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Ev. Kirche in Lünern: Aus der Entstehungszeit der Evangelischen Kirche in Lünern sind keine schriftlichen Quellen überliefert. Eine exakte Datierung ist deshalb nicht möglich. Anhand der Bausubstanz und des Baustils lassen sich aber die ältesten Bauelemente dem 12. Jahrhundert und damit der romanischen Epoche zuordnen. Bei näherer Betrachtung lassen sich die wichtigsten Bauphasen am Bauwerk selbst ablesen. Die einschiffige Kirche wurde aus grünem Sandstein gebaut. Wie viele Kirchen ist sie geostet, so dass die Längsachsen in West-Ost Richtung verläuft. Betritt man durch den Haupteingang das Kircheninnere, wird der Blick unweigerlich auf den reich vergoldeten Schnitzaltar in der Chorapsis gelenkt. Mit einer Höhe von ungefähr vier Metern und einer jetzigen Breite von drei Metern beherrscht er den Chorraum. Der stets geöffnete Turmraum gibt durch eine Glastür den Blick auf das Innere der Kirche frei.

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Mo, 15. Januar 2018

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Ich bin der gute Hirte - 200 Jahre Kirchenkreis Unna

So sieht das Siegel des Kirchenkreises seit 1981 aus.

Monatsandacht Januar

Wir feiern einen runden Geburtstag. Im Jahr 1818 wurde der Kirchenkreis Unna gegründet. Das nehmen wir zum Anlass, in jedem Monat einen Blick auf Jubiläen und Geburtstage zu werfen. Das können Personen, Erfindungen oder Ereignisse sein. Nicht immer sind es runde Jubiläen, aber immer stehen sie auch in einem Zusammenhang zu uns oder unserer Arbeit.

In diesem Monat schauen wir auf unseren Geburtstag.

 

 

200 Jahre Kirchenkreis Unna – Ich bin der gute Hirte

1817 – ein eigentlich recht normales Jahr. Keine Jahreszahl wie die Revolutionsjahre 1793 oder 1848. Irgendwie zwischen den Zeiten. In Deutschland treffen sich die Großmächte, um den demokratischen Ideen mit monarchischer Stärke zu begegnen. In Südamerika kämpfen die Chilenen für ihre Unabhängigkeit, in Nordamerika streiten sich Amerikaner und Briten und indigene Stämme um Grenzen und Land, es ist das Geburtsjahr von Marx und Raiffeisen. Ein Jahr zuvor hatte der deutsche Kaiser Friedrich Wilhelm III. erlassen, dass die lutherischen und reformierten Kirchen zu unieren seien. Es entstand die Ev. Kirche der Union – und in diesem Zuge auch im Wesentlichen die Kirchengebiete, wie wir sie heute noch vorfinden. Und es entstand der Kirchenkreis Unna.

Das war kein Verwaltungsakt. Das war, so lesen wir in den alten Protokollen, eine Sensation. Wir können es uns heute kaum noch vorstellen, was es bedeutete, „lutherisch“ oder „reformiert“ zu sein. Und eben nicht „evangelisch“. So viele verschiedene Überzeugungen, verbriefte Rechte und auseinander gehende Ansichten standen im Raum. Vergleichbar heute wohl am ehesten mit einer ökumenischen Synode – und damit eben eigentlich unvorstellbar.

Doch in solchen Situationen helfen ja oftmals kleine Zeichen. So war im ersten Siegel des Kirchenkreises, neben zwei sich verschränkenden Händen, die immer noch dort zu sehen sind, ein Hinweis auf das zehnte Kapitel des Johannesevangeliums abgebildet: das Gleichnis vom guten Hirten. Jesus vergleicht sich dort mit einem Hirten, der sich um seine Herde kümmert, ihnen den Stall öffnet, die Verirrten aufsucht und vor Räubern und Wölfen schützt. Im Mittelpunkt steht der Satz: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“

Es ist die Vergewisserung auf den Kern eines solchen Zusammenschlusses, die hier deutlich wird. Ganz gleich, was wir für Schafe sind, wir stehen unter Gottes Schutz. Ganz gleich, was uns trennt oder unser Zusammenleben erschwert, er steht hinter uns und hält uns zusammen. Diese Zusage, die sich die Gründerväter (es waren zu der Zeit alles Männer) als Überschrift gaben, gilt auch noch heute. „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.“ Das wird auch weiterhin Anspruch für uns als Kirchenkreis sein, die Nachfolge in den Mittelpunkt zu stellen. Und es ist gleichzeitig auch Gottes Zuspruch für uns.

Mittlerweile ist im Siegel die Bibelstelle 1. Korinther 12, Verse 4 bis 6 zu lesen. „Es sind viele Gaben, aber es ist ein Geist.“ Dies ist die inhaltliche Weiterführung. Es sind nicht mehr die unterschiedlichen Überzeugungen, nun stehen die unterschiedlichen Gaben im Mittelpunkt. So haben wir es wohl miteinander und voneinander gelernt, dass Kirche dann nur Kirche ist, wenn sie Unterschiede aushält, sich auf das gemeinsam besinnt und zusammen in der Nachfolge bleibt. Gute Aussichten für die nächsten 200 Jahre.

Diakon Dietrich Schneider