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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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Archiv

20. März 2017

Licht und Schatten der Freiheit

Dirk Heckmannn, Dr. Heike Plaß und Dr. Dieter Schuler (v.l.) vor dem Werk "Heilige und Narren"

Ausstellung mit Werken von Jacob Pins

Vier Wochen lang sind Werke des deutsch-israelischen Malers, Grafikers und Illustrators Jacob Pins (1917-2005) in der Ev. Stadtkirche Unna zu sehen. Vom. 30. März bis 27. April zeigt die Ausstellung etwa 30 Originale sowie eine Reproduktion des Triptychons „Heilige und Narren“.

Die Ausstellung wird eröffnet durch den Zeitzeugen und Pins-Kenner Dr. Dieter Schuler am 30. März um 19:30 Uhr. Für die musikalische Gestaltung sorgt das Trio „gute fraynd“ mit jiddischer Musik. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Stadtkirche besucht werden (Di. bis Fr.: 10 - 13 und 15 - 17 Uhr, Sa.: 10 - 14 Uhr). Bei Interesse an einer Führung bitte bei Pfarrer Dirk Heckmann 02303-288180 melden.

Zwischen Tragik und Komik

Jacob Pins hat trotz der Ermordung seiner Eltern im KZ sein künstlerisches Vermächtnis seiner Heimatstadt Höxter hinterlassen. In seinen Werken thematisiert er die Sehnsucht nach seiner Heimat nach der Vertreibung und die tiefe Verletzung. So changiert sein Werk zwischen Tragik und Komik, zwischen Sehnsucht und Heimatlosigkeit. Pins zeichnet das Narrenhafte im Menschen, legt seine Schwächen und Ängste offen.

Kunstwerke und Vorträge

Zu der Ausstellung gehören auch zwei Vorträge. Der erste mit dem Titiel „Die Sehnsucht nach dem Mehr“ findet am 3. April in der Synagoge der jüdischen Gemeinde haKochaw, Buderusstr., um 18 Uhr statt. Exil, in der Fremde, die Sehnsucht nach der Heimat, das sind Empfindungen, die das Werk Jacob Pins kennzeichnen. Seine Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus, mit der Ermordung seiner Eltern in Deutschland, stehen in Spannung zu seiner Sehnsucht nach Freiheit. Der Vortrag zieht Verbindungen von den Erfahrungen Jacob Pins‘ zu den Erfahrungen des jüdischen Volkes. Referenten sind Dr. Heike Plaß und Pfarrer Dirk Heckmann.
Beide Referenten sprechen am 6.04. um 19.30 Uhr in der Stadtkirche zu "Heilige und Narren - ein kulturtheologischer Dialog". Anhand ausgewählter Werke beleuchten sie das Wesen des Clowns aus kulturgeschichtlicher und theologischer Sicht.

Ausblick

Am 27.4. endet die Ausstellung. Zur Finnisage um 19.30 Uhr findet eine szenische Lesung zu Luthers Judenschriften statt: "Der Jude Jesus und der Lästerer Luther". Im Anschluß an die Ausstellung sind Künstler eingeladen, eigene Werke zum Thema "Licht und Schatten der Freiheit einzureichen. Diese werden in einer Sonderausstellung ab Pfingsten in der Stadtkirche gezeigt.