Kirchenkreis Unna

Termine

Ungewöhnliche Trauerreise ( 7.- 14.September) der Diakonie Ruhr-Hellweg

Noch Plätze frei:  Mit Gezeiten und Gesprächen einen eigenen Weg in der Trauer finden  

UNNA.   Es

4.10. Noch Plätze frei für Herbstreise in das traumhafte Andalusien!

Reisezeit: 4.-11.Oktober 2010

BERGKAMEN.    Eine kulturhistorisch spannende wie landschaftlich malerisc


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Andacht Dezember 2009

Advent - mehr als Kerzen, Plätzchen, Geschenke-Stress? 

"Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils." (2. Kor. 6,2b) 

Glaubenserfahrungen sind etwas sehr Persönliches - vielleicht das Persönlichste, das es gibt.

Vom Propheten Elia zum Beispiel wird erzählt, dass er, als er aus eigener Kraft nicht mehr weiter konnte, von einem Engel gestärkt wurde (1. Könige 19). Aber was hilft das mir, wenn ich die entscheidende Klassenarbeit "vergeigt" habe, und nun mit dem Gefühl fertig werden muss, dass alle Anstrengung und alles "Pauken" nichts zu bringen scheinen?
Oder Josef und seine Brüder: die haben es geschafft, sich nach bitteren Streitigkeiten und Verletzungen zu versöhnen (1. Mose 50). Aber was hilft das mir, wenn das Tischtuch zerschnitten ist zwischen mir und meinem Bruder, meiner Freundin, meiner Frau... - und wenn es keinen neuen Anfang miteinander zu geben scheint? 

"Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils", schreibt Paulus im Wochenspruch für eine der letzten Wochen des Kirchenjahres. Für mich bedeutet das: Das kann gelingen, dass die alten Erfahrungen von Heil, Hoffnung und Trost auch "jetzt", auch für mich lebendig werden. Das kann geschehen beim Hören und Lesen der biblischen Erzählungen. Und das kann geschehen im Gebet, in der Stille vor (und mit) Gott. Denn das Gebet ist der Türöffner", der Schlüssel für einen Raum, in dem die Wahrheit der alten Erzählungen mit meiner Situation, meinen Fragen und Zweifeln in Berührung kommt.   Und in dem dann auch ich neue Kraft, neue Orientierung, neues "Heil" finde.

Ich weiß aus eigener Erfahrung: Allein in der Bibel zu lesen, alleine zu beten ist wichtig. Aber oft fällt das schwer, auch mir. Ich finde nicht die Zeit, nicht die nötige Konzentration, nicht den "richtigen" Anfang. In solchen Momenten ist mir eine wichtige Hilfe zu wissen: Was du alleine nicht schaffst, geht zusammen oft leichter. Zusammen, das meint: im Gottesdienst. Im Gottesdienst kann ich gemeinsam mit anderen beten (mich quasi in das Gebet der anderen "hineinfallen" lassen). Und ich kann gemeinsam mit anderen hören auf die biblischen Erzählungen. Ich kann mit meinen Gedanken und Fragen ganz bei mir selbst sein - und mich zugleich tragen lassen von einer Gemeinschaft und einem Geschehen, das ich nicht selbst "machen" muss. 

Deshalb möchte ich an dieser Stelle herzlich einladen zu den Gottesdiensten in der nun beginnenden Adventszeit ("Advent" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet auf deutsch "Ankunft", "Ankommen", gemeint ist: Gott kommt an, kommt hinein in unsere Welt). Gemeinsam werden wir in diesen Gottesdiensten versuchen zu entdecken, was das bedeutet: "Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils" - und damit versuchen, einem "Advent" auf die Spur zu kommen, der mehr ist als Kerzen, Plätzchen und Geschenke-Stress. Wobei ich ausdrücklich hinzu füge: Ich habe nichts gegen Kerzen, Plätzchen und Geschenke (wenn das Einkaufen nicht zum Stress wird) - das alles kann eine tolle Sache sein. Aber ich bin sicher: "Advent" ist mehr, viel mehr... 

Ich wünsche eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit! 

Gisbert Biermann, Pfarrer in Fröndenberg-Frömern