Kirchenkreis Unna

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Andacht August 2009

Nicht vom Brot allein

Warten auf dem Weg
Foto: M. Steinhöfer

Wenn ich die Menschen ohne Essen heimgehen ließe, würden sie auf dem Weg verschmachten. So begründet Jesus die Speisung der Viertausend.
Dies ist eine der Geschichten, die wir auf dem Weg durch das Markusevangelium, auf dem
gemeinsamen Pilgerweg für Väter und Kinder kennen lernen werden. Wir werden uns diese Geschichten erwandern, wir werden sie genauer betrachten, die Erzählungen  werden durch Spiel und Spaß erlebbar gemacht.
Dazu ist der Vater-Kind-Pilgerweg aufgebaut wie eine Schnitzeljagd: immer wieder gibt es auf dem Weg Stationen, an denen Text, Aufgaben und Fragen warten. So wird der Weg nicht lang und langweilig. Vielleicht gelingt es uns so ein wenig einzutauchen in die Welt des Evangeliums und dieser fernen, fremden Welt so näher zu kommen.

Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein. In unserem Alltag steht das Brot im Mittelpunkt, also die materielle Grundlage des Lebens, die Notwendigkeiten des Berufs, die Zwänge des Geldverdienens.
Sich aus diesem Alltag heraus auf den Weg machen, neuen Fragen Raum geben, anderen Wichtigkeiten nachgehen, das ist Ziel des Pilgerns. Dabei geschieht die Begegnung nicht nur kognitiv, mit dem Kopf, sondern ganzheitlich durch das hineingehen in die biblischen Geschichten. Wenn Dinge hängenbleiben sollen im Gedächtnis, wenn sie im Leben Bedeutung gewinnen sollen, dann müssen wir ihnen ganzheitlich begegnen.
Auf diesem Weg, diesem Pilgerweg, können die Väter ihre Vaterrolle mit Leben füllen, indem sie den Weg voran gehen und zeigen: es gibt andere Wichtigkeiten, andere Dimensionen des Lebens als das harte Brot des Alltags.

Vater-Sein, das heißt für die Kinder da sein, mit den Kindern den Weg durch das Leben gemeinsam gehen, den Kindern die bunte Vielfalt des Lebens öffnen und sich gemeinsam den Fragen stellen, denen wir begegnen.
Vater-Sein, das heißt aber auch sich dem Staunen der Kinder öffnen und mit ihnen gemeinsam sich neue Erfahrungen machen. 

Jesus wollte die Menschen, die bei ihm geistliche Nahrung gesucht haben und ihm gefolgt waren, nicht verschmachten lassen und gab ihnen Brot. Wir leben in einer Gesellschaft, in der meist das Nötigste zum Überleben da ist. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

 

Pfarrer Dirk Heckmann, Referent für Männerarbeit und Erwachsenenbildung

Infos über den Pilgerweg für Väter und Kinder finden sich hier.