Geschichte
Reformation in Unna
In den meisten Ländern Deutschlands vollzog sich die Reformation auf Initiative der Landesfürsten. "Cuius regio, eius religio" Wessen das Land, dessen die Religion. In der Grafschaft Mark erfolgte die reformatorische Erneuerung von der Basis her, durch die Gemeinden und ihre jungen, evangelisch gesonnenen Pastoren.
Katholischer Priester an der Stadtkirche zu Unna war um die Mitte des 16. Jhs. der Johannes zum Broich. Einer der drei Kapläne war der aus Hagen stammende Eberhard Wortmann, ein begnadeter Prediger und Anhänger der Reformation. Er ging in seinen Predigten gegen die " päpstlichen Missstände" an und stellte "das Evangelium von Jesus Christus" in die Mitte seiner Verkündigung. Es gelang ihm die drei Bürgermeister und einige Mitglieder des Rates der Stadt Unna für sein reformatorisches Anliegen zu gewinnen.
Eberhard Wortmann folgte den liturgischen Vorstellungen Luthers vom Ablauf eines evangelischen Gottesdienstes und führte die "Deutsche Messe" ein, deren wichtiger Bestandteil der Gemeindegesang war. Der sangesfreudige Kaplan Eberhard Wortmann ließ in seinen Gottesdiensten deutsche Lieder singen. Am Osterfest 1559 erklang in der Stadtkirche zu Unna zum ersten Mal ein Lied Martin Luthers: "Christ lag in Todesbanden". Regelmäßig sang seither die Gemeinde in Unna vor der Predigt das Glaubensbekenntnis mit dem Lutherlied "Wir glauben all an einen Gott" und zum Abschluss des Gottesdienstes "Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben".
Am Allerheiligentag des Jahres 1559 traten die Bürgermeister und der Rat der Stadt Unna gefolgt von der übrigen Gemeinde vor den Altar der Stadtkirche in Unna, um zum ersten Mal das Abendmahl in beiderlei Gestalt zu empfangen: Brot und Wein. Damit war in Unna am 1. November 1559 die Entscheidung für die Reformation gefallen.
Jürgen Düsberg nach Willy Timm, Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Unna, Unna 1959

