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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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12. Mai 2008

"Lasst euch von Gottes Geist immer wieder neu überraschen" - Eine Reise durch die Kirchennacht im Kirchenkreis Unna

Erste Bild-Impressionen dieser Kirchennacht aus verschiedenen Kirchen im Kirchenkreis finden Sie hier  (Ordner  "Kirchennacht"unter  "GALERIE"). Von Glockengeläut und Grillduft wurden die Besucherinnen und Besucher der Nacht der offenen Kirchen auf dem festlich hergerichteten Kirchplatz der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Königsborn empfangen. So begann der Abend in der Kirche mit einem besonders festlichen Pfingstgottesdienst: Es wurden nicht nur insgesamt vier Taufen von Kindern und Erwachsenen gefeiert, sondern auch Abendmahl im Gottesdienst. Zur heiter beschwingten Atmosphäre gehörte es auch, dass jeder Täufling mit einem Applaus als neues Gemeindeglied begrüßt wurde. Pfarrerin Hannelore Hollstein ermunterte dazu, sich von Gottes Geist immer wieder neu überraschen zu lassen. Einige hundert Meter weiter hatte die Christuskirchengemeinde ihre Nacht unter das Thema "Salz" gestellt. Dazu erinnerte eine kleine Ausstellung an die Geschichte des Salzgewinnung und Nutzung in Königsborn. Aber Salz ist nicht nur ein wichtiges Lebensmittel, sondern auch "etwas Heiliges, ein symbolisches Bindemittel zwischen Gott und Mensch", betonte Pfarrer i. R. Hans Freudenberg. Musik erklang im Wechsel mit Lesungen und später wurde auch zu Salzbrezeln mit Wein eingeladen. Weiter im Süden, in Fröndenberg schallten schon die festlichen Klänge des "Tores von Kiew" aus dem Konzertzyklus "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky entgegen, wenn man den Stiftskirchenberg erstieg: Kirchenmusikerin Ramona Kühn eröffnete mit dem Dortmunder Trompetenensemble die Fröndenberger Nacht. Darauf stand eine Kirchraumerfahrung in der benachbarten katholischen Kirche auf dem Programm, bevor dann ein gemeinsamer Gottesdienst beider Gemeinden die Nacht beschloss. Zu mir oder zu dir?" waren die Einladungskarten zur gesamten Kirchennacht überschrieben. Und so fuhren manche durch den ganzen Kirchenkreis. Zwei Frauen aus Frömern waren fast froh, dass sich ihre Gemeinde in diesem Jahr nicht beteiligte. Denn so hatten sie die Gelegenheit herumzureisen, auch wenn es schwer fiel ,sich zwischen den vielen Programmpunkten an den verschiedenen Orten zu entscheiden: "Das Fröndenberger Trompetenkonzert war so toll, das ich eine Gänsehaut bekommen habe – aber jetzt haben wir das Gloria von John Rutter in der Unnaer Stadtkirche verpasst." Den ganzen Tag Dienst hatten die für die Bratwurst zuständigen Männer vom Dellwiger Männerdienst. Denn die Gemeinde hatte ihre Kirchennacht mit dem Gemeindefest zusammengelegt. Schon ab 14 Uhr gab es Programm auf dem Kirchplatz und der Festgottesdienst zu Pfingsten um 18 Uhr war der Übergang zur Kirchennacht, in der zum Thema "lebendige Bibel" mit Theater, Chören und Lesungen eingeladen wurde. "Unser Markus-Evangelium haben wir auch fertig gekriegt", freute sich Pfarrer Dieter Schiewer über die Fortschritte bei der "Dellwiger Handschriftenbibel", an der über den Tag weitergeschrieben wurde.  Einige Kilometer schmale, dunkle Straßen weiter wurden die Eintretenden in der festlich schimmernden Opherdecker Kirche gleich am Eingang mit Schmalzbroten, Getränken und eindrucksvollen Klängen in der wunderbaren Akkustik der romanischen Kirche empfangen. Das 14-köpfige Vokalensemble Cantamus bot Chormusik vom Frühbrock bis zur Moderne in der mit Texten und Musik gestalteten Nacht dar. Viele Kirchen waren extra für die Kirchennacht von außen oder innen besonders beleuchtet. So erstrahlten die Gotteshäuser in Königsborn, Dellwig und Unna in farbigem Licht. Auch die Kirche am Markt in Holzwickede leuchtete aus dem sonst eher dunklen Stadtbild hervor. Deutlich nach 22 Uhr war sie noch vollbesetzt, an der Seite waren Tische und kurze Bänke zu kommunikativen Nischen zusammengestellt und mit Kerzenlicht beleuchtet. Das Herz war hier das Leitmotiv des Abends. So waren Popballaden und Chormusik "Aus meines Herzens Grunde" in stimmungsvollen Arrangements zu hören. Kirchenchor und Songgruppe sowie Solistin Rebecca Nagel begeisterten die Zuhörer. Aber auch Gemeindegesang wurde hier großgeschrieben, denn immer wieder vereinigten sich alle zu gemeinsamen Liedern. Und unter dem Titel "Ich singe dir mit Herz und Mund" gab es ein offenes Singen mit Kirchenmusikdirektor Matthias Nagel, in dem auch experimentelle Elemente ausprobiert wurden. Die Unnaer Stadtkirche empfing in dieser Nacht 1800 Gäste. So viele Geburtstagsgäste hatte Kirchenmusikdirektorin Hannelore Höft, die an diesem Tag 50 wurde, sicher noch nie. Hier begann die Kirchennacht bereits um 18 Uhr und endete erst weit nach Mitternacht. "Die Highlights waren die tollen musikalischen Beiträge, aber das Besondere ist die Atmosphäre", begeisterte sich eine Besucherin, die die ganze Nacht mit ihrer Tochter in der Stadtkirche geblieben war. Kurz vor Mitternacht brachte Pfarrer Jörg Uwe Pehle dem Kind noch eine Decke, als es auch der Kirchenbank doch mal kurz einschlief. "Die ganzen Vorbereitungen haben sich gelohnt",  zog Pehle beim ersten Glas Wein des mitternächtlichen "NachtMahls" eine erste Bilanz. "Es war eine tolle Nacht - so richtig geisterfüllt. Es wäre schön, wenn sich die westfalenweite Kirchennacht alle zwei Jahre etablieren würde", wünscht sich Pehle, der Kirchennachtkoodinator im Kirchenkreis ist. In zwei Jahren soll es in jedem Fall wieder eine westfälische Kirchennacht geben – im Kontext der Kulturhauptstadt 2010. So gibt es bereits jetzt schon Planungen in Zusammenarbeit mit dem Unnaer Lichtkunstmuseum, allen Gemeinden im Kirchenkreis als Oberthema "Licht" mit Gestaltungsvorschlägen anzubieten.  
Erste Bild-Impressionen dieser Kirchennacht aus verschiedenen Kirchen im Kirchenkreis finden Sie hier  (Ordner  "Kirchennacht"unter  "GALERIE").
Gudrun Mawick