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Die Johanneskirche in Frömern ist eine der ältesten Kirchen im Kirchenkreis: der Westturm stammt noch vom ersten nachweisbaren Kirchenbau aus romanischer Zeit (12. Jahrhundert). Um die Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt die Turmhalle eine 60 cm starke Kuppel mit längsrechteckigem Grundriß. Bei der ursprünglichen romanischen Kirche handelte es sich um einen einschiffigen, zweijochigen Saalbau (7,88 x 12,76 Meter) mit halbrunder Apsis, wie man bei Grabungen während des Neubaus im 19. Jahrhundert feststellte. Die erhöht liegende Kirche war von einem Friedhof umgeben, der 1682 eine umlaufende Mauer besaß. Die Mauer und die meisten Grabsteine sind heute entfernt. Das Turmportal wurde 1876 beim Neubau vollständig erneuert. Nach dem Turmbrand 1761 bei der Schlacht von Vellinghausen wurde ein neuer spitzer 25,50 m hoher Turmhelm errichtet und die zwei über Eck gestellten Strebepfeiler hinzugefügt.

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Do, 19. April 2018

Redaktionen im Gespräch

Di, 27. März 2018

Manchmal ist es federleicht

Di, 27. März 2018

Für die Seele sorgen

Über die Welt staunen: James Cook - Andacht April

James Cook, Gemalde von Nathaniel Dance

Wir feiern einen runden Geburtstag. Im Jahr 1818 wurde der Kirchenkreis Unna gegründet. Das nehmen wir zum Anlass, in jedem Monat einen Blick auf Jubiläen und Geburtstage zu werfen. Das können Personen, Erfindungen oder Ereignisse sein. Nicht immer sind es runde Jubiläen, aber immer stehen sie auch in einem Zusammenhang zu uns oder unserer Arbeit. In diesem Monat ist es der Geburtstag des Entdeckers James Cook.

Über die Welt staunen

Als Sohn eines schottischen Tagelöhners erblickte James Cook im Jahr 1708 das Licht der Welt. Angetrieben durch ausgeprägtem Wissenshunger und starker Willenskraft eignet er sich vorwiegend autodidaktisch mathematische und navigatorische Kenntnisse an, und arbeitet sich zum Schiffskapitän der Admiralität hoch. Schließlich erreicht er sein Ziel, die Südhalbkugel in Expeditionsfahrten erforschen zu wollen. Zu seinen Verdiensten gehört vor allem die akribische Kartografie nahezu aller Länder und Inseln der südlichen Halbkugel.

Wenn ich selber mit einem Schiff unterwegs bin, denke ich öfter darüber nach, wie überwältigend stark der Traum dieses Menschen gewesen sein muss, ein absolut fremdes Terrain erreichen, entdecken zu wollen. Was trieb James Cook dazu, Ehefrau, Kinder, Heimat, sichere Verhältnisse hinter sich zu lassen, um immer wieder auf zu brechen in unbekannte Regionen, und das durch lebensbedrohliche Umstände? Was war seine Motivation so furchtlos, begeistert und entschlossen ins Ungewisse zu segeln? Gemeinhin neigen wir Menschen wohl eher dazu sicheren, bekannten Raum nicht zu verlassen, da zu verweilen, wo uns Vertrautes umgibt.

Von mir weiß ich, dass mich eine solche Situation stark verunsichern würde, und freiwillig mache ich mich vielleicht mal auf einer Urlaubsreise zu einem mir unbekannten Ziel auf, aber das war´s dann auch schon. Ob James Cook gottgläubig war, weiß ich nicht. Wohl aber ist bekannt, dass er Menschen wohlwollend und würdigend begegnet ist, ob bekannten oder unbekannten. Für seine Mannschaft hat er eine teurere, gesündere, vitaminreiche Verpflegung durchgesetzt, die vor Skorbut schützte. Den Ureinwohnern der neu entdeckten Regionen ist er stets rücksichtsvoll begegnet. Anders als viele andere Entdecker wollte er von ihnen lernen und sie nicht ausbeuten. Er war bekannt für seine Friedfertigkeit.

Ohne jeden neuen Aufbruch jedenfalls wäre die Welt, und zuerst James Cook selber, ärmer geblieben.  Vielleicht ist das eine gute Basis für neue, bereichernde Aufbrüche: Der Welt, und allem, was darin ist, zugewandt und furchtlos zu begegnen. Vielleicht relativieren menschenwürdige Begegnungen die Angst vor Fremdem. Und wir können die Erfahrung machen, dass Menschen aufgeschlossen und neugierig reagieren. Dass Menschen sich gut ergänzen können, dass voneinander lernen Spaß machen kann. Dass Kooperationen weiter bringen. Dass Miteinander reicher, nicht ärmer macht. Und nicht zuletzt, vielleicht schützt auch eine demütige Haltung davor sich selbst zu wichtig zu nehmen. Und wir können Horizonte erweitern, ohne selber im Mittelpunkt stehen zu müssen. Wie entlastend auch: Mensch unter Menschen sein zu können.  Nicht Gott spielen zu müssen, letztlich: Nicht vom Lob und der Anerkennung anderer abhängig zu sein. Der Welt und allem, was darin ist, staunend und achtend, nicht arrogant und anmaßend zu begegnen.
Das finde ich einen reizvollen Lebenszugang.

Ihre Pfarrerin Renate Weißenseel

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