Kirchenkreis Unna

Termine

7.02. Stentrop: Theologie der Psalmen

Theologische Gespräche mit Prof. Dr. Klara Butting - Die Psalmen spielen in der Bibel eine zentrale Rolle. Als Gebetsbuc

5.02. Kamen-Methler - Gib deiner Kirche deine Stimme

Gottesdienst zur Presbyteriumswahl  in Kamen-MethlerAnläßlich der Presbyteriumswahl in Methler gestalten Frauenchor


alle Termine

Andacht März 2010

Trauer: Weg ins Leben

"Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns" 

(Rainer Maria Rilke)

Der Tod tritt immer wieder in unser  Leben.
Mit dem Tod ist jeder und jede von uns zunächst einmal allein.
Doch geht das Leben weiter selbst wenn wir meinen, es bleibt alles stehen.
Mit dem Tod beginnt ein schmerzlicher Prozess, in dem wir uns verwandeln.
Mit dem Tod beginnt der Weg ins Leben durch die Trauer.
Trauern heißt Abschied nehmen.
Heißt, noch einmal zurück blicken.
Heißt, noch einmal mit dem Menschen, der gestorben ist, intensiv in Kontakt zu gehen.
Heißt, Zugang zu seinen Gefühlen und Erinnerungen zu bekommen, auch wenn das nicht immer einfach und oft sehr schmerzhaft ist.  In diesem Schmerz  fühlen wir uns oft allein gelassen von Gott und den Menschen.  Haben das Gefühl, dass nichts und niemand uns hält.
Wir alle wissen, was es heißt, Abschied zu nehmen.
Es ist ein Weg durch Wut, Verzweiflung und Resignation bis zur Erleichterung, um schließlich den Mut des Neuanfangs zu spüren. Doch  wenn wir in diesem Prozess stecken, fühlen wir uns verzweifelt und  mutterseelenallein.

In diesem Prozess fallen uns aber auch  spontan Erlebnisse mit dem gestorbenen Menschen ein. Manchmal sehen wir dann auch sein Gesicht,  erinnern typische Aussprüche oder Bewegungen. Im Prozess der Trauer kommt uns der Mensch, den wir verloren haben, näher. So können wir den Kontakt zu  diesem Menschen aufnehmen.
Wenn alles gut geht, tauchen wir verwandelt aus unserer Trauer auf,  reiben uns die Augen und begreifen erst dann, dass da immer jemand  war, der uns gehalten hat in unserer haltlosen Situation. 

Ein Gebet:     

Guter Gott, wenn der Tod in unser Leben eintritt,
sind wir häufig  geschockt
Nichts ist mehr klar
Das Leben erscheint sinnlos
Es gibt nichts Selbstverständliches mehr
Wir zweifeln, an uns, unseren Mitmenschen und an Dir
Es fällt schwer, mit dem Verlust zu leben
Wir sind traurig
Manchmal wissen wir nicht weiter
Oder werden wütend
Dann sind wir auf Dich angewiesen
Dann wird klar, dass wir Dich brauchen
Dann suchen wir Dich
Gib uns ein offenes Herz, dass wir Deine Nähe fühlen
Öffne unsere Augen, dass wir Dich wahrnehmen
Schenke uns einen wachen Geist, dass Du uns wieder bewusst wirst
Mit Dir können wir unseren Lebensweg durch die Trauer weiter gehen
Du hältst uns, auch wenn wir uns haltlos fühlen
Gott, verwandele unsere Trauer, dass wir leben können
Verwandele uns in Deine Kinder
Amen

Pfr. Matthias Schlegel, Referent für Trauerarbeit im Kirchenkreis Unna

 Weiter Texte und Links zum Monatsthema März "Trauer" finden Sie hier.