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1906 wurde diese Kirche gebaut, mit Material einer Vorgängerkirche, die auf Haus Reck stand. Die kleine Kapelle liegt schon auf dem Gebiet der Stadt Hamm, das Dorf Lerche ist jedoch Kamener Gemeindegebiet. Eine evangelische Gemeinde gab es hier schon seit 1567, also schon 50 Jahre nach Luthers Thesenanschlag. Ende der neunziger Jahre erhielt die Kirche neue Fenster, die nach Entwürfen des chilenischen Künstlers José Franzesco Correa Lira angefertigt wurden. Die alte und junge Geschichte wird dort sichtbar: Abendmahl und Grubenlampe finden sich gleich nebeneinander auf den Kirchenfenstern. Sichtbare Predigten auf Gemälden aus Glas.

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Archiv

27. April 2010

Wo Fortschritt endet, beginnt Hoffnung auf Menschlichkeit bis zum Tod

Frühere Gesundheitsministerin Andrea Fischer sprach in Unna
über die Grenzen der medinzischen Möglichkeiten
UNNA.   Ihre größte Horrorvision, sagt Ministerin a.D. Andrea Fischer, ist:  "Dass eine Krankenkasse eines Tages zu Eltern sagt: Wieso habt ihr denn  damals dieses Downie bekommen? Das ist ja jetzt viel  teurer als ein gesundes  Kind!" Endet Hoffnung mit der Möglichkeit der Medizin? Klares Nein von Andrea Fischer,  seinerzeit im rotgrünen Kabinett unter Gerhard Schröder mit dem Gesundheitsressort betraut. Seit 2001 ist sie freiberufliche  Gesundheitsberaterin und kam als solche zur Gesprächsreihe "Damit ihr Hoffnung habt" nach Unna, womit der Vorbereitungszyklus zum ökumenischen Kirchentag endete. Frei von politischen Ambitionen kam die Grüne, freilich sprach sie von Hoffnung - nicht auf politischen Erfolg bei der Landtagswahl,  sondern auf die, die beginnt, wenn medizinische Allroundkunst endet. Das Gesundheitssystem hält Fischer für pumperlgesund, trotz  Unkenrufen. 160 Milliarden Euro seien 2009 ins gesetzliche System gepumpt worden. Die Versorgung werde  nicht zusammenbrechen, auch nicht unter der Last der zunehmend Älteren und Pflegebedürftigen. "Wer sagt denn, ob es nicht in 20 Jahren ein Medikament gegen Alzheimer gibt?", fragte Fischer in die Runde der knapp 30 Zuhörenden. "Die Menschen halten sich außerdem viel länger fit und beweglich. Das solidarische Gesundheitssystem ist stabil. Wir müssen uns  allerdings schon die Frage stellen, welche Leistungen wir uns noch leisten können und welche wir der Verantwortung des Einzelnen übertragen." Fischer formulierte die  "Hoffnung, dass wir Grenzen akzeptieren - die, die uns das Leben setzt". Die natürliche Grenze des Lebens ist der Tod. "Sterben müssen wir alle, da kann das System noch so toll sein. Dies wird aber als verschämter Misserfolg des Systems behandelt. Davon müssen wir weg." Hin zu einer Kultur, die "gut ist zu Sterbenden. Der wachsende Zuspruch zur Hospizbewegung ist ein gutes Zeichen."  Über Hospizarbeit im Besonderen und würdevolles Sterben im Allgemeinen diskutierten anschließend zusammen mit der Ex-Ministerin im Plenum Klaus Koppenberg (Hospizbewegung im Kirchenkreis Unna), Dietmar Herberhold (Vorstand Evangelisches Krankenhaus Unna) und der Bundesbehindertenbeauftragte Hubert Hüppe aus Werne.Silvia Rinke