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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. In den Jahren 2018 bis 2022 wurde der Kirchturm aufwendig saniert.

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Archiv

05. Januar 2010

Experte für Hexenprozesse

Hartmut Hegeler, Pfarrer am Unnaer Berufskolleg, geht in den "Un-Ruhestand"   UNNA.   Ein normaler Ruhestand wird das bei Pfarrer Hartmut Hegeler, seit Jahresbeginn beim "Märkischen Berufskolleg" ausgeschieden, nicht werden. Die "Hexenprozesse" der christlichen Kirchen in der frühen Neuzeit sind sein Thema geworden - und die heutigen Kirchen tun sich zu seinem Leidwesen schwer mit einer angemessenen Aufarbeitung. Entstanden ist Pfarrer Hegelers Interesse an dieser Materie im Religionsunterricht: "Als eine Schülerin fragte, ob denn von den Christen damals niemand gegen Folter und Hexenverfolgung protestierte, stieß ich auf den westfälischen evangelischen Pfarrer Anton Praetorius", der um 1600 auch in Kamen wirkte und Hexenprozesse miterlebte. Bezeichnend, dass dieser mutige Kämpfer (nicht zu verwechseln mit dem frühbarocken gleichnamigen Musiker) in den christlichen Kirchen wenig Widerhall fand - bis heute. Nachdem Hegeler 2001 die evangelische westfälische Landessynode für dieses Thema interessieren konnte, ist der Pensionär nunmehr froh, auf dem Ökumenischen Kirchentag im Mai 2010 in München einen "Hexen-Gedenkgottesdienst" durchführen zu können. In der Königsborner Christuskirche gaben zu Beginn der Weihnachtsferien Schüler und Kollegen seines Märkischen Berufskollegs, an dem der engagierte Theologe volle 27 Jahre unterrichtet hatte, das Geleit in seinen "Unruhestand". Kollegleiterin Angelika Burkholz und Berufsschulpfarrer Mathias Grevel verabschiedeten Hegeler mit warmen Worten. Superintendentin Annette Muhr-Nelson setzte in ihrer Ansprache wirkungsvoll ihren Kantenhocker-Engel mit abgebrochenem Flügel" in Szene, um den Kollegschülern das Wirken von Engeln nahezubringen. Aus seinen letzten Monaten am Berufskolleg nimmt Hartmut Hegeler eine ansehnliche Broschüre mit in sein weiteres Wirken, die seine Klassen F12A und F12C erarbeiteten: "Hexendenkmäler: Gedenkstätten für Menschen, denen Unrecht geschah. Opfer der Hexenprozesse in Nordrhein-Westfalen."Ulrich Knies