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Stadtkirche Unna: Von welcher Seite man sich der Kreisstadt Unna auch nähert, immer hat man einen Blick auf das prägende Wahrzeichen der Stadt Unna - die Ev. Stadtkirche. Eine Kirche mitten in der Stadt, gleich neben dem Alten Markt. Eine gotische Hallenkirche von schlichter Schönheit und Eleganz. Das dreijochige Langhaus wurde vermutlich nach 1322 errichtet, der Chor nach Weiheinschrift 1389 begonnen und 1396 vollendet. Der mächtige Westturm, der in das Mittelschiff einbezogen ist und in Mauerstärke aus der Westfront hervortritt, wurde 1407 bis 1467 erbaut. Der Turmhelm wurde mehrfach zerstört, er erhielt seine jetzige Gestalt 1863. Seit 2018 ist die Kirche hinter einem Gerüst verborgen: aufwendige Renovierungen machen dies nötig.

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30. Oktober 2006

Mehr Respekt vor anderen Kulturen

Bürger sprachen mit ehemaligen Zwangsarbeitern

UNNA – Bewegten  Abschied von Unna nahmen drei hochbetagte Ukrainer, die vor über 60 Jahren als Zwangsarbeiter im Bergbau und im Messingwerk schuften mussten. Im ZIB-Cafe  trafen sie nach einer Woche teils schmerzlichen "Wiedersehens" mit interessierten Unnaer Bürgern, auch Mitgliedern des Presbyteriums und des Stadtrats, zusammen.   
Jürgen Düsberg, ist Pfarrer im Ruhestand und seit 13 Jahren unermüdlicher Motor einer Initiative, die inzwischen 100 ehemaligen Zwangsarbeitern aus Ost und West neuen Zugang zur Hellwegstadt verschuf. Mit der 79jährigen Tetiana Maistrenko und dem 81jährigen Dmytro Yakovenko besuchte man das heutige Alu-Werk an der Uelzener Strasse. Der 82jährige Petro Azarenko, damals Malocher in der "Zeche Alter Hellweg", erkannte in der Lore, die heute als Ausstellungsstück noch am  Kohlenweg steht, genau jenes Modell wieder, das er zu Kriegszeiten zu bedienen hatte.   Bürgermeister Werner Kolter sprach in der Begegnungsrunde von einer  nötigen "Mahnung an einen Abschnitt, der viel Leid über Europa gebracht" habe. Bei seiner Aufforderung zu "mehr Respekt vor anderen Kulturen" erhielt er spontanen Beifall des greisen Yakovenko. Der antwortete mit einem Lob auf die Friedensperiode danach, aber auch auf das "neue Unna", das er nach sechs Jahrzehnten zu Gesicht bekam. Möglicherweise war es die letzte Besuchsaktion, die die Initiative um Pfarrer Jürgen Düsberg mit überlebenden Zwangsarbeitern durchführen konnte. Die katholischen Gäste aus Frankreich, die in den 90er Jahren kamen, wie auch die zumeist russisch-orthodoxen Besucher aus dem Osten Europas haben durch starkes Engagement evangelischer Einrichtungen und Personen der Stadt – so in wiederholten ökumenischen Andachten in der Stadtkirche – christliche Solidarität erfahren können.  KnD