Kirchenkreis Unna

Termine

7.02. Stentrop: Theologie der Psalmen

Theologische Gespräche mit Prof. Dr. Klara Butting - Die Psalmen spielen in der Bibel eine zentrale Rolle. Als Gebetsbuc

5.02. Kamen-Methler - Gib deiner Kirche deine Stimme

Gottesdienst zur Presbyteriumswahl  in Kamen-MethlerAnläßlich der Presbyteriumswahl in Methler gestalten Frauenchor


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Kennen Sie diesen schwedischen Möbelgiganten? Mein Mann und ich gehen immer noch gern dort einkaufen. Die haben einfach tolle Ideen, schöne Muster, praktische Detaillösungen, eine inspirierende Ausstellung - und sie sind durch und durch jung, frisch und familienfreundlich.

Jetzt war es wieder so weit: Kurz vor dem Urlaub brauchten wir einen neuen Küchenschrank. Also hin ins Kamen-Karree, gesucht und gefunden, diskutiert, verworfen, nachgefragt, dann doch geordert. Haben wir auch an alles gedacht?  Füße, Griffe, Blende, Arbeitsplatte? Dann noch das eine und das andere praktische Detail eingepackt. Da kam ganz schön was zusammen. Jetzt liegen die Pakete zu Hause. Ich freu mich auf die neue, erweiterte Küche. Aber ich weiß, bis sie steht, ist es noch ein hartes Stück Arbeit. Und es wird sein wie immer: beim Aufbauen kriegen wir uns in die Wolle: hier klemmt?s, da passt was nicht. Haben wir die Anleitung falsch verstanden? Das eine oder andere Teil wird umgetauscht werden müssen. - Und wie immer werde ich den Tag verfluchen, an dem dieses schwedische Möbelhaus erfunden wurde, und denen Recht geben, die spöttisch fragen "Schraubst Du noch oder wohnst Du schon?"  

Wenn ich über den Wandel der Kirche nachdenke, über den Reformprozess und die Veränderungen, die wir schon hinter und die wir noch vor uns haben, dann kann ich hier mit Augenzwinkern und Humor einige Parallelen sehen. Jung, dynamisch, einladend, inspirierend und familienfreundlich verspricht die Kirche mit Zukunft zu sein. Und das Angebot, die eigene Kirchengemeinde dementsprechend neu einzurichten, ist gewaltig. In der Markthalle der Möglichkeiten locken inspirierende und farbenfrohe Angebote: Krabbelgottesdienste und Teenie-Treff, Pilgern für Väter und liturgischer Tanz für Frauen, Tauffeste, Kindermusicals und Geburtstagsfeiern für 33-, 44- und 55-Jährige, Gospel und Pop, Klassik und Rock für Insider und religiös Unmusikalische.

Es gibt so viele Möglichkeiten, die Kirche attraktiv und inspirierend zu gestalten und so das Evangelium unter die Leute zu bringen!   Aber wie beim Einkaufen heißt es: Vorsicht! Nicht jedes Angebot hält, was es verspricht, und nicht alles, was so verführerisch präsentiert wird, passt auch in meine häusliche Umgebung. Da heißt es mit Bedacht auszuwählen. Und dazu muss ein Gesamtkonzept her, eine Planung. Das ist mühsam. Da muss man genau Maß nehmen, planen, überlegen und sich am besten auch von Fachleuten beraten lassen. Und wenn man sich dann nach langwierigen Diskussionsprozessen entschieden hat und die Ware heim trägt, fängt die eigentliche Arbeit erst an. Das Ausräumen der Schränke, das Abbauen, Umbauen und neu Gestalten nimmt einem keiner ab, Entrümpelung und Neuanstrich inklusive.  

Eine neue, frische, einladende Kirche wünschen sich viele. Wie schön wäre es, wenn die Gottesdienste besser besucht wären! Wie erreichen wir die 30-50-Jährigen? Wie können wir mehr Gemeindeglieder aktivieren und unseren Pfarrer / unsere Pfarrerin entlasten, damit sie wieder mehr Zeit für Seelsorge und Predigt haben? Wo ist ein neuer Aufbruch in der Gemeinde nötig? - Und was geben wir dafür auch auf? Um diese Fragen kommt keine Gemeinde herum, die sich ernsthaft Gedanken um die Zukunft macht. Die Diskussionen darüber sind so schwierig und nervenaufreibend wie die gemeinschaftliche Planung einer neuen Küche oder gar eines kompletten Umbaus. Aber es lockt das Ziel. Denn Sinn und Zweck der Renovierung ist doch, dass auch die zukünftigen Generationen gerne in das Haus der Kirche kommen.  

Wer mit Wandel und Veränderung immer nur den Abbau verbindet, der ist arm dran. Selig ist, wer sich auf Neues einlassen kann und mutig die notwendigen Veränderungen in Angriff nimmt. Denn Stillstand ist Rückschritt. Gute Haushalterschaft heißt, sparsam und planvoll mit den Ressourcen umgehen und dabei Lebendigkeit und Ausstrahlungskraft erhalten und sogar steigern. Das ist ein anstrengender, aber auch lohnender Prozess. Vor den Erfolg hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt, Darum kommen wir nicht herum. Aber wir haben auch einen, der kräftig mithilft, wenn wir ihn denn lassen, oder genauer noch: dem wir mithelfen; denn was aus der Kirche wird, ist nicht allein unser Werk und unser Verdienst, sondern das wirkt der Heilige Geist durch uns. "Wir sind Gottes Mitarbeiter und Gottes Bau. Ich habe den Grund gelegt, aber ein anderer baut darauf. Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." (Paulus im 1.Korontherbrief 3,9-11)  

Also: keine Angst vor komplizierten Bauanleitungen! Am Ende kommt doch (meistens) was Gutes dabei raus!

Ihre
Annette Muhr-Nelson (Superintendentin Kirchenkreis Unna)

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