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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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Archiv

25. März 2010

Begabt zum glücklich sein: Else Ury

"Begabt zum glücklich sein, ließ sie unglücklich sein einfach nicht an sich heran", so charakterisiert Marianne Brentzel die bekannte Nesthäkchen-Autorin Else Ury. Ihre Bücher waren vor dem zweiten Weltkrieg weit verbreitet. Eine Auflage von fast sieben Millionen Büchern konnten die Mädchenbücher seit den 20er Jahren für sich verbuchen. Auch später gab es sie wieder. Von den Nazis und in der DDR waren sie verboten. In den 80er Jahren kamen Verfilmungen der Bücher heraus und zogen viele Menschen in ihren Bann. Über Else Ury allerdings war lange Zeit nur wenig bekannt. Die wenigsten Menschen wussten, dass sie Jüdin war. Marianne Brentzel aus Dortmund hat ihre Geschichte wieder ausgegraben. Eine Radiosendung hatte sie aufmerksam gemacht. Sie fing an zu forschen und wurde zur Ury-Spezialistin. 1992 erschien die erste Ury-Biographie, 2007 eine überarbeitete Ausgabe. Jetzt war Marianne Brenztel im Frauensalon in Unna-Königsborn zu Gast und ließ dort die Autorin Else Ury lebendig werden. Es gelang ihr hervorragend, die gut 60 Gäste im Salon in den Bann zu ziehen. Entrückt in eine Welt um die Jahrhundertwende, im ersten Weltkrieg, in die Weimarer Republik und schließlich bis zur Nazizeit, der Verfolgung der Jüdin Else Ury und schließlich ihrem Tod am 13. Januar 1943 in Auschwitz. Else Ury wurde am 1. November 1877 geboren und wuchs in Berlin in einer gut situierten und angesehenen jüdischen Familie auf. Sie lebte mit ihrer Mutter zusammen, teils auch mit einem oder zwei Brüdern und blieb unverheiratet. Mit 28 Jahren erschien ihr erstes von insgesamt 38 Büchern, davon 10 Nesthäkchen-Bände. Die Geschichte der Annemarie Braun, bekannt als „Nesthäkchen", beschreibt das Leben eines blonden, immer munteren Mädchens mit Puppen bis hin zur weißhaarigen Großmutter. Nesthäkchen lebt ein typisches Frauenleben. Die Geschichte endet mit einem großen Happy-End. Anders als die Geschichte der Autorin. Zu Beginn der Naziherrschaft sah Else Ury noch eine mögliche Zukunft mit Adolf Hitler. Die ersten Judenverfolgungen interpretierte sie als Aktionen gegen die wenig beliebten und nicht in die Gesellschaft integrierten OstjudenSie konnte sich nicht vorstellen, dass sie selbst und ihre Familie, verfolgt würden. Am 6. Januar 1943 kommt sie in die Deportationssammelstelle, wenige Tage später nach Auschwitz. Sie kam dort am 13. Januar an und wurde direkt in die Gaskammer geschickt. Die interessanten Informationen von Marianne Brentzel wurden von den virtuosen Geigenklängen Freya Deitings gerahmt. Sie spielte unter anderem Klezmermusik, aber auch die Titelmusik der Nesthäkchenfilme.Elke Markmann