Andacht September 2007
Dem Weg zum Leben nachspüren
Was nützt es Menschen, wenn sie die ganze Welt gewinnen, ihr Leben aber Schaden erleidet? - Matthäus 16,26a
Alle kennen ihre Namen, kennen zumindest einige Skandalgeschichten, die in den Tageszeitungen stehen: Paris Hilton, Nicole Ritchie, Dieter Bohlen... Sie werden berühmt, gewinnen die Welt - ihr Leben erleidet aber Schaden, nicht unerheblich. Drogen, Entzug, gefährliches Verhalten im Straßenverkehr... Wenn ich diese Geschichten in den Zeitungen und Illustrierten lese, schwanke ich zwischen Mitleid und einem unwillkürlichen "Selber Schuld! Reiß Dich mal zusammen!"
Können diese Menschen wählen? Es ist ja nicht so, dass wir unser Leben aussuchen können wie unterschiedliche Blusen im Kaufhaus. Der Welt imponieren, die Welt gewinnen, beliebt-sein auf der einen Seite. Aber was kommt dann? Was kommt für mich dabei heraus?
Jesus sieht, dass seine Jüngerinnen und Jünger in ähnlichen Schwierigkeiten stecken. Auch sie sind unsicher auf ihrem Weg mit Jesus. Als er sein Sterben und Leiden ankündigt, widerspricht Petrus: "Das darf Dir nicht passieren!" Aber Jesus bleibt dabei: Seinem Weg zu folgen, führt nicht zu schnellem Erfolg. Jesu Weg führt zum Kreuz. Wer ihm auf diesem Weg folgt, findet Leben.
Wie aber finden wir Leben? Wie sieht der Weg in Jesu Nachfolge für uns aus? Darüber sind sich die Menschen uneinig - damals und heute - und alle meinen, den richtigen Weg zu kennen. Was nützt es Menschen, wenn sie die ganze Welt gewinnen, ihr Leben aber Schaden erleidet? Jesus spricht vom wahren Leben hier auf der Erde.
Blusen im Kaufhaus kann ich vergleichen und sorgfältig auswählen, mit meinem Leben ist es wesentlich schwieriger, weil es an den entscheidenden Kreuzungen keine ausführlichen Hinweise, sondern nur Ahnungen gibt.
Dem Weg zum Leben nachzuspüren ist eine lebenslange Aufgabe, die nie leicht, höchstens mit zunehmender Lebenserfahrung etwas leichter wird. Heiles Leben gewinnen, gutes Leben finden - den Mut und die Neugier, die wir auf diesem Weg brauchen, wünsche ich uns allen.
Pfarrerin Elke Markmann, Frauenreferat

