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1906 wurde diese Kirche gebaut, mit Material einer Vorgängerkirche, die auf Haus Reck stand. Die kleine Kapelle liegt schon auf dem Gebiet der Stadt Hamm, das Dorf Lerche ist jedoch Kamener Gemeindegebiet. Eine evangelische Gemeinde gab es hier schon seit 1567, also schon 50 Jahre nach Luthers Thesenanschlag. Ende der neunziger Jahre erhielt die Kirche neue Fenster, die nach Entwürfen des chilenischen Künstlers José Franzesco Correa Lira angefertigt wurden. Die alte und junge Geschichte wird dort sichtbar: Abendmahl und Grubenlampe finden sich gleich nebeneinander auf den Kirchenfenstern. Sichtbare Predigten auf Gemälden aus Glas.

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Archiv

30. September 2011

Mein Kreu(t)z - Ausstellung in Stadtkirche

Das Foto zeigt das Werk " Ein-Euro-Kreuze - Glauben kann so billig sein". Ein Einkaufswagen voller ausgesägter und bemalter Holzkreuze, käuflich zu erwerben für einen Euro pro Stück.

In der Offenen Stadtkirche Unna eröffnet am Donnerstag, 6. Oktober um 19.30 Uhr unter dem Titel "Mein Kreu/(t)z" eine Ausstellung des Künstlers Mirco Stefan Elfert aus Menden. Das Kreuz ist aus unserer christlich geprägten abendländischen Kultur nicht mehr wegzudenken. Christliches Erkennungszeichen und Heilszeichen, Darstellung von Sinn durch Zeichen. Am Kreuz scheiden sich die Geister. Mit Zeitgenössischer Kunst ist es nicht anders. Der Mendener Künstler Mirko Stefan Elfert bringt Beides zusammen. In seinem Schaffen wird aus "dem Kreuz" - "mein Kreu(t)z". Für ihn wirft das Kreuz Fragen auf und verlangt mehr als nur die vordergründige Betrachtung. Denn neben dem Vordergründigen gibt es für ihn auch einen Hintergrund und irgendwo dazwischen einen Mittelgrund, d.h. es gibt für ihn unterschiedliche Ansichten und Wirklichkeiten des Kreuzes. Aus diesen Überlegungen heraus entwickelte sich auch der Titel der Ausstellung "Mein Kreu(t)z". Der Rechtschreibfehler in dem Titel steht daher für die künstlerische Interpretation, den Mehrwert und für die zusätzliche Deutung, die es durch die künstlerische Bearbeitung Elferts erlangt hat.  Die Bandbreite der ausgestellten Werke reicht dabei von Objekten und Installation bis zur Sofortbildfotografie. "Den Werken voraus geht ein innerer, stummer Dialog zwischen mir, Gott und der Welt. Ein Dialog, der sich erst auf einer gedanklichen Ebene vollzieht und später in eine praktische Arbeit umgesetzt wird. Meine Gedanken, Fragen und Antworten werden mit den Händen fortgesetzt", so der Künstler zum Entstehungsprozess der Werke. Man könnte also sagen, seine Arbeiten sind Auszüge aus diesen Dialogen, herausgerissene Seiten aus einem Notizblock, die in eine plastische Form gebracht wurden. Mit seinen Werken möchte er aber nicht als weltverbessernder Botschafter missverstanden werden, sondern vielmehr als der selbst nach Antworten Suchende. Auf der einen Seite befasst sich das Werk mit unserer "Geiz ist geil Mentalität" und stellt sie in Frage. Auf der anderen Seite haben Besucher aber die Möglichkeit, sich für einen Euro ein Kreuz als Unikat zu erwerben und zeigt damit, dass es zum religiösen Glauben nicht viel Bedarf. ds