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Der Glockenturm der Thomaskirche in Bergkamen wurde 2012 erbaut. Durch die Fassade hindurch sind die Kirchturmglocken zu sehen. Die Kirche selbst steht im Stadtteil Overberge und gehört zur Ev. Friedenskirchengemeinde Bergkamen.

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23. November 2010

Synode des Kirchenkreises Unna: "Kirchenparlament" tagte in Weddinghofen

Finanzkraft auf Sparflamme       BERGKAMEN.   Mit einer Andacht in der Auferstehungskirche in Bergkamen eröffnete die "Herbstsynode" des Kirchenkreises Unna. Wesentliche Verhandlungsgegenstände der Synode  - des "Kirchenparlaments" - waren die allgemeine Finanzsituation der Ev. Landeskirche in Westfalen sowie des Kirchenkreises Unna. Die 83 stimmberechtigten Mitglieder sowie beratende Gäste nahmen zur Kenntnis, dass der Kirchenkreis sich in den nächsten Jahren weiterhin auf eine  "langsam schwächer werdende Finanzkraft" einzustellen habe. Von einer "stabilen Seitwärtsbewegung" sprach Thomas Sauerwein, Verwaltungsleiter des Kreiskirchenamtes, der den Synodalen die Finanzplanung detailliert erläuterte. Die demografische Entwicklung, so Sauerwein, prognostiziere einen Rückgang  der Kirchenmitglieder im Kirchenkreis Unna von augenblicklich fast 84.000 auf nur noch 78.000 Mitglieder im Jahr 2016. In den nächsten vier Jahren müssten zudem weitere 3,5 Pfarrstellen abgebaut werden.   Nach dem Hauptthemenblock Finanzen und Haushaltspläne berichtete Superintendentin Annette Muhr-Nelson aus der laufenden Arbeit im Kirchenkreis Unna. Das Spektrum  der Arbeitsfelder reichte hier von Kernfragen der Bildung und Erziehung - "Schule und Lernen - ein lebensbegleitender Prozess"  bis hin zu Kommunalfinanzen und den Sparpaketen der Bundesregierung. Die lange geforderte Erhöhung des Hartz-IV-Satzes um 5 Euro "ist völlig unzureichend und wird zurecht... als Schlag ins Gesicht verstanden!" Man dürfe sich hier keinen Sand in die Augen streuen lassen, so Muhr-Nelson unmissverständlich. "Erwerbsarbeit muss einen Lohn erbringen, von dem es sich leben lässt!", forderte die leitende Geistliche. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Armen beschämt und pauschal als Sozialschmarotzer hingestellt werden!", sprach sich die Superintendentin klipp und klar dafür aus, "gesellschaftliche Missstände zu skandalisieren" und im Gegenzug "Projekte zu fördern, die Armut lindern" wie z.B. die kreiskirchliche Kampagne gegen Kinderarmut "Von wegen nix zu machen". Beim Blick über den Tellerrand schlug Annette Muhr-Nelson den Bogen hin zu Fragen der Klimagerechtigkeit. "Atomenergie gefährdet die Existenz des Lebens auf dieser Erde". Ein notwendiger Systemwechsel werde verzögert: die "bundespolitische Entwicklung gibt Anlass zur Sorge."     Auch im Kirchenkreis Unna soll beim Fundraising, dem "Heben von Schätzen", nun erstmals ein hauptamtlicher Mitarbeiter mit einer halben Stelle gezielt beitragen zum "Aufbau und der Pflege von Beziehungen zwischen einer gemeinnützigen Organisation und einem Spender". Immerhin flossen durch die bisherigen freiwilligen "Kirchgeldaktionen" den Haushalten der Kirchengemeinden  270.000 Euro zu, freute sich Superintendentin Annette Muhr-Nelson über die unübersehbar große Spendenbereitschaft im Kirchenkreis.   Die Sicherstellung der zukünftigen Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises, die Partnerschaften zu Weißrussland, Siebenbürgen und Tansania, aber auch Themen wie die letzte Visitation in Fröndenberg und Bausenhagen waren weitere Themen, die Muhr-Nelson in ihrem Bericht vor der Synode in Bergkamen vorstellte.     Der Predigttext als PDF-Datei Der Bericht der Superintendentin als PDF-Datei     Tonino Nisipeanu