Kirchenkreis Unna

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7.02. Stentrop: Theologie der Psalmen

Theologische Gespräche mit Prof. Dr. Klara Butting - Die Psalmen spielen in der Bibel eine zentrale Rolle. Als Gebetsbuc

5.02. Kamen-Methler - Gib deiner Kirche deine Stimme

Gottesdienst zur Presbyteriumswahl  in Kamen-MethlerAnläßlich der Presbyteriumswahl in Methler gestalten Frauenchor


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Januar

Männerbilder

Das Männerreferat veranstaltet ein Wochenendseminar für Jungen mit ihren männlichen Bezugspersonen, den Vätern, Wochenendvätern, neuen Partnern der Mütter, Paten, Großvätern? zum eigenen Männer-Bild.22. bis 24. Januar 2010 in der Oase Stentrop, Infos hier

Denn die Männerrollen haben sich gewandelt:

Vaterrolle

Krise der Vaterschaft - Unsichere Väter

Manche Wissenschaftler wie beispielsweise die Niederländerin Trudie Knijn (vgl. 1995) sehen die Vaterschaft am Ende des 20. Jahrhunderts in einer umfassenden Krise. Zur Zeit wüßten viele Männer einfach nicht, was von ihnen als Väter erwartet wird. Die Vaterrolle sei nicht mehr selbstverständlich. Als Mann müsse man sich bewußt dafür entscheiden, ob man Vater werden und wie man die Vaterrolle ausüben wolle. Viele prominente und unbekannte Männer ließen sich gerne als Vater fotografieren, schoben stolz den Kinderwagen oder trugen ihr Baby eng am Körper. Trudie Knijn spricht vom "Coming-out" des Vaters, der als engagierter Vater erkannt werden wolle. Man könne solche Phänomene als eine Verteidigung der Vaterschaft interpretieren, was gleichzeitig bedeute, daß die "Selbstverständlichkeit der traditionellen Vaterschaft nicht mehr existiert" (ebd., S. 175). Viele Väter suchten sozusagen erst nach ihrer neuen pädagogischen Rolle und seien verunsichert. Manche Väter hätten die neue pädagogische Rolle bereits gefunden, indem sie Spiel- und Freizeitkamerad ihrer Kinder geworden seien. Auch die Versorgung und Betreuung gehöre manchmal zu den neuen pädagogischen Aufgaben dieser Väter, wobei hier noch Ambivalenz und Unsicherheit herrschten, da aktive Vaterschaft noch immer nicht zu "echter Männlichkeit" passe.  

Neue Väterlichkeit - Die neuen Väter

Innerhalb der seit den achtziger Jahren zunehmend etablierten Väterforschung wird im Unterschied zu früheren Zeiten vor allem der Nutzen eines engagierten, gefühlvollen, partnerschaftlichen und kompetenten Vaters für die Entwicklung des Kindes sowie für das Wohlergehen aller Familienangehörigen in den Vordergrund gestellt. Der Vater erscheint hier für eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung nahezu unverzichtbar. Aufgrund der nunmehr in der Wissenschaft und der Öffentlichkeit erkannten hohen Bedeutung des Vaters in Verbindung mit dem Phänomen eines zunehmenden Engagements vieler Väter herrscht in der aktuellen deutschen Forschung eine eher optimistische Orientierung vor, was die Zukunft der Väter betrifft (z.B. Fthenakis 1999, Fthenakis/Minsel 2001). Die Position des Vaters innerhalb der Familie habe sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert "von einer vorwiegend strafenden und machtausübenden Instanz, die sich primär über die Funktionen des Zeugens, Beschützens und Ernährens definieren ließ, hin zu einer auch emotional zugänglicheren Ansprechperson mit modifizierten Erzieheraufgaben und Funktionen als Identifikationsobjekt bzw. auch zunehmend als Freizeitpartner" (Werneck 2001, S. 6).
In den letzten Jahren tauchte in der Diskussion verstärkt der Begriff des Neuen Vaters auf. Mit diesem verbindet man eine neue, positive Väterlichkeit, die sich deutlich vom altbekannten traditionellen Vater unterscheide. Doch was versteht man genau unter einem neuen Vater? Welche Eigenschaften hat er? Manchmal werden damit vor allem diejenigen Väter gemeint, die zum primär betreuenden Vater oder zum allein verantwortlichen Vater werden; also die vergleichsweise kleine Zahl von Vätern im Erziehungsurlaub, von Hausmännern oder Alleinerziehenden.
Andere verbinden mit dem Bild des neuen Vaters vor allem eine neue Form der Vater-Kind-Beziehungen. Der Soziologe Rolf Stein (vgl. 2000, S. 61ff.) spricht vom Bewußtsein und von der Praxis der neuen Väterlichkeit. Die heutigen neuen Väter seien oft toleranter, solidarischer, großzügiger, zärtlicher, fürsorglicher und kooperativer gegenüber ihren Kindern. Ihre Vaterschaft erlebten sie im bewußten Gegensatz zu den eigenen Vätern und verständen sich oft eher als Partner und Spielkamerad ihrer Kinder. Sie seien deutlich engagierter innerhalb ihrer Familien und verbrächten den Großteil ihrer Freizeit zuhause bei ihren Kindern. Für Stein stellt sich die Frage, ob wir bereits auf dem Weg in eine "parentale Kultur" seien. Man könne im Zuge der Modernisierung "deutliche Traditionsbrüche hinsichtlich des Vaterbildes" feststellen. "Dieser Wandel der Väterlichkeit kann als ein Wandel von der traditionellen autoritären, repressiven und marginalen Rolle des Vaters hin zu einer freundschaftlichen, liebevollen und zentralen Rolle in der Familie umschrieben werden" (ebd., S. 63).
Für Dieter Lenzen (1991, S. 239ff.) existiert der neue Vater mehr auf der medialen und Diskursebene als in der Realität. Teilweise käme es dabei zu skurrilen Begründungsversuchen wie der Diskussion um den schwangeren Mann, das sogenannte Couvade-Syndrom. Nicht nur die soziale Rollenverteilung werde problematisiert. Vielmehr solle der Geschlechtsunterschied selbst hinsichtlich der Gebär- und Nährfunktion als zu vernachlässigend beschrieben werden, so daß man hier von einer "Feminisierung der Vaterrolle" sprechen könne. Eine solche Nivellierung der Geschlechterdifferenz in der Eltern-Kind-Konstellation sei jedoch sicher nicht das, "was den Psychologen und Sozialpsychologen vorschwebt, wenn sie heute auf die Unentbehrlichkeit der Vaterfunktion hinweisen" (ebd., S. 246). Mit dem Bild der neuen Väterlichkeit gehe die Propagierung einer neuen Mütterlichkeit einher, so daß es langfristig zu einer Auflösung beider Rollen innerhalb einer androgynen Elternschaft kommen könne. 

Ausblick

Zur Zeit scheint es kein normativ verbindliches einheitliches Vaterbild zu geben, an welchem sich Väter und auch Mütter orientieren könnten. Dies zeigen auch die Erkenntnisse einer noch laufenden Studie des Autors. Die gegenwärtig diskutierten Vaterbilder zeichnen sich oft durch polarisierte Einseitigkeiten aus. Entweder ist der Vater abwesend oder gar ein Mißbraucher. Oder als neuer Vater ist er ein fast perfekter Vater, indem er die mütterliche Rolle einnimmt und dabei womöglich seine spezifische männliche Väterlichkeit verliert. Vaterschaft in den Industrieländern ist insgesamt als amorphes Phänomen anzusehen, welches derzeit prinzipiell über eine große Spannweite von Repräsentationen des Vaterseins und von Vaterschaft verfügt.

Links

Andacht & Gebet

"Wir werden aber alle verwandelt werden..." (1. Korintherbrief 15,51b) Mit dieser Hoffnung im Rücken stellen wir uns den gesellschaftlichen und persönlichen Herausforderungen im Leben. Im Glauben verwurzelt zu sein, verhindert nicht Veränderung sondern schafft den Spielraum, neue Wege auszuprobieren und zu gehen.

In den letzten 50 Jahren haben sich männliche Rollenbilder schon stark verändert. Männer beteiligen sich mehr in der Kindererziehung und nehmen aktiver ihre Rolle als Vater wahr. So wie sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern, verändern sich auch die männlichen Rollenbilder.

Als Christinnen und Christen wissen wir, dass wir jenseits aller Unterschiedlichkeit aus einer gemeinsamen Quelle leben. "Hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus." (Gal. 3, 28b) Das heißt allerdings nicht, dass wir zu geschlechtslosen Einheitswesen mutieren. Die Veränderung der Männerrolle geschieht nicht durch Verleugnung der Unterschiede, sondern durch bewusste Wahrnehmung der Möglichkeiten, die in jedem Menschen stecken. Für diese bewusste Wahrnehmung schaffen wir Freiräume. Da können Väter sich im Kontakt mit den Kindern neu erleben. Da können Männer miteinander ins Gespräch kommen. Und da können Jungen ihre Träume vom eigenen Leben entdecken und Vorbilder erleben: Manns-Bilder!

Wenn wir uns in diesen Freiräumen begegnen und über das Leben ins Gespräch kommen, kann eine Verwandlung geschehen. Eine Verwandlung hin zu mehr Lebendigkeit, zu mehr Verständnis und Gemeinschaft. Das ist zwar nicht die Verwandlung, von der Paulus spricht: "Wir werden aber alle verwandelt werden..." Aber es ist ein Ausdruck dieser Verwandlung in unserem Leben, in unserer Welt, im Alltag. 

Gebet:

Guter Gott,
wir sind oftmals gefangen
in unseren Vorstellungen
in unseren Gedanken
in unseren Prägungen
und sehen nicht das Land der Freiheit
das du uns verheißt.

Du willst, dass wir neue Wege finden,
neue Lebenswelten ausprobieren
um deinem Reich nahe zu sein.
Verwandle uns
gieße aus deinen Geist in unser Herz
dass wir einander frei
als gleichberechtigte Menschen begegnen können.

 

Pfr. Dirk Heckmann, Referent für Männerarbeit und Erwachsenenbildung