08.01.2026
Der Weg zum Klimaschutz
Es gibt sie schon lange, die vielen kleinen Aktivitäten in den Gemeinden, die den Klimaschutz vorantreiben. Das sind die Eine-Welt-Läden, faire Frühstückstreffen, Fahrradständer oder auch Insektenhotels und ökologische Nischen auf den Friedhöfen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Klimaschutzmanagerin Katrin Mertens ist jetzt gut ein Jahr im Dienst. Zu ihrer Hauptaufgabe gehört das Erstellen des Klimaschutzkonzeptes für den Ev. Kirchenkreis Unna. Da geht es um die Fragen: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Wie kommen wir dahin? Diese Fragen gilt es im Klimaschutzkonzept zu beantworten.
Zielvereinbarung
Ziel ist die Klimaneutralität, bis 2035 sollen 90 Prozent der Emissionen reduziert werden (im Vergleich zu 2023), die restlichen 10 Prozent sollen dann bis 2045 erfolgen. Das hat sich nicht nur die westfälische Landeskirche (EKvW), sondern auch der Ev. Kirchenkreis Unna zum Ziel gesetzt.
Mitmachen
„Jetzt gilt es die Startbilanz zu erstellen, um dann Zielvereinbarungen zu klären“, erläutert Katrin Mertens. Und da gebe es schon unglaublich viele Aktivitäten in den Gemeinden, weiß Mertens. Partizipation, also die Beteiligung und Mitwirkung an Entscheidungen sei da besonders wichtig. „Klimaschutz ohne Partizipation funktioniert nicht“, so die Klimaschutzmanagerin. Auch wenn die Arbeit sehr theoretisch sei, brauche es Leute, die mitdenken, mitmachen und alles vorantreiben. Im Kleinen passiere das oftmals schon, doch jetzt müsse auch groß gedacht werden. „Wir wollen als Kirche eine Vorreiterrolle einnehmen, denn gesellschaftliche Verantwortung ist gleich nachhaltige Entwicklung und dies ist Aufgabe der Kirche“, ist Mertens überzeugt.
Ein Beispiel
Ein gutes Beispiel hat die Ev. Kirchengemeinde Unna-Königsborn bereits vor vielen Jahren umgesetzt und immer weiterentwickelt. Das Kinder- und Jugendhaus Taubenschlag an der Kamener Straße wurde im Jahr 1898 erbaut und ist dennoch ein Vorzeigeobjekt für den Klimaschutz. Seit den 1980er Jahren wird es als Kinder- und Jugendhaus genutzt. Ganz bewusst habe sich die Gemeinde damals für den Erhalt des Gebäudes entschieden. Es wurde energetisch saniert und Anfang der 2000er Jahre kam die erste Photovoltaik(PV)-Anlage mit 20 Platten bei voller Einspeisung aufs Dach, weiß Presbyter und Baukirchmeister Jürgen Höhbusch. Der Vertrag ist inzwischen ausgelaufen und die Anlage produziert nun Strom für den Eigenverbrauch. 2022 kam dann eine weitere PV-Anlage mit einer Leistung von 8 kWp aufs Gebäude. Schließlich wurde noch ein Batteriespeicher nachgerüstet. Und die 35 Jahre alte Gasheizung hat auch ausgedient. 2024 wurde sie gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht. „In der Summe hat sich das für die Gemeinde gelohnt“, berichtet Jürgen Höhbusch. Nicht nur der ökologische Aspekt sei da, sondern man gehe damit auch mit gutem Beispiel voran. „Wir tun etwas für die Umwelt“, so Höhbusch. Auch am Pfarrhaus neben der Paul-Gerhardt-Kirche aus den 1960er Jahren hat sich einiges getan. Das Gebäude wurde saniert, wärmegedämmt und das Dach isoliert. 2024 wurde die Heizung gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht und neue Fenster eingebaut. Das Haus sei jetzt energetisch auf dem neuesten Stand. Zuletzt kam noch eine Wallbox hinzu. Rund um und in der benachbarten Paul-Gerhardt-Kirche wurde zudem die Lichtanlage auf LED umgestellt.
Anpacken
Gerade bei den Gebäuden, die in eigener Nutzung liegen, könne im Kirchenkreis Unna klimaschutztechnisch noch viel geleistet werden. In der Summe sind das knapp 100 Gebäude. Ziel sei eine energetische Sanierung aus der eine Treibhausgasreduzierung erzielt werden könne. „Das kann das Ersetzen von fossilen Heizanlagen durch Wärmepumpen sein – auch für Kirchengebäude. Aber auch der Aufbau von PV-Anlagen für die Eigenstromproduktion. Auch hier sind Kirchengebäude grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Es gibt bereits gute Beispiele, wie die King´s College Chapel in Cambridge, auf deren Dach eine PV-Anlage installiert ist, die von außen jedoch nicht zu sehen ist“, weiß Katrin Mertens. Die Möglichkeiten sind vielfältig und müssen jeweils individuell angeschaut werden.
Förderung
Die Klimaschutzpauschale beträgt im Ev. Kirchenkreis Unna jährlich rund 400.000 Euro. Mit diesem Geld werden Maßnahmen zum Klimaschutz gefördert. Von der Wärmepumpe bis zur Fortbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen kann alles per Antrag eingereicht werden. Weitere Infos hat Klimaschutzmanagerin Katrin Mertens.
(sd)