Juli - Reisen

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Mit dem Fahrrad von Athen nach Peking? Den Rothaarsteig erwandern? In der eigenen Region die Seele baumeln lassen?
Diesen Urlaubsideen ist eines gemein: Sie suchen nach einer Möglichkeit der Urlaubsgestaltung, in der sich Erholung und Klimaschutz miteinander vertragen.
Der sogenannte "sanfte Tourismus" ist ein boomender Bereich in den Angeboten deutscher Reiseveranstalter. Und bei den Einzelnen wächst die Aufmerksamkeit für die ökologischen Folgen des Reisens.
Die Kirchen haben es sich - gemeinsam mit Entwicklungsdiensten - zur Aufgabe gemacht, auf die Chancen und Facetten des "fairen Reisens" hinzuweisen.
Die Vereinte Evangelische Mission weist - gerade im Blick auf die wertvollen Partnerschaftsbegegnungen in Übersee - auf die Möglichkeit der freiwilligen Emissionsabgabe hin.
Und im Zusammenhang mit der Arbeit an der Hauptvorlage "Globalisierung gestalten" wird die Forderung an die Politik laut, endlich auch eine Kerosinsteuer einzuführen.
Im Folgenden finden sich einige Anregungen und Links, damit sei allen ein wunderbarer, eindrücklicher und entspannter Urlaub gewünscht!
Beate Heßler, Pfarrerin im Regionaldienst des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung.
Links & Material
- www.sympathiemagine.de: Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung gibt Magazine heraus, die eine umfassende Annäherung an anvisierte Reiseländer ermöglichen (siehe exemplarisch z.B das Heft: ?Tansania verstehen? oder ?Kinderarbeit verstehen?) Berücksichtigt wird insbesondere die wirtschaftliche, die kulturelle und religiöse Situation im Land. Entwicklungspolitisch relevanten Themen werden auch Einzelhefte gewidmet.
- www.tourism-watch.de: Beobachtet die Reise- und Reiseveranstalter-Landschaft. Informiert über aktuelle ökologisch relevante Entwicklungen und kommentiert politische Entscheidungen. Wird vom Evangelischen Entwicklungsdienst mit herausgegeben.
- www.forumandersreisen.de: Hier findet sich ein Zusammenschluss von Reiseveranstaltern, die sich umfassenden Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet haben. Dabei wird neben ökologischen Aspekten auch auf faire Bezahlung, Unterbringung in Häusern mit regionalem Charakter sowie allgemeinem Bezug zur regionalen Kultur geachtet. Die angesprochene Reise ?Mit dem Fahrrad von Athen nach Peking? ist hier im Angebot.
- www.atmosfair.de: Hat das Berechnungsmuster entwickelt, das über die Emissionsbelastung durch geplante Flugreisen informiert ? und über die Höhe entsprechender Emissionsabgaben.
- Klimawandel und Tourismus - Erläuterung der Zusammenhänge
- Urlaub in der Region - Gute Beispiele aus der deutschen Tourismuswirtschaft und den Regionen
- Statement zur Kerosinsteuer vom BUND
Fragen & Gebet
Aus: "Fair reisen mit Herz und Verstand". Tipps für verantwortungsvolles Reisen, hg. vom eed. Evangelischer Entwicklungsdienst.
Ehe Sie sich auf die Reise machen, fragen Sie sich selbst:
Worauf freue ich mich bei dieser Reise? Was lasse ich gerne zurück?
Wer freut sich über meine Reise? Zu Hause? Im Gastland?
Möchte ich auf dieser Reise etwas lernen? Was?
Welche Menschen möchte ich kennen lernen? Was weiß ich von Ihnen? Was wissen Sie von mir?
Wem nützt meine Reise, wem schadet sie?
Welche Gedanken, welche Geschenke nehme ich auf die Reise mit, welche möchte ich mit nach Hause bringen?
Ist es denkbar, dass ich jemandem in meinem Reiseland verletze? Mit Trinkgeldern oder Geschenken? Durch meine Worte? Durch meine Gewohnheiten? Mit Fotografieren? Durch mein Auftreten?
Wie werde ich als Besucher erlebt? Als "Eindringling", als Devisenbringer oder als Gast aus einer fremden Welt?
Wie viel Zeit werde ich in Städten verbringen, wie viel auf dem Land?
Habe ich noch Raum für Unvorhergesehenes? Für Begegnungen und Gespräche? Wie viel Zeit habe ich für mich selbst?
Kehre ich gerne nach Hause zurück? Warum (nicht)?
Was ist sanfter, nachhaltiger Tourismus ? was heißt faires Reisen?
- Respekt vor fremden Kulturen
partnerschaftliche Beziehungen
ökologische Verträglichkeit
Beteiligung der lokalen Bevölkerung - Tourismus kann zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Dabei ist Nachhaltigkeit zunächst eine Art des Denkens und Handelns. Deshalb engagiert sich der Evangelische Entwicklungsdienst gemeinsam mit Partnern im Süden für einen fairen und partnerschaftlichen Tourismus, der Reisenden und Bereisten gleichermaßen nutzt. Die Anerkennung des Fremden steht im Mittelpunkt der Reise, das bedeutet: - Rücksicht und Respekt vor Glaube, Sitte, Tradition und gesellschaftlichen Umgangsformen.
- Wenn Reisende und Bereiste in Kontakt treten, kann dies für beide einen bereichernden Erfahrungsaustausch bedeuten.
- Reisende sind Gäste und tragen für ihr möglichst ?sanftes? Eindringen in fremde Kulturen und Lebensräume eine große Verantwortung.
Gebet
Die Koffer sind gepackt. Die Reise kann losgehen.
Dass alles gut gehe, darum bitte ich dich, Gott.
Bewahre mich und alle anderen, die mit mir
unterwegs sind, vor Unfall und Schaden.
Schenke gutes Ankommen und gute Rückkehr.Christof Warnke
