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Im Haus der Kirche in der Mozartstrasse in Unna finden sich die Verwaltung, die Referate sowie die Suptur des Kirchenkreises. Das rote Backsteinhaus ist zudem Treffpunkt für Kreise und Gruppen sowie Tagungshaus und Veranstaltungsort.

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Archiv

04. April 2008

Bibel und Übersetzung

Männerdienst Methler: Was machen wir aus unserer Sprache?   KAMEN.  "Was machen wir aus unserer Sprache?" Dieser Frage ging jetzt der Evangelische Männerdienst Methler nach. Referent des Abends war Studiendirektor i. R. Holzer aus Kamen. Einleitend verdeutlichte der Referent, mit welchen Schwierigkeiten die frühen Übersetzer zu kämpfen hatten. Wie sollte da das christliche Konzept z.B. von "Barmherzigkeit" in die jeweilige Volkssprache übertragen werden? Es gab dafür einfach kein Wort, und es dauerte Jahrhunderte, so führte Holzer aus, bis Luther kam und das Neue Testament sicherlich unter gewaltiger Anstrengung in nur zwölf Wochen unter Gebrauch der Kanzleisprache ins "hochdeutsche" übertrug. Er wurde damit zum Schöpfer unserer gebräuchlichen Umgangs- und Schriftsprache. Luther hatte in seinem "Sendbrief vom Dolmetschen" selbst gefordert, der Übersetzer müsse "einen großen Vorrat an Wörtern haben, damit er die recht zur Hand habe, wenn eins nirgendwo klingen will."  Er vergrößerte darum den Vorrat an deutschen Wörtern in einem nie gekannten Ausmaß. Als Beispiele wurden genannt "Denkzettel, Feuereifer, Machtwort" und andere. Von Luther stammten Redewendungen wie "im Dunkeln tappen", "ein Ende mit Schrecken nehmen", "wie seinen Augapfel hüten". Der Referent wies darauf hin, dass jede Übersetzung auch den Geist der Zeit widerspiegele. In der Gegenwart laufe die Diskussion über die 2006 erschienene "Bibel in gerechter Sprache". Es sei die Frage, ob "Gott" nicht "Vater" sondern auch "Mutter" sein müsse. Etwa 20 verschiedene Bezeichnungen für Gott gebe es in der "Bibel in gerechter Sprache". Kritisch ging Holzer auf den zunehmenden Gebrauch anglisierter Sprache ein. Wörtlich sagte er: ,"Es ist fast noch harmlos, wenn in Unna das 'Team efungelisch' auftritt."  Aber was solle man von einem Kindergottesdienst namens "Kids-Go" halten? Von einer christlichen Tagungsstätte namens "Jesus-House"? Und wenn die Kirche zur "Pray Station" wird, die Andacht zum "Input"? O. Buschmann