Kirchenkreis Unna

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Andacht Weihnachten 2009

Auf Augenhöhe

Krippe aus der Ausstellung in der Ev. Stadtkirche Unna
Krippe aus der Ausstellung in der Ev. Stadtkirche Unna

Wenn ein Vater mit seinem Kind spielt oder wenn die Mutter es tröstet, dann bleiben sie nicht in ihrer vollen Größe vor dem Kind stehen. Sie gehen in die Knie, machen sich klein, begeben sich in die Lage des Kindes. Auf Augenhöhe. Eltern machen sich immer auch ein bisschen lächerlich, wie sie da auf den Knien rutschen und die Kindersprache sprechen. Aber sie lieben und leben ihre fürsorgliche Liebe.

Die Weihnachtsgeschichte erzählt: Gott wird Mensch. Er geht in die Knie, erlebt das Leben aus unserer Perspektive. In keiner anderen Religion steht ein Kind im Mittelpunkt. Die Geburt dieses Kindes im Stall ist die Rettung. Gott entscheidet sich die Gestalt eines Menschen anzunehmen. Und er beteiligt sich am Erdenleben, zieht Fleisch und Blut an, wird ein Kind, in Windeln gewickelt, erlebt, genießt und erträgt das Menschsein am eigenen Leib, eingeschlossen der Versuchung zum Bösen. Aber er sagt entschieden: "Die Liebe ist der Sinn des Lebens" - und setzt das mit seinen Taten in Kraft.

Es tut gut diese Weihnachtsgeschichte zu hören, die Geschichte, die wir so gut kennen, so gut, dass wir sie bisweilen fast überhören, wenn sie an Heilig Abend in unseren Gottesdiensten verlesen wird. Sie ist eine gute alte Bekannte und doch bleibt sie uns auch fremd. Gott wird Mensch. Das Besondere. Das Wundersame. Das Wunderbare. Der Zauber der Heiligen Nacht. All die Sehnsucht in uns nach einem sinnvollen, nach einem gerechten und erfüllten Leben, all unsere Fragen, Zweifel und oft verwirrten Gefühle, in dieser Geschichte finden sie Raum und Zeit.

Persönliche Gedanken und politische Erwägungen. Wird er gelingen, der Umschwung in der Klimapolitik, der umgreifende Wandel im Umgang mit den Ressourcen unserer Welt auch bei uns selbst? Wird es gelingen, dass alle Kinder in unserem Land gleiche Chancen für ihre Entwicklung erhalten? Wird es gelingen, trotz Wirtschaftkrise Arbeitsplätze langfristig zu sichern? Fragen, die wir mit in das Jahr 2010 nehmen.

Wir wünschen Ihnen von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Übergang in das Neue Jahr. Möge der weihnachtliche Zauber der Menschwerdung Gottes unsere Herzen und Sinne für das kommende Jahr öffnen und stärken.

Ihre

Annette Muhr-Nelson, Superintendentin Kirchenkreis Unna

Rüdiger Schuch, Superintendent Kirchenkreis Hamm