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Die Johanneskirche in Frömern ist eine der ältesten Kirchen im Kirchenkreis: der Westturm stammt noch vom ersten nachweisbaren Kirchenbau aus romanischer Zeit (12. Jahrhundert). Um die Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt die Turmhalle eine 60 cm starke Kuppel mit längsrechteckigem Grundriß. Bei der ursprünglichen romanischen Kirche handelte es sich um einen einschiffigen, zweijochigen Saalbau (7,88 x 12,76 Meter) mit halbrunder Apsis, wie man bei Grabungen während des Neubaus im 19. Jahrhundert feststellte. Die erhöht liegende Kirche war von einem Friedhof umgeben, der 1682 eine umlaufende Mauer besaß. Die Mauer und die meisten Grabsteine sind heute entfernt. Das Turmportal wurde 1876 beim Neubau vollständig erneuert. Nach dem Turmbrand 1761 bei der Schlacht von Vellinghausen wurde ein neuer spitzer 25,50 m hoher Turmhelm errichtet und die zwei über Eck gestellten Strebepfeiler hinzugefügt.

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01. Mai 2018

Monatsandacht Mai - Die Kunst und Beuys

Joseph Beuys während der Aktion Filz-TV, Kopenhagen 1966, Foto: Lothar Wolleh (cc-by-sa)

Wir feiern einen runden Geburtstag. Im Jahr 1818 wurde der Kirchenkreis Unna gegründet. Das nehmen wir zum Anlass, in jedem Monat einen Blick auf Jubiläen und Geburtstage zu werfen. Das können Personen, Erfindungen oder Ereignisse sein. Nicht immer sind es runde Jubiläen, aber immer stehen sie auch in einem Zusammenhang zu uns oder unserer Arbeit. In diesem Monat ist es der Geburtstag von Joseph Beuys.

„Alles neu macht der Mai“ sagt der Volksmund. Im Mai können wir am besten verstehen und dem nachspüren, dass Gott nach seinem Tagewerk der Schöpfung stolz war auf das Geschaffene. Er betrachtete sein Werk: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31). Wenn ich im Mai durch Wald und Flur wandere, kann ich nur staunen über die Kraft, mit der die Blätter und Blüten ihre Knospen sprengen und ans Licht drängen. Wie schön ist das alles eingerichtet. Wie wunderbar leuchten einem saftiges Grün und leuchtendes Weiß von den Bäumen entgegen.
Hildegart von Bingen, die wohl bedeutendste Mystikerin des Mittelalters, nahm diese Kraft auch wahr. Günkraft, das ist das Allem innenwohnende Lebensprinzip, das ist die Energie, die alles wachsen und reifen lässt, das sind Gottes Spuren im Grün, das ist Gott in der Natur. Wie wunderbar! „Grünkraft ist die schöpferische Kraft, die Leben zur Entfaltung bringt, die heilende Kraft, die den Menschen in seine Balance führt.“ (Hildegard von Bingen)
Gott schafft seine Schöpfung aus dem Chaos der Dunkelheit. Im Frühling belebt das Grün die graue Winterwelt. Beides sind kreative Wachstumsprozesse. Wenn ich die Kraft der Natur so in mich aufnehme, fühle ich mich selbst lebendig.

Kunst schafft Neues

Künstler sind Schöpfer ihrer Kunstwerke. Sie schaffen Neues: Neue Ideen, neue Gestaltungen, neue Ansichten. Kunst soll anstoßen und irritieren. Kunst ist nicht immer nur schön, sie regt auch zur Auseinandersetzung an. Am 12. Mai 1921 wurde Joseph Beuys geboren, einer der umstrittensten Künstler, aber sicher einer, der mit seinen Aktionen und Installationen Neues angestoßen hat. „Die Kunst ist die Nährsubstanz für den Menschen, die er einfach braucht.“ In der Kunst erfährt der Mensch, das es wichtig ist über die Dinge der Welt hinaus zu denken. Deshalb ist Kunst oft anstößig, stößt neue Ideen, Gedanken und Auseinandersetzungen an. Beuys tat immer das, was man nicht erwartete. „Er tat in Wahrheit immer das Andere, immer das was scheinbar abwegig war – 100 Tage auf der documenta reden, sich in Filz einwickeln, stundenlang auf einem Fleck stehen, mit einem Kojoten zusammenleben, Leuten die Füße waschen, Gelatine von der Wand nehmen, den Wald fegen, dem toten Hasen die Bilder erklären, eine Partei der Tiere gründen und das Messer verbinden, als er sich in den Finger geschnitten hatte.“ (Heiner Stachelhaus)


Wir brauchen in der Welt Menschen, die sich dem Kreativen verschrieben haben, dem Wachstum an Ideen und Gedanken, wir brauchen Menschen, die Neues Anstoßen. Joseph Beuys ist im Mai geboren.

Dirk Heckmann, Pfarrer