wieder von Menschen, die zu Flüchtlingen wurden: Da sind Abraham und Sara, die wegen einer Hungersnot nach Ägypten flüchteten. Auch Isaak verließ sein Land wegen einer Hungersnot und floh nach Gera. Mose kam einem Israeliten zur Hilfe und tötete dabei einen Ägypter. Um anschließend der Rache des ägyptischen Pharaos zu entkommen, floh Mose nach Midian. Auch Noomi musste wegen einer Hungersnot ihre Heimat verlassen und mit ihrer Familie in das Land der Moabiter flüchten. Und Jesus: Das Matthäus Evangelium berichtet uns, dass er kurz nach seiner Geburt mit seinen Eltern nach Ägypten fliehen musste, um den Soldaten des Herodes zu entkommen. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung ging es seinen Jüngern nicht besser. Wegen ihres Glaubens an Jesus Christus wurden sie verfolgt und mussten ebenfalls fliehen.

Flucht heißt immer zurücklassen

Eins haben alle Flüchtlinge damals wie heute gemein – so verschieden ihre Fluchtgründe auch sein mögen: Sie mussten ihre gewohnte Heimat verlassen. Sie sind aufgebrochen, haben vielleicht in einem alten, kaum seetüchtigen Boot das Mittelmeer überquert wie Shirin und wussten nicht, was sie erwarten wird. Um ihr Leben zu retten, mussten sie alles zurücklassen, was ihr bisheriges Leben geprägt hat: Familie, Freunde und Eigentum. Die meisten Flüchtlinge kommen deshalb mit leeren Händen.

Durch ihre Flucht haben die Menschen aber ihre Fähigkeiten und Gaben nicht verloren. Und genau die möchten sie einsetzen. Flüchtlinge möchten nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein. Sie möchten in ihrer neuen Heimat selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Doch leider wird ihnen das aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr erschwert. Und das führt nicht nur dazu, dass sie auf staatliche Hilfe angewiesen sind, sondern ihnen wird auch die gesellschaftliche Integration erschwert.

Flüchtlinge brauchen Solidarität

Auch die biblischen Flüchtlinge mussten bei ihrer Flucht vieles zurücklassen und sich in eine ungewisse Zukunft aufmachen. Sie haben dies jedoch im Vertrauen auf Gott getan. Und dieser Gott hat sich in seinem Sohn Jesus Christus immer wieder den Menschen zugewandt, die am Rand der Gesellschaft standen. Und er hat die Solidarität mit den Armen und Schwachen nicht nur selbst gelebt, sondern sie auch seinen Jüngerinnen und Jüngern als Aufgabe hinterlassen. In der Rede vom Weltgericht spricht Jesus sogar explizit von der Sorge um die Fremden: „ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35).

Als Christinnen und Christen sollen wir uns an den Taten und Worten Jesu orientieren. Setzen wir uns deshalb dafür ein, dass Flüchtlinge bei uns eine Chance bekommen.

Diakoniepfarrerin Anja Josefowitz

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