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Die Kirche wurde ab 1230 als Klosterkirche eines Zisterzienserinnenklosters gebaut. Sie war von Anfang an mit dem märkischen Grafengeschlecht von Altena verbunden und wurde als Grabeskirche genutzt. Das Kirchenschiff selber wurde damals vom „normalen“ Volk genutzt. Der Bereich unter der Empore wurde lange als eine Art Krypta ausgewiesen. Hier fanden z.B. einige Grafen von der Mark, aber auch Äbtissinnen ihre letzte Ruhestätte (z.B. Graf Otto – 1262, Graf Engelbert – 1391). Nach gut 200 Jahren Klostertätigkeit wurden die Klosterregeln allmählich aufgegeben. Die Einrichtung wurde zu einer Versorgungsstätte für Töchter des südwestfälischen Hochadels. Der Marienaltar im Seitenschiff der Stiftskirche ist in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist um 1400 entstanden und wird Konrad von Soest zugeschrieben. Er erzählt einen Marienzyklus und setzt damit kirchliche Legendenbildung und biblisches Material in Farbe um. Der Reichsadler auf dem Altar mit den Initialen FR für Friedericus Rex (Preußenkönig Friedrich) erinnert an die Fürsorgeflicht Preußens gegenüber der Stiftskirche seit der Säkularisation von 1803. Die Kirche gehört bis heute dem Land Nordrhein-Westfalen in der preußischen Rechtsnachfolge.

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Archiv

31. August 2012

Unsere Solidarität und unser Mitgefühl

Die jüdische Gemeinde hat ihr Zuhause im ehemaligen Bodelschwingh-Haus in Massen gefunden. Dies ist heute ihre Synagoge.

"Am Montagabend ist der Rabbiner der Unnaer jüdischen Gemeinde haKochaw in Berlin von vier Jugendlichen auf offener Straße geschmäht und brutal niedergeschlagen worden. Seine 6-jährige Tochter, die das ganze miterleben musste, wurde verbal mit dem Tode bedroht. Dieser Vorfall versetzt die jüdischen Gemeindeglieder verständlicherweise in Angst und Schrecken.

Der evangelische Kirchenkreis Unna und seine Gemeinden teilen das Entsetzen und verurteilen die feige Tat aufs Schärfste. Unser Mitgefühl gilt dem Rabbiner und seiner Familie. Wir wünschen ihm baldige Genesung. Der jüdischen Gemeinde versichern wir unsere Solidarität und unser Mitgefühl. Wir wollen auch in Zukunft alles dafür tun, dass sie bei uns in Unna angstfrei leben können.

In den Gottesdiensten am folgenden Sonntag werden wir daher für den Rabbiner und seine kleine Tochter beten und Gott um Trost und Ermutigung für unsere jüdischen Geschwister bitten. Möge dieser Akt der Gewalt viele Menschen in Deutschland wachrütteln und Christen, Muslime und Juden zu verstärkten Bemühungen für eine friedliche und tolerante Gesellschaft anspornen." (Annette Muhr Nelson)

Am Montag, den 3.9., fand ein interreligiöses Gebet in der Synagoge in Unna-Massen statt. Landrat Michael Makiolla und Bürgermeister Werner Kolter  vertraten die politische Gemeinschaft. Kolter mit Blick auf die Schandtat in Berlin: "Wir in Unna wollen ein Zeichen setzen, so nicht leben zu wollen:" Respekt und Wertschätzung sei das Gebot der Stunde. "Gewalt hat nicht das letzte Wort", sekundierte ihm Gisela Habekost, 2. Vorsitzende des Kulturvereins "Stern", in dem zahlreiche Christen ihre Unterstützung der 2007 erfolgten Wiedergründung der jüdischen Gemeinde vor Ort bekunden. Für den Kirchenkreis richtete der Fröndenberger Pfarrer Achim Heckel in der Synagoge ein Wort "an die Brüder und Schwestern der Gemeinde haKochaw" und zitierte aus der hebräischen Bibel  Jesaja 42: "Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen." Die evangelischen Gemeinden der Region, "aufgeschreckt" vom Gewaltakt gegen den Rabbi, hätten in ihren Gottesdiensten des Unrechts gedacht. Neben Mitgliedern des örtlichen Integrationsrates war auch die islamisch-türkische Gemeinde der Stadt durch ihren Vorsitzenden Yussuf Koc vertreten, der gegenüber der UK seine Bestürzung kundtat. Das Ehepaar Kahraman, Mitglied dieser Gemeinde, sang zur Gitarre das türkische Lied "Wir gehen auf einem langen schmalen Weg". ds