Informationen
zum Hintergrund-
bild - bitte klicken
Sie hier.

Im Bild

Die Kirche wurde nach Grundsteinlegung am 28. Juni 1953 und tatkräftiger Mithilfe während der Bauzeit am 1. Advent 1955 eingeweiht. Im Jahr 2013 wurde eine durch einen Raumteiler geschützte Gedenkkapelle eingerichtet und ein Durchgang zum Gemeindehaus errichtet. An der Wand neben dem Altarraum zeigt ein Putzschnitt den „Sinkenden Petrus“. Die Orgel ist eine Steinmann-Orgel von 1978 . Drei Glocken rufen die Gemeinde zum Gebet und Gottesdienst. Sie tragen die Aufschriften: „Er ist unser Friede“, „Land, Land, Land höre des Herrn Wort!“ und „Ehre sein Gott in der Höhe“ .

Zurück zur Seite

Archiv

16. Juli 2010

Ein Ratssaal voller Frauen

Fröndenberger Frauensalon: Malerinnen des Mittelalters FRÖNDENBERG.  "Sie durften keine Akte malen lernen!" Die Kunsthistorikerin Dr. Ellen Markgraf begründete damit, dass es zwar malende Frauen im Mittelalter gab, diese aber keine Ausbildung in der Portraitmalerei machen konnten. Erst durch den Akt war der Zugang zur perfekten Darstellung des menschlichen Körpers möglich. Doch dies war für Frauen zu anstößig. Beim zweiten "Fröndenberger Frauensalon" stellte die Kasseler Kunsthistorikerin verschiedene Künstlerinnen vor. Manches Frauenschicksal in der Kunstgeschichte ist beeindruckend, die meisten machen betroffen. Die Geschichte der ersten vorgestellten Malerin, Artemisia Gentileschi (1593-1653), beginnt mit einer Vergewaltigung, die einen erniedrigenden Gerichtsprozess nach sich zog. Gentileschi lernte die Malerei von ihrem Vater, der ebenfalls ein berühmter Maler war. Nach und nach entwickelte sie ihren eigenen Stil, der von den erlittenen Gewalterfahrungen geprägt war. Die gut 40 Frauen im Stiftssaal hingen der Referentin an den Lippen, als sie mehrere Bilder Gentileschis vorstellte und erklärte. Auch das Schicksal der Camille Claudel (1864-1943) berührte die Frauen: Camille wuchs in großer Nähe zu ihrem Bruder Paul Claudel auf. Er wurde Schriftsteller und Diplomat, sie selbst wurde Malerin und vor allem Bildhauerin. Als Künstlerin fand sie bald die Nähe zu dem wesentlich älteren Bildhauer Auguste Rodin. Ihre Leidenschaft für ihn wurde von seiner Seite aber nicht erwidert. Er blieb seiner Haushälterin treu. Zwischen Rodin und Camille Claudel bestand eine intensive Arbeitsbeziehung. Allerdings wurde Camille unter diesen Lebensumständen psychisch krank. Von ihrer Mutter und ihrem Bruder bekam sie keinerlei Unterstützung, sondern wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, in der sie die letzten dreißig Jahre ihres Lebens lebte, ohne noch ein Kunstwerk zu schaffen. Heute ist aus den Unterlagen ersichtlich, dass sie mit Begleitung hätte außerhalb einer Anstalt leben können. Doch diese Begleitung und Betreuung verweigerten ihr die Mutter und der Bruder. Andere vorgestellte Künstlerinnen hatten es nicht ganz so schwer. Aber jedes Schicksal, das vorgestellt wurde, beeindruckte. Die breite und vielfältige Auswahl der vorgestellten Kunstwerke - Bilder, Skulpturen und Objekte - zeigte schöpferische Frauen jeden Alters, vieler Epochen und unterschiedlicher Stilrichtungen. Die Musikerinnen Anna Gorelkina am Klavier und Anne Suermann mit der Altflöte bezauberten die Gäste des Frauensalons und ließen gemeinsam mit Ellen Markgraf die schwüle Hitze des Tages in den Hintergrund treten. Terminhinweis: Der nächste "Fröndenberger Frauensalon" wird eine Musikerin vorstellen. Am Dienstag, dem 28. September, wird die Pianistin Karin Becker die Pianistin und Komponistin Clara Schumann vorstellen. Auch dieser Salon wird von 19.30 bis ca. 21.30 Uhr im Ratssaal des Stiftsgebäudes stattfinden. Weitere Informationen bei Birgit Mescher, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Fröndenberg.  Elke Markmann