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Paul-Gerhardt-Kirche Bereits im Jahr 1964 war der Wunsch nach einer eigenen Kirche groß, ein Kirchbauverein sammelte fleißig und in der ersten Sitzung des Presbyteriums dieser Gemeinde wird beschlossen, eine eigene Kirche zu bauen: Im Herbst 1968 kamen die ersten Bagger, am 26.4.1970 wurde Kirchweihfest gefeiert. Die Kirche wurde auch als Garnisonskirche für die nahe liegende Glück-auf-Kaserne erbaut. Im Kirchenraum fällt zuerst der komplett aus Sandstein gefertigte Innenraum auf. Der Architekt Werner Johannsen hat einen quadratischen Grundriss gewählt. Eingangsportal, Kreuz, Altar und Taufbecken wurden von dem Bildhauer Heinz Heiber aus Nürnberg gestaltet. Besonderer Blickfang ist hier das Kreuz, dass mit 4 Metern Höhe zentraler Ort in Chorraum ist. Beleuchtet wird die Kirche durch die Kirchenfenster vom Bremer Glasmaler Heinz Lilienthal. In jede Himmelsrichtung ist ein großes Fenster vom Boden bis zum Dach, so dass zu jeder Tageszeit Sonnenlicht in bunten Farben in die Kirche fällt.

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Archiv

18. März 2009

Wie konnte es geschehen?

Rathaus Unna: Auschwitz-Gedenkfeier   UNNA.   So still und so aufmerksam hat man den vollbesetzten Unnaer Ratssaal selten erlebt. Elvira Luft, Ratsfrau und Aktive der Königsborner Christuskirchengemeinde, gestand am Ende der einstündigen Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Auschwitz, dass ihr die Sprache verschlagen habe, was da junge Menschen aus der benachbarten Gesamtschul-Oberstufe in Wort und vor allem in Szene gesetzt hatten. Beklemmung begann sich breitzumachen, als jeder zweite Besucher im Rund sich von Schwarz-Uniformierten als Brillenträger brandmarken lassen musste. Über die Einbeziehung lokaler Unnaer Geschehnisse - im März 1933 verlief der Boykott der jüdischen Geschäfte nach dem Bericht der Heimatpresse "ohne Zwischenfälle" - ging es im abgedunkelten Saal einem ergreifenden Schauspiel entgegen: die Abiturienten hatten einzeln vorzutreten, auf Geheiß ihre Brillen abzulegen, desgleichen Oberkleidung und Schuhe. Zu ekstatischen Requiem-Klängen bildete sich neben diesen drei Stapeln ein vierter Stapel  aus Menschenleibern. Dahinter die Bilder der vorgefundenen Requisiten aus Auschwitz. Dann mit der Rezitation der "Todes-Fuge" von Paul Celan zurück auf Unnaer Terrain: sämtliche Namen der Mitglieder der Unnaer jüdischen Gemeinde, die die Nazis ermordeten, erschienen im 3-Sekunden-Rhythmus auf der Leinwand, quälende siebeneinhalb Minuten lang, bis zur abschließenden Familie Zivi, 146 Unnaer umgebrachte Mitbürger. Im Rap-Song des Musikkurses des 11. Jahrgangs "Wie konnte es geschehen?", schlugen die Gesamtschüler den Bogen auch in die Gegenwart. Jüngste braune Schmierereien etwa auf den unlängst eingelassenen "Stolpersteinen", die am Alten Markt an die jüdischen Familien Marx und Wolf erinnerten, hatten aktuell werden lassen, wie nötig das Erinnern bleibt, zu welchem Vize-Bürgermeister Wilfried Bartmann aufgerufen hatte. "Dieser Rap mit dem Refrain 'Wir haben gelernt' hat mir Mut gemacht", äußerte beeindruckt die Vorsitzende der neuen jüdischen Gemeinde Unnas, Alexandra Khariakova. Ulrich Knies