Andacht März 2007
Datum: 01-03-07
Andacht: Staunen über das Wunder der Taufe
Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch, bis an der Welt Ende. (Matthäus 28, 18-20)
Die Worte, die Jesus zu seinen Jüngern nach seiner Auferstehung, aber vor seinem endgültigen Weggang aus ihrem unmittelbaren Erfahrungsbereich spricht, mögen es gewesen sein, die dazu geführt haben, dass sich das Christentum ausgeweitet hat in alle Welt, dass es nicht nur eine Randerscheinung innerhalb der jüdischen Glaubensgemeinschaft geblieben ist.
Das Heil, Christus, wird nicht mehr allein auf ein Volk, nämlich Israel, bezogen, sondern auf alle Völker. Gott sei Dank, dürfen wir heute tatsächlich sagen, auch die, die nicht bei einer der Kirchen in Brot und Arbeit stehen. Wer auf den Namen des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes getauft wird, lebt zwischen Anspruch und Zuspruch: der Anspruch liegt in der Nachfolge: lehret sie halten alles, was ich euch geboten habe.
Doch niemand braucht hier erschreckt vor dieser Aufgabe zurückweichen und sagen: Das kann ich gar nicht. Denn Christus kennt uns Menschen schließlich. Daher folgt auch gleich der Zuspruch: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Der traditionellste Tauftermin, den die christliche Kirche kennt, ist der Ostertag. Gleichsam als Zeichen dafür, dass wir als Getaufte mit hineingenommen werden in das Wunder des neuen Lebens, in die Auferstehung Jesu. Vermehrt lassen sich nun auch Erwachsene an diesem besonderen Tag taufen. Statt verschämt in einem stillen "Nischengottesdienst" getauft zu werden, lassen sie sich gern ein auf die besondere Feierlichkeit, stellen sich bewusst und selbstbewusst in die Reihe derer, die mit ihnen gemeinsam das Bekenntnis ihres Glaubens sprechen.
Taufe ist Grund zur Freude, ganz besonders in der Gemeinschaft mit anderen Christen und Christinnen. Oft vergessen wir zu staunen über das Wunder unserer Taufe. Das Wunder, das sich in diesem Mann von Nazareth vollzogen hat, der Menschen verändert hat, indem er sie immer wieder zum Staunen gebracht hat über Gottes Güte, über Gottes weites Herz. Der Mann von Nazareth, der Menschen gezeigt hat, wie sie angesichts von Gottes weitem Herzen ebenfalls ihre Herzen öffnen lernen können, ohne dabei aufgeben zu müssen, was sie als Richtlinien über das menschliche Miteinander vor Gott gelernt hatten.
Peter Spangenberg, ein Pfarrer und Schriftsteller, hat seinen Enkelkindern die Taufe so erklärt: "Ein Auto hat ein Kennzeichen, damit man weiß, woher es kommt und wohin es gehört. Die Taufe ist das Zeichen der Christen, damit man erkennt, woher sie kommen und wohin sie gehören." Es ist gut, zu wissen, wohin man gehört. Eine gesegnete Zeit wünscht
Pfarrerin Sabine Sarpe, Verbundpfarrstelle Oberaden/Rünthe

