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Paul-Gerhardt-Kirche Bereits im Jahr 1964 war der Wunsch nach einer eigenen Kirche groß, ein Kirchbauverein sammelte fleißig und in der ersten Sitzung des Presbyteriums dieser Gemeinde wird beschlossen, eine eigene Kirche zu bauen: Im Herbst 1968 kamen die ersten Bagger, am 26.4.1970 wurde Kirchweihfest gefeiert. Die Kirche wurde auch als Garnisonskirche für die nahe liegende Glück-auf-Kaserne erbaut. Im Kirchenraum fällt zuerst der komplett aus Sandstein gefertigte Innenraum auf. Der Architekt Werner Johannsen hat einen quadratischen Grundriss gewählt. Eingangsportal, Kreuz, Altar und Taufbecken wurden von dem Bildhauer Heinz Heiber aus Nürnberg gestaltet. Besonderer Blickfang ist hier das Kreuz, dass mit 4 Metern Höhe zentraler Ort in Chorraum ist. Beleuchtet wird die Kirche durch die Kirchenfenster vom Bremer Glasmaler Heinz Lilienthal. In jede Himmelsrichtung ist ein großes Fenster vom Boden bis zum Dach, so dass zu jeder Tageszeit Sonnenlicht in bunten Farben in die Kirche fällt.

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Archiv

23. Februar 2007

Superintendentin Muhr-Nelson: Zwischenruf zur Familienpolitik

Familie haben alle. Und darum  meinen alle, sich in die gegenwärtige Debatte um die Familienpolitik einmischen zu können.
Das tue ich jetzt auch. Denn ich finde es schwierig, wenn Politiker und Bischöfe im Großvateralter meinen beurteilen zu können, was junge Mütter und Väter von heute brauchen. Da fehlt mir der Realitätsbezug, erst recht in Bezug auf die Kinder. Als evangelische Kirche betreiben wir viele Kindertageseinrichtungen, sind in der Offenen Ganztagsschule aktiv und denken mit in Sachen Familienzentren und Betreuung Unter-3-Jähriger. All das sind gute und wichtige Impulse, längst schon überfällig in unserem Land. Wir wünschen uns, sie würden noch viel stärker vorangetrieben, mit mehr Mitteln ausgestattet und viel schneller umgesetzt. Kinder brauchen Anregungen für alle Sinne, Kontakt mit Gleichaltrigen, liebevolle Zuwendung und Fürsorge und viel Raum zum Ausprobieren. Und davon können sie gar nicht genug kriegen. Früher lebten die Kinder in Großfamilien. Die Arbeit im Haus, im Garten, auf dem Feld oder in der Werkstatt spielte sich vor den Augen der Kinder ab. Sie waren dabei, machten mit, spielten, fragten, lernten im unmittelbaren Umgang mit Großeltern, Eltern, Geschwistern, Nachbarn und Verwandten.  Heute leben Familien isoliert als Klein- und Kleinstfamilien, Verwandte und Freunde weit weg, die Nachbarschaft oft abweisend und nicht kinderfreundlich. Unsere modernen Arbeits- und Lebensverhältnisse haben keinen Platz für Kinder, berufliche Anforderungen machen es Vätern und Müttern schwer, Berufstätigkeit und Familie zu vereinbaren. Dabei war das von Alters her die natürlichste Sache der Welt! Nicht die Trennung von Familienphase und Berufsphase, sondern die Verbindung von Arbeit und Leben sollte unser Ziel sein. Darum müssen wir Räume für Kinder schaffen - Krippen, Kindergärten, Tagesbetreuungsplätze -, wo Eltern ihre Kinder getrost lassen können. Und wir brauchen Räume für Familien, wo diese Unterstützung, Ermutigung, Stärkung erleben.  Das dient nicht dem Egoismus der Eltern, sondern ihrer Stärkung und Unterstützung. Familie ist weit mehr als Vater, Mutter, Kind. Familie gibt es in unterschiedlichsten Lebensformen, überall dort, wo mindestens zwei Generationen zusammen leben.
Frauen wie Männer haben ein Recht, ihren Lebensentwurf frei zu wählen. Wenn Kinder dazu gehören sollen, brauchen wir auf jeden Fall noch viel mehr Angebote zu ihrer Bildung, Betreuung und Erziehung. Denn Familie haben alle und keine und keiner darf mit ihrer oder seiner Familie allein gelassen werden!   Annette Muhr-Nelson Superintendentin des Kirchenkreises Unna und Vorsitzende des Familienbildungswerkes der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW)