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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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27. August 2007

Azania Front Choir aus Tanzania begeistert in Heeren

Prächtige rote und blaue Gewänder bringen ungewohnte Farbe ins schlichte Heerener Kirchlein. Der Masai-Stamm hat dazu Pate gestanden. Und ebenso vitale Stimmen aus 20 sangesfreudigen ostafrikanischen Kehlen ziehen für zwei Stunden die örtliche Hörergemeinde in ihren Bann.
Mataifa Pazeni Sauti, einen Friedensruf in Suahili an die Nationen der Welt, stimmt der wunderbare  Azania Front Choir aus dem tanzanischen Daressalam an. Andere Lieder bringen biblische Botschaften, wie das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg, oder klagen über Neid, der zum Krieg führe.
Bei jedem der sauberst intonierten Beiträge gehen Sängerinnen und Sänger bald in Armbewegungen, in Körperschwingungen, in Tanzschritte über – Singen mit Seele und Leib. Mal stehen Frauen- und Männerstimmen miteinander im Dialog, mal machen die Zuhörer gewohntere Vierstimmigkeit aus – und  eine Besonderheit deutscher gemischter Chöre scheint auch in Afrika Einzug gehalten zu haben: im Tenor muß eine Frau aushelfen.
Über ein Dutzend Konzerte bestreiten die sympathischen Musikanten in zwei Wochen zwischen Siegen und Hagen. Kurz vor dem Heerener Auftritt absolvierten sie ihre ungewöhnlichste Station: zu Gast im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg. Monika Losträter von der gastgebenden Fröndenberger Gemeinde, die die schwarzen Gäste durchs Land begleitet, berichtet von großer Ergriffenheit der besonderen Zuhörerschaft.
Losträter weiß auch, dass die meisten der vorgetragenen Lieder von den Chorleitern Amri Hingi und Godfrey Moshi eigens für die Deutschland-Tour geschrieben und eingeübt  wurden. Allein den fließenden, einladenden Bewegungen des 29jährigen Dirigenten Moshi zuzuschauen ist ein Genuss. Des begnadeten Musikers Zivilberuf: Elektronik-Ingenieur.
In der Pause informiert George Fupe, stellvertretender anglikanischer Bischof der ostafrikanischen Millionenstadt, über die Heimatgemeinde: von den 2500 Mitgliedern kämen sonntäglich zwei Drittel zu den beiden Gottesdiensten – weihnachtliches Gedränge das ganze Kirchenjahr hindurch. Fünf Chöre bereicherten das Leben der schwarzen Gemeinde. 
Weißgewandet mit afrikanischen Tiersymbolen und Kopftüchern aus Sansibar kehren die Sänger nach der Pause ins Kirchlein zurück. Werner Döpke, ausgewiesener Tansania-Kenner aus Heeren – die Kamener Gemeinde unterhält bekanntlich seit Jahren Kontakte zu Azanias Nachbargemeinde Tabata – führt mehrsprachig souverän durchs Programm, das viele Zuhörer nicht enden lassen möchten. Döpke: „Da lässt sich’s gut aufs Unnaer Stadtfest verzichten.“Unlrich Knies