Kirchenkreis Unna

Termine

Ungewöhnliche Trauerreise ( 7.- 14.September) der Diakonie Ruhr-Hellweg

Noch Plätze frei:  Mit Gezeiten und Gesprächen einen eigenen Weg in der Trauer finden  

UNNA.   Es

4.10. Noch Plätze frei für Herbstreise in das traumhafte Andalusien!

Reisezeit: 4.-11.Oktober 2010

BERGKAMEN.    Eine kulturhistorisch spannende wie landschaftlich malerisc


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März

Monatsthema: Trauer

Die Angebote im Bereich Sterbe- und Trauerbegleitung begleiten alle  Menschen, die in ihrem Leben mit dem Tod konfrontiert sind und dabei  Unterstützung und Begleitung brauchen.
Dafür bieten wir Einzelgespräche und Gruppenangebote an: Zum Beispiel das Trauerseminar, eine Trauergruppe, eine Meditationsgruppe, und  Gruppenangebote für Eltern, die ihre Kinder verloren haben.

Diese Angebote wollen in Zeiten, in denen sich durch den Tod  plötzlich Vieles wandelt, vor allem menschliche Beziehungen anbieten. Durch diese Beziehungsangebote können Trauernde das Maß an Nähe finden, das ihnen hilft den äußeren wie inneren Wandel zu bewältigen.

AnsprechpartnerInnen für die Angebote finden Sie hier.

Andacht & Gebet

"Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns" 

(Rainer Maria Rilke)

Der Tod tritt immer wieder in unser  Leben.
Mit dem Tod ist jeder und jede von uns zunächst einmal allein.
Doch geht das Leben weiter selbst wenn wir meinen, es bleibt alles stehen.
Mit dem Tod beginnt ein schmerzlicher Prozess, in dem wir uns verwandeln.
Mit dem Tod beginnt der Weg ins Leben durch die Trauer.
Trauern heißt Abschied nehmen.
Heißt, noch einmal zurück blicken.
Heißt, noch einmal mit dem Menschen, der gestorben ist, intensiv in Kontakt zu gehen.
Heißt, Zugang zu seinen Gefühlen und Erinnerungen zu bekommen, auch wenn das nicht immer einfach und oft sehr schmerzhaft ist.  In diesem Schmerz  fühlen wir uns oft allein gelassen von Gott und den Menschen.  Haben das Gefühl, dass nichts und niemand uns hält.
Wir alle wissen, was es heißt, Abschied zu nehmen.
Es ist ein Weg durch Wut, Verzweiflung und Resignation bis zur Erleichterung, um schließlich den Mut des Neuanfangs zu spüren. Doch  wenn wir in diesem Prozess stecken, fühlen wir uns verzweifelt und  mutterseelenallein.

In diesem Prozess fallen uns aber auch  spontan Erlebnisse mit dem gestorbenen Menschen ein. Manchmal sehen wir dann auch sein Gesicht,  erinnern typische Aussprüche oder Bewegungen. Im Prozess der Trauer kommt uns der Mensch, den wir verloren haben, näher. So können wir den Kontakt zu  diesem Menschen aufnehmen.
Wenn alles gut geht, tauchen wir verwandelt aus unserer Trauer auf,  reiben uns die Augen und begreifen erst dann, dass da immer jemand  war, der uns gehalten hat in unserer haltlosen Situation. 

Ein Gebet:     

Guter Gott, wenn der Tod in unser Leben eintritt,
sind wir häufig  geschockt
Nichts ist mehr klar
Das Leben erscheint sinnlos
Es gibt nichts Selbstverständliches mehr
Wir zweifeln, an uns, unseren Mitmenschen und an Dir
Es fällt schwer, mit dem Verlust zu leben
Wir sind traurig
Manchmal wissen wir nicht weiter
Oder werden wütend
Dann sind wir auf Dich angewiesen
Dann wird klar, dass wir Dich brauchen
Dann suchen wir Dich
Gib uns ein offenes Herz, dass wir Deine Nähe fühlen
Öffne unsere Augen, dass wir Dich wahrnehmen
Schenke uns einen wachen Geist, dass Du uns wieder bewusst wirst
Mit Dir können wir unseren Lebensweg durch die Trauer weiter gehen
Du hältst uns, auch wenn wir uns haltlos fühlen
Gott, verwandele unsere Trauer, dass wir leben können
Verwandele uns in Deine Kinder
Amen

Pfr. Matthias Schlegel, Referent für Trauerarbeit im Kirchenkreis Unna

 

 

 

 

 

Zwei Bäume im Park - eine Geschichte

Zwei große Bäume stehen dicht beieinander in einem Park. Sie kennen sich schon seit frühester Jugend. Die Äste des einen Baumes ragen in  die Krone des anderen. Beide haben sich hervorragend aneinander  angepasst. Im Frühjahr entfalteten sich zur gleichen Zeit die Blätter. Da, wo die einen Äste sich weiter ausdehnen, hält sich der andere Baum zurück. Beide nehmen Rücksicht aufeinander. Im Herbst machen sich  beide für den Winter bereit. 

Sie schützen sich gegenseitig vor starkem Wind. Der eine Baum gewährt dem anderen Schatten. Sie holen sich aus  dem Boden ihr Wasser und teilen es sorgfältig. So haben sich beide gemeinsam entwickelt, sind alt geworden und haben schon viele Jahresringe gemeinsam aufgebaut.
Eines Tages schlägt der Blitz in einen der Bäume ein und fällt diesen.  Er wird wortlos von Waldarbeitern abtransportiert. Der andere Baum bleibt alleine zurück. Er kann einfach nicht glauben, dass sein geliebter Nachbar nicht mehr da sein soll. Wo sie sich doch für den nächsten Winter schon so viel vorgenommen hatten. Er wünscht, einfach nur einen bösen Traum geträumt zu haben, und Morgen, nach dem Aufwachen sei alles wieder in Ordnung.

Doch am nächsten Morgen ist er immer noch allein. Suchend schaut er umher, doch er kann seinen Nachbarn nirgendwo entdecken. Er fühlt sich nackt und hilflos. Jetzt erst wird ihm bewusst, dass er all die Jahre vom anderen Baum Schutz geboten bekommen hatte. Er bemerkt, dass er auf der Seite, die dem anderen  Baum zugewandt war, schwächer entwickelt ist. Die Äste sind kürzer und weniger  dicht mit Blättern besät. Ja, er muss sogar aufpassen, sich nicht nach der anderen Seite zu neigen und umzufallen. Der Wind fährt ihm garstig in die schwache Seite.
Wie schön wäre es doch, wenn sein Nachbar noch da wäre. Er beginnt zu hadern, warum der Blitz ausgerechnet in seinen Nachbarn einschlagen musste. Es gibt doch noch mehr Bäume im Park! Er hat Angst vor dem langen, harten Winter, den er  jetzt alleine durchstehen muss. Er seufzt, er fühlt sich sehr einsam.

Warum konnte der Blitz denn nicht sie beide treffen? Nie mehr würde er  so einen Nachbarn finden, mit dem er alles teilen konnte. Nie mehr könnten er und sein Nachbar über gemeinsame schöne Stunden sprechen, die sie beide erlebt hatten. Hätte er am Ende seine Äste weiter zu seinem Nachbarn hinstrecken sollen, sodass der Blitz auch ihn hätte treffen können? So quält er sich mit  Schuldgefühlen, Ängsten und Verzweiflung. Die Sonne scheint wie immer und sendet ihre wärmenden Strahlen, doch er verspürt sie nicht. Er überlegt, ob dies wohl der Sinn des Lebens sei. 

Eines Nachts, als er wieder einmal grübelte, kam ihm die Idee, dass er  sich im nächsten Frühjahr sehr anstrengen könnte, besonders die Äste seiner schwachen Seite wachsen zu lassen. Er könnte  versuchen, die  leeren Stellen, die der Nachbar mit seinen Ästen ausgefüllt hatte, zu füllen. Er hatte ja jetzt mehr Platz, sich auszubreiten. Er musste keine Rücksicht mehr nehmen und hatte Nahrung für zwei.
So begann er, all seine Energien darauf zu verwenden, die Lücke, die  sein Nachbar hinterlassen hatte, allmählich auszufüllen. Ganz  vorsichtig ließ er neue Äste wachsen. Es dauerte, aber er hatte ja  Zeit. Und manches Mal war er sogar ein kleines bisschen stolz darauf, alleine gegen die Kälte und die Winde anzukämpfen. Er wusste, dass es nie mehr so sein würde wie früher. Aber wenn der Nachbar jetzt noch einmal kommen würde, oder gar ein neuer Nachbar. Hätte er nicht mehr so viel Platz zur Verfügung wie früher.
Eines wusste er genau: Er würde den alten Nachbarn nie vergessen, denn er hatte ja so viele Jahresringe mit ihm gemeinsam verbracht. Zu jedem Jahresring konnte er gemeinsam erlebte Geschichten erzählen.
Zu den nächsten Jahresringen kann er dann erzählen, wie er gelernt  hat, allein zu leben, seinen Ästen eine neue Richtung zu geben seinen Platz neu zu gestalten. 

Aus: "Einen geliebten Menschen verlieren" von Dr. Doris Wolf, PAL Verlag

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