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Ev. Kirche Heeren-Werve Die Anfänge der denkmalgeschützten Dorfkirche liegen im 14. Jahrhundert. Besonders auffällig sind die „Heerener Giganten“, zwei Skulpturen im Seitenschiff, die der hiesige Künstler Dietrich Worbs aus wuchtigen Baumstämmen gestaltet hat („Familie in Gottes Hand“ sowie sieben biblische Szenen in einem Stamm). Von der bewegten Geschichte der Kirche erzählen u. a. die Totenschilder der Kirchenpatrone (bis 1950 Patronatskirche der Grafen von der Recke bzw. von Plettenberg), die Kopfkonsolen als Gewölbestützen sowie das bis heute einwandfrei funktionierende Uhrwerk der Kirchturmuhr von 1910. Sehenswert sind auch die Chorraumfenster mit Motiven aus der Weihnachts-, Oster- und Pfingstgeschichten. Musikinteressierte mögen sich an der Walcker-Orgel erfreuen, die vom weltberühmten Organisten Wilhelm Middelschulte und seiner Familie 1910 gestiftet wurde.

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Archiv

23. November 2007

"Gott ist ein glühender Backofen voll Liebe"

VORTRAG: Die Spiritualität Martin Luthers OBERADEN.   50 Jahre alt wurde die Oberadener Martin-Luther-Kirche in diesem Frühjahr. Als letzte Veranstaltung dieses Jubiläumsjahres fand jetzt im Martin-Luther-Zentrum ein Vortrag von Dr. theol. Peter Zimmerling zum Thema "Die Spiritualität Martin Luthers als Herausforderung an uns heute" statt. Der Untertitel des Vortrages lautete "Gott ist ein glühender Backofen voll Liebe". Dr. theol. Peter Zimmerling ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig. Mit seinem Werk "Die charismatischen Bewegungen: Theologie - Spiritualität - Anstöße zum Gespräch", wurde er im Jahr 1999 in Heidelberg habilitiert. Martin Luthers Spiritualität, betonte Prof. Zimmerling einleitend, beinhalte das alte Wort Frömmigkeit oder auch der "gelebte Glaube". Hinzu komme die Auswirkung des Glaubens im Alltag hin zum christlichen Handeln. Zimmerling betonte in seinem Vortrag, dass Luthers Spiritualität orientiert sei an der Erfahrung - gleichzeitig sei das aber auch ein Erfahrungsbericht für die Anfechtung. So habe Luther in der Weimarer Ausgabe (WA) betont: "Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht Gesundsein, sondern ein Gesundwerden; nicht Sein, sondern ein Werden; nicht Ruhe, sondern eine Übung. Wir sinds noch nicht, wir werdens aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber im Gang und Schwange. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glühet und glänzt noch nicht alles es bessert sich aber alles."" In alledem spiegele sich Luthers Überzeugung wider, dass man im Glauben Erfahrungen mache für den Alltag. "Luther ist der erste neuzeitliche Weihnachtschrist; gleichzeitig hält er an der Gottessohnschaft Jesu fest", betonte Prof. Zimmerling. So habe Martin Luther bekräftigt, dass Gottes Sohn Jesus Christus der Christen täglicher und erster Spiegel sein solle, damit wir erkennen könnten, wie lieb uns Gott habe und dass ein verlässlicher Gott für uns gesorgt habe, dass er seinen Sohn für uns gegeben habe. Luther habe zudem immer deutlich gemacht, dass es kein Christsein ohne Kirche gebe. Das sei in der evangelischen Kirche oft vergessen worden. Es gehe auch immer um die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation - und auch dazu brauche man unbedingt die Kirche. Zusammenfassend meinte Prof. Zimmerling, dass man Unterstützung und Ermutigung durch andere Christen brauche, auf Dauer könne man nicht im stillen Kämmerlein allein beten. Friedrich Potthoff