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Die Johanneskirche in Frömern ist eine der ältesten Kirchen im Kirchenkreis: der Westturm stammt noch vom ersten nachweisbaren Kirchenbau aus romanischer Zeit (12. Jahrhundert). Um die Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt die Turmhalle eine 60 cm starke Kuppel mit längsrechteckigem Grundriß. Bei der ursprünglichen romanischen Kirche handelte es sich um einen einschiffigen, zweijochigen Saalbau (7,88 x 12,76 Meter) mit halbrunder Apsis, wie man bei Grabungen während des Neubaus im 19. Jahrhundert feststellte. Die erhöht liegende Kirche war von einem Friedhof umgeben, der 1682 eine umlaufende Mauer besaß. Die Mauer und die meisten Grabsteine sind heute entfernt. Das Turmportal wurde 1876 beim Neubau vollständig erneuert. Nach dem Turmbrand 1761 bei der Schlacht von Vellinghausen wurde ein neuer spitzer 25,50 m hoher Turmhelm errichtet und die zwei über Eck gestellten Strebepfeiler hinzugefügt.

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31. August 2012

Unsere Solidarität und unser Mitgefühl

Die jüdische Gemeinde hat ihr Zuhause im ehemaligen Bodelschwingh-Haus in Massen gefunden. Dies ist heute ihre Synagoge.

"Am Montagabend ist der Rabbiner der Unnaer jüdischen Gemeinde haKochaw in Berlin von vier Jugendlichen auf offener Straße geschmäht und brutal niedergeschlagen worden. Seine 6-jährige Tochter, die das ganze miterleben musste, wurde verbal mit dem Tode bedroht. Dieser Vorfall versetzt die jüdischen Gemeindeglieder verständlicherweise in Angst und Schrecken.

Der evangelische Kirchenkreis Unna und seine Gemeinden teilen das Entsetzen und verurteilen die feige Tat aufs Schärfste. Unser Mitgefühl gilt dem Rabbiner und seiner Familie. Wir wünschen ihm baldige Genesung. Der jüdischen Gemeinde versichern wir unsere Solidarität und unser Mitgefühl. Wir wollen auch in Zukunft alles dafür tun, dass sie bei uns in Unna angstfrei leben können.

In den Gottesdiensten am folgenden Sonntag werden wir daher für den Rabbiner und seine kleine Tochter beten und Gott um Trost und Ermutigung für unsere jüdischen Geschwister bitten. Möge dieser Akt der Gewalt viele Menschen in Deutschland wachrütteln und Christen, Muslime und Juden zu verstärkten Bemühungen für eine friedliche und tolerante Gesellschaft anspornen." (Annette Muhr Nelson)

Am Montag, den 3.9., fand ein interreligiöses Gebet in der Synagoge in Unna-Massen statt. Landrat Michael Makiolla und Bürgermeister Werner Kolter  vertraten die politische Gemeinschaft. Kolter mit Blick auf die Schandtat in Berlin: "Wir in Unna wollen ein Zeichen setzen, so nicht leben zu wollen:" Respekt und Wertschätzung sei das Gebot der Stunde. "Gewalt hat nicht das letzte Wort", sekundierte ihm Gisela Habekost, 2. Vorsitzende des Kulturvereins "Stern", in dem zahlreiche Christen ihre Unterstützung der 2007 erfolgten Wiedergründung der jüdischen Gemeinde vor Ort bekunden. Für den Kirchenkreis richtete der Fröndenberger Pfarrer Achim Heckel in der Synagoge ein Wort "an die Brüder und Schwestern der Gemeinde haKochaw" und zitierte aus der hebräischen Bibel  Jesaja 42: "Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen." Die evangelischen Gemeinden der Region, "aufgeschreckt" vom Gewaltakt gegen den Rabbi, hätten in ihren Gottesdiensten des Unrechts gedacht. Neben Mitgliedern des örtlichen Integrationsrates war auch die islamisch-türkische Gemeinde der Stadt durch ihren Vorsitzenden Yussuf Koc vertreten, der gegenüber der UK seine Bestürzung kundtat. Das Ehepaar Kahraman, Mitglied dieser Gemeinde, sang zur Gitarre das türkische Lied "Wir gehen auf einem langen schmalen Weg". ds