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Die Kirche wurde ab 1230 als Klosterkirche eines Zisterzienserinnenklosters gebaut. Sie war von Anfang an mit dem märkischen Grafengeschlecht von Altena verbunden und wurde als Grabeskirche genutzt. Das Kirchenschiff selber wurde damals vom „normalen“ Volk genutzt. Der Bereich unter der Empore wurde lange als eine Art Krypta ausgewiesen. Hier fanden z.B. einige Grafen von der Mark, aber auch Äbtissinnen ihre letzte Ruhestätte (z.B. Graf Otto – 1262, Graf Engelbert – 1391). Nach gut 200 Jahren Klostertätigkeit wurden die Klosterregeln allmählich aufgegeben. Die Einrichtung wurde zu einer Versorgungsstätte für Töchter des südwestfälischen Hochadels. Der Marienaltar im Seitenschiff der Stiftskirche ist in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist um 1400 entstanden und wird Konrad von Soest zugeschrieben. Er erzählt einen Marienzyklus und setzt damit kirchliche Legendenbildung und biblisches Material in Farbe um. Der Reichsadler auf dem Altar mit den Initialen FR für Friedericus Rex (Preußenkönig Friedrich) erinnert an die Fürsorgeflicht Preußens gegenüber der Stiftskirche seit der Säkularisation von 1803. Die Kirche gehört bis heute dem Land Nordrhein-Westfalen in der preußischen Rechtsnachfolge.

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Archiv

03. August 2009

Wahlprüfsteine des Kirchenkreises Unna

Auf der Kreissynode am 17.6. wurden die Wahlprüfstein vorgestellt.

Im gegenwärtigen Kommunalwahlkampf wird Bezug auf die Wahlprüfsteine gegen Kinderarmut des Kirchenkreises Unna genommen. Darin geht es um die Frage "Was tun die Parteien der Städte und Gemeinden im Kreis Unna konkret gegen Kinderarmut?"Der Sozialausschuss des Kirchenkreises hat sie erarbeitet, auf der Sommersynode am 17.6. wurden sie vorgestellt. Die Wahlprüfsteine im Wortlaut: Was tun die Parteien der Städte und Gemeinden im Kreis Unna gegen Kinderarmut? Kinderarmut gibt es auch im Kreis Unna. Sie tritt nicht nur als Einkommensarmut auf, sondern zeigt sich auch darin, dass immer mehr Kindern der Zugang zu Bildung und die Teilhabe an Zukunftschancen erschwert oder sogar verwehrt werden. Kinder, die hungrig und ohne angemessene Kleidung sowie ohne ausreichendes Lernmaterial in Kindergärten und Schulen gehen, werden gravierend in ihrer Entwicklung benachteiligt. Dies können und wollen wir nicht dulden. Der Sozialausschuss des Kirchenkreises Unna fragt die Parteien, die sich um die Stimmen der Wähler und Wählerinnen bei der Kommunalwahl 2009 bewerben, was sie konkret gegen Kinderarmut im Kreis Unna unternehmen werden. Alle Wählerinnen und Wähler bittet der Sozialausschuss, bei ihrer Stimmenvergabe die folgenden Prüfsteine gegen Kinderarmut zu beachten:
  • Begleitung von der Wiege an! Besuchsdienst für alle Neugeborenen:
    Einige Kommunen führen Modellprojekte durch, bei dem alle Neugeborenen und ihre Familien von Mitarbeitenden besucht werden. So können sofort Hilfebedarfe festgestellt und passgenaue Informationen über Hilfs-, Förder- und Beratungsangebote weitergegeben werden, um so früh wie möglich eine positive Entwicklung zu fördern. Diese "Begleitung von der Wiege an" muss dauerhaft in allen Kommunen flächendeckend eingeführt werden!
  • Hinschauen! Kleinräumige Sozialberichte in allen Kommunen:
    In einigen Kommunen wurden bereits Armutsberichte erstellt, in anderen aber lässt dieser noch auf sich warten. Die Städte und alle Träger sozialer Hilfe brauchen dringend kontinuierlich genaue und aktuelle Daten über die soziale Situation in den einzelnen Stadtteilen, um Fehlentwicklungen so früh wie möglich aktiv entgegenwirken zu können. Darum muss es kleinräumige Sozialberichte in den Kommunen geben, aus denen ausdrücklich die Situation von Kindern hervorgeht.
  • Platz da! Vorschulische Versorgung von Kindern:
    Der Ausbau der Tagesbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren verläuft zu langsam und ist auch in seiner letzten Ausbaustufe zu gering für den tatsächlichen Bedarf geplant. In vielen Kommunen ist insbesondere der Zugang zu Tagesmüttern mit vielen Hürden versehen und für Eltern zu bürokratisch  geregelt, die Tagesmütter sind zu schlecht bezahlt. Gerade für Alleinerziehende muss hier dringend nachgebessert und von der kommunalen Ebene auf die Landesebene eingewirkt werden!
  • Kein leerer Teller! Kostenlose Mahlzeiten in Ganztagseinrichtungen: Es kann nicht sein, dass Kinder in Kindertagesstätten und Ganztagsschulen wegen fehlenden Geldes ohne Mahlzeit bleiben oder die Träger die Lasten für nicht gezahlte Mahlzeiten allein tragen müssen. Bei nachgewiesenem Bedarf müssen die Kosten für das Essen von den Kommunen vollständigübernommen werden!
  • Kein leerer Ranzen! Versorgung mit Schulbedarf:
    100 Euro Zuschuss für ein "Schulbedarfspaket" in den Klassen 1-10 für Empfänger/innen von Arbeitslosengeld II pro Jahr sind zu wenig! Die Städte und Gemeinden müssen dafür sorgen, dass alle Kinder und Jugendlichen ausreichend mit Schulmaterial versorgt werden, auch für Schüler/innen in der Oberstufe! Dies muss auch von den Kommunen für die Reformierung der Hartz -IV-Gesetzgebung gefordert werden!
  • Starke Nachbarschaften! Förderung von sozialen Bündnissen für Kinder: Die Städte und Gemeinden müssen alle Initiativen mit Sach- und Geldmitteln unterstützen, die im Stadtteil Bündnisse von Schulen, Kirchengemeinden, freien Trägern, etc. organisieren und so nah bei den Menschen Hilfsstrukturen für Kinder aufbauen und erhalten.
  • Interkulturelle Öffnung! Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund:
    Sprachstandserhebungen bei vierjährigen Kindern haben in manchen Wohnbereichen einen Sprachförderbedarf bei fast allen Kindern ergeben. Kinder mit ausländischen Wurzeln werden noch stärker als andere benachteiligt und haben geringere Zukunftschancen. Darum müssen für ihre Belange in der Kinder- und Jugendarbeit Verantwortliche mit interkulturellem Hintergrund tätig sein, damit z.B. eine effektive und unter den Einrichtungen abgestimmte Sprachförderung umgesetzt wird.
Der Sozialausschuss des Kirchenkreises Unna, am 28.05.2009 Ansprechpartner: Pfarrer Helge Hohmann, Tel.: 02303-333916  Die Wahlprüfsteine als pdf-Dokument finden Sie hier .