Informationen
zum Hintergrund-
bild - bitte klicken
Sie hier.

Im Bild

Paul-Gerhardt-Kirche Bereits im Jahr 1964 war der Wunsch nach einer eigenen Kirche groß, ein Kirchbauverein sammelte fleißig und in der ersten Sitzung des Presbyteriums dieser Gemeinde wird beschlossen, eine eigene Kirche zu bauen: Im Herbst 1968 kamen die ersten Bagger, am 26.4.1970 wurde Kirchweihfest gefeiert. Die Kirche wurde auch als Garnisonskirche für die nahe liegende Glück-auf-Kaserne erbaut. Im Kirchenraum fällt zuerst der komplett aus Sandstein gefertigte Innenraum auf. Der Architekt Werner Johannsen hat einen quadratischen Grundriss gewählt. Eingangsportal, Kreuz, Altar und Taufbecken wurden von dem Bildhauer Heinz Heiber aus Nürnberg gestaltet. Besonderer Blickfang ist hier das Kreuz, dass mit 4 Metern Höhe zentraler Ort in Chorraum ist. Beleuchtet wird die Kirche durch die Kirchenfenster vom Bremer Glasmaler Heinz Lilienthal. In jede Himmelsrichtung ist ein großes Fenster vom Boden bis zum Dach, so dass zu jeder Tageszeit Sonnenlicht in bunten Farben in die Kirche fällt.

Zurück zur Seite

Archiv

30. September 2008

Bodenlos durch Flächenfraß

Kreishaus Unna: Diskussion mit Präses  
UNNA.  "Warum ist das Thema Boden so wenig trendy, so wenig sexy?", warf die Leiterin der Waldschule Cappenberg, Christina Schmidt-von-Boeselager in den Kreishaus-Saal. Zu Beginn der NRW- "Bodenwoche", die der Kreis Unna unter dem Motto "Boden will leben" mit der Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes gestaltet, traf sich im Kreishaus Unna eine hochkarätige Expertenrunde. Ausser Landrat Michael Makiolla, der Dortmunder Raumplanerin Professor Sabine Baumgart, dem Staatssekretär im Düsseldorfer Umweltministerium Dr. Alexander Schink und Josef Tumbrink vom NABU-Landesverband saß auch der westfälische Präses Alfred Buß auf dem Podium. Der leitende westfälische Theologe nahm den Ball der Waldschule, was die Boden-Bedrohung angeht, gern auf. Da könne man das kirchliche Erntedankfest noch stärker nutzen. Das gewachsene Interesse der Menschen an gesunder Ernährung habe dazu geführt dass "Erntedank fast den Stellenwert von Weihnachten in der evangelischen Christenheit" einnehme. WDR-Redakteur Mark vom Hofe, selbst erprobter Ehrenamtler im Naturschutz, brachte das Moderatoren-Kunststück fertig, dem hochinteressierten Publikum mehr Anteile zu gewähren als den Diskutanten. Reinhard Döring, engagierter Sprecher der Kreis-Landwirte: "Ist es richtig, wenn der Kreis Unna seine wirtschaftliche Zukunft einseitig auf flächenverzehrende Logistik-Unternehmen setzt?" Und warum nehme man diese von der Pflicht zur Bildung von Rücklagen für eine spätere Renaturierung aus? Makiolla versuchte zu differenzieren: Neben Logistik spiele im Nordkreis die Recycling-Branche eine große Rolle, und zunehmend wieder Maschinenbau. Der Kreis sei von drei Quadratkilometer Fläche, die man früher jährlich für Wohn- und Industrie-Ansiedlungen zur Verfügung gestellt habe, auf heute ein Fünftel zurückgegangen. Lokale Umweltpolitiker forderten, es müsse Schluß damit gemacht werden, dass die Gewinnung neuer Arbeitsplätze, die man an sich befürworte, gleichbedeutend mit "in die Fläche gehen" sei. Selbst Staatssekretär Schink betonte: "Boden ist nicht vermehrbar", wenn er es auch nicht immer leicht hatte, sich mit den Boden-Begehrlichkeiten der Kabinettskollegen von Verkehr und Wirtschaft auseinanderzusetzen. Alfred Buß erinnerte daran, dass christliche Religion sich "von Adam und Eva an" mit dem Thema abgebe. Wenn "Adam" "Mensch" bedeute, so heiße "Adamah" bereits "Boden, Erde". Und am "Sabbattag" ruhte nicht nur die Arbeit, sondern auch der Boden - so auch im traditionellen "Sabbatjahr". Wir müßten neu begreifen, dass uns die "Welt nur geliehen" sei.Ulrich Knies