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Die Dellwiger Kirche steht auf dem Ahlinger Berg in Mitten der Ortschaft Dellwig seit nunmehr 1000 Jahren. Damals gründete die Kath. Kirchengemeinde Menden auf dieser Seite der Ruhr eine Tochtergemeinde, für die ein fester Turm errichtet wurde, der auch als Wehrturm diente. Patron der Kirche war der Hl. Laurentius. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche immer mehr erweitert. Im 12. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff in der heutigen Form erbaut, das 1510 den Chorraum als Abschluss erhielt. Eine grundlegende Umgestaltung erfuhr das Innere der Kirche 1960 und 1992 bei einer weitere Renovierung seine heutige Gestalt. Aus der langen Reihe der Dellwiger Pfarrer ist Friedrich von Bodelschwingh besonders zu erwähnen. Er kam 1863 aus einer Pfarrstelle in Paris mit seiner Ehefrau Ida nach Dellwig. Die vier Kinder des Pastorenehepaares starben im Januar 1869 an Diphterie und sind auf dem benachbarten Friedhof beerdigt. . 1872 folgte von Bodelschwingh dem Ruf nach Bethel bei Bielefeld. Dort baute er als Leiter die Diakonische Anstalt für Epilepsiekranke und Nichtsesshafte auf.

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20. Februar 2007

Liebe und Lust bei Salomon

Bibel-Kurs "Erlesen!" startete im Unnaer Nicolai-Haus UNNA - Was hätte der Theologe Philipp Nicolai nur vom Anliegen jener Runde gehalten, die sich gut 400 Jahre später in "seinem" Haus am Kirchplatz in Unna zusammenfand: "Liebe und Lust" als Bibelkurs-Thema? "Aus den Quellen schöpfen" ist bei zehn verschiedenen Themen angesagt, die über das Jahr gestreut meist in außerkirchlichen Räumen (Nicolai-Haus wegen Standesamts-Funktion) in den Kirchenkreisen Hamm und Unna ein neues Publikum ansprechen sollen. So geht es in der Passionszeit zur Reflexion über "Kreuz und Mehr" in den Bauernhof Wischede "am Kamener Kreuz" (Rottumer Str. 15, Kamen, So., 25.03.07).   Dieses Mal ein sehr heißes Eisen aus der Kirchengeschichte: hätte man Salomons "Hohes Lied der Liebe" aus dem Alten Testament nicht der vorherrschenden griechischen Philosophie, mit der man auf Augenhöhe kommen wollte, geopfert, die Geist und Seele weiten Vorrang vor dem Körperlichen gab, wäre die Verkettung von Sexualität und Sünde nicht derart tragisch in die Christen-Lehre eingezogen. Dass aber auch zu Zeiten der Dominanz des Christentums in Europa - also auch in den nachreformatorischen Jahrzehnten Nicolais - die körperliche Ausprägung von Liebe der "Erbsünde" zugeschlagen wurde, muss - so die moderne Nicolai-Runde - mit wenig christlichem Kontrollbedürfnis der hohen Geistlichkeit zu tun gehabt haben. Pfarrer Dirk Heckmann von der kreiskirchlichen Männerarbeit plädierte mit dem Buch "Die Erotik Gottes - Menschen werden wir nur als Liebende" für die Aufhebung strikter Abgrenzungen zwischen Gottes Liebe und Liebe zwischen den Menschen, einschließlich der Partnerliebe. Auch der vormittägliche Sonntagsgottesdienst war wegen der Nähe zum "Valentinstag", der eigentlich auf einen frühchristlichen Kirchenmann zurückgeht, dem Thema "Liebe" gewidmet. Die Spannung zwischen Distanz und Nähe führte dabei ein im Altarraum tanzendes Tango-Paar vor Augen. Mehrere Paare und Einzelmenschen ließen sich zum Abschluß des Abendmahlgottesdienstes besonderen Liebes-Segen erteilen. Ulrich Knies